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Im Landkreis sind viele Busse unterwegs, so wie hier die Linie 904 bei Leutstetten.

ÖPNV

Fahrgastzahlen steigen um fast 30 Prozent

Die noch nicht abgeschlossene Ausweitung des Bus-Angebots im Landkreis Starnberg in den vergangenen fünf Jahren zeigt Erfolge. Nach Zählungen und Berechnungen nutzt jeder zwölfte Landkreisbürger rein rechnerisch täglich einen Bus – fast 30 Prozent mehr als 2012.

Starnberg – Der Plan des Landkreises, durch eine Ausweitung des Busangebots mehr Menschen in öffentliche Verkehrsmittel zu bringen, geht auf. Verkehrsmanagerin Susanne Münster legte dem Kreis-Verkehrsausschuss vorige Woche erste Zahlen vor – und die sind nach Einschätzung von Landrat Karl Roth „sehr ermutigend“.

Es gebe eine stetige Erhöhung der Fahrgastzahlen, erklärte Münster. Insgesamt nutzten nach Zahlen aus dem Jahr 2015 – neuere gibt es kaum – 11 341 Menschen jeden Tag einen Bus im Landkreis. Das sind 27 Prozent mehr als 2012, als es 8870 waren. Als Vergleich dienen auch Zahlen von 2009, damals waren es laut Zählung 7747 Fahrgäste.

Die Angebotsausweitung erfolgte in Stufen und ist noch nicht abgeschlossen. So stieg die Fahrgastzahl beispielsweise im Bereich Gauting/Krailling/Gilching zwischen 2012 und 2015 von 1950 auf 2697 (+ 38,3 Prozent). Die Ausweitung in diesem Bereich kam im Dezember 2013 zum Tragen. Die Zahlen zeigen mehrere Auswirkungen. Zum einen steigen die Fahrgastzahlen durch das größere Angebot. Zum anderen nutzen auch in noch nicht umgestellten Gebieten mehr Menschen den ÖPNV, weil sie mehr Anschlüsse am Ziel vorfinden. Beispiel dafür ist das so genannte Westbündel mit Regionalbuslinien im westlichen Landkreis. Dort werden ab Dezember mehr und öfter Busse fahren. Die Fahrgastzahlen sind jedoch schon jetzt um rund 60 Prozent gestiegen.

Mit den bisher gesicherten Zahlen lässt sich ein Gesamtbild allerdings kaum darstellen, da viele Linien erst Ende 2015 aufgewertet wurden. Deswegen hat der Kreis heuer einzelne Erhebungen machen lassen, die den Zuwachs belegen. Die Starnberger Stadtbuslinien beispielsweise, umgestellt im Dezember 2015, werden nach Münsters Daten von fast 2000 Menschen täglich genutzt. 2015 waren es noch 1737, 2012 genau 1791. Insgesamt ist nach den Zahlen die Fahrgastzahl in den 2015 umgestellten Gebieten bis 2017 um 21,2 Prozent gestiegen. Ein herausragendes Beispiel ist für Münster die Linie 936 zwischen dem Gautinger Schulcampus und der U-Bahn in Fürstenried-West. Ausgeweitet im Jahr 2013, nutzten im Monat rund 24 000 Menschen diese Linie. Die Steigerung betrug 61,1 Prozent im Vergleich zum Jahr 2012. Rückschluss: „Die Erweiterung lohnt.“ Und das nicht nur unter der Woche, denn die Bus-Nutzer-Zahl an Sonntagen hat sich seit 2012 im Landkreis praktisch verdoppelt, jene an Samstagen stieg gar um 130 Prozent auf 2647.

Mehr Fahrgäste heißt auch mehr Einnahmen, allerdings ist die Angebotsausweitung auch nicht billig. Die erste Stufe der Erweiterung bis 2015 ließ das Gesamtvolumen für den Busverkehr von 4,8 auf fast 6,4 Millionen Euro (+ 32,4 Prozent) ansteigen. Im gleichen Zeitraum stiegen die Einnahmen aus Fahrkarten von rund 2,41 auf 3,06 Millionen Euro (+ 26,9 Prozent). Allerdings sind das nur Zwischenergebnisse, denn die Abrechnung von Buslinien zwischen Kreisen, Gemeinden und Verkehrsbetrieben dauert zumeist ein Jahr oder mehr. 2015 musste die öffentliche Hand 3,1 Millionen zuschießen bei eben 3,06 Millionen Euro Einnahmen aus dem Betrieb. Susanne Münster will die Einnahmen durch eine weiter verstärkte Öffentlichkeitsarbeit erhöhen. Trotzdem habe sich der Mut zur Ausweitung gelohnt.

2015 lag der Deckungsgrad bei 49,6 Prozent, das heißt: mehr als 50 Prozent der Buskosten werden von Kreis und Gemeinden bezuschusst. Der Deckungsgrad schwankt allerdings stark, er lag 2014 bei 43,80 Prozent und 2012 bei 52,10 Prozent.

Im Kreis-Verkehrsausschuss nahmen die Kreisräte die Zahlen zur Kenntnis. Rainer Schnitzler (Freie Wähler) erkundigte sich nach dem Einsatz von Elektrobussen, was Susanne Münster allerdings skeptisch sieht. Sie hält aus praktischen und finanziellen Gründen Hybridbusse für geeigneter. Für reine E-Busse gebe es nur wenige Anbieter, der Aufwand sei sehr hoch. Hybridbusse sind einfacher in der Handhabung. Nachdem Buslinien in der Regel für acht Jahre vergeben werden, stellt sich die Frage auch erst in zwei bis drei Jahren.

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