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Seit 40 Jahren ist Jürgen Ackermann aus Herrsching FDP-Mitglied. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (M.) und Britta Hundesrügge gratulieren. 

Freie Demokraten

FDP geht gestärkt ins neue Wahljahr

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Die Liberalen im Landkreis wittern Morgenluft. Nach dem hervorragenden Abschneiden bei der Bundestagswahl wollen sie mit Volldampf in den Landtagswahlkampf starten.

Landkreis – „Vor einem Jahr haben wir hier Eierlikör serviert – verbunden mit der Hoffnung, dass die 8 Prozent Alkohol ein Signal für die Bundestagswahl setzen“, erinnerte sich die FDP-Kreisvorsitzende Britta Hundesrügge gestern beim traditionellen liberalen Jahresabschluss auf dem Heiligen Berg in Andechs. So gesehen hätten die Liberalen aus dem Landkreis damals auch gut und gern einen Sherry reichen können. Im Wahlkreis erzielten sie im September immerhin 14 Prozent, in Starnberg gar 17 Prozent.

Dementsprechend gut war die Stimmung denn auch beim Jahresabschluss – und das lag nicht am guten Bier im Wappensaal des Bräustüberl. Selbstbewusst wollen die FDP-ler im kommenden Jahr in den Landtags- und Bezirkstagswahlkampf gehen. Thematisch legte sich Hundesrügge, die dann für den Landtag antreten will (wir berichteten) bereits fest. „Die Schaffung von Arbeitsplätzen und Wohnraum muss in Zukunft kombiniert betrachtet werden“, sagte sie. Zudem forderte sie einen flächendeckenden Ausbau mit Breitband-Internet: „Es kann nicht sein, dass Firmen keine Videokonferenzen mit ihren Niederlassungen in Amerika veranstalten können, weil das Internet langsam ist.“ Zudem forderte Hundesrügge die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten: „Die Bedrohung für die Mitarbeiter im Handel geht nicht von ihren Chefs aus sondern vom Onlinehandel.“ Dem könne man nur begegnen, wenn jeder öffnen könne, wann und wie lange er wolle. Hundesrügge sparte nicht mit Kritik an den aktuellen Entwicklungen im Landkreis. Die weiteren Verzögerungen beim Bau des Gymnasiums in Herrsching bezeichnete sie als „Schock“, die Debatten in Herrsching darüber, ob der Standort geeignet sei oder nicht, als „schädlich. So kann man ein Projekt todreden.“ Sie attackierte auch direkt den Ex-SPD-Bundestagskandidaten Christian Winklmeier, der in Gilching Stimmung gegen das geplante Gewerbegebiet in Gauting mache: „Er meint, eine andere Gemeinde bevormunden zu können.“

Im Anschluss an Hundesrügges Ansprache hielt die Direktorin der Akademie für politische Bildung in Tutzing, Professor Ursula Münch, einen Vortrag zur politischen Situation in Deutschland. Und sparte dabei auch nicht mit Kritik am von der FDP verursachten Scheitern der Jamaika-Koalitionsverhandlungen: „Ich habe nicht verstanden, warum man sich nicht größere Themen gesetzt, sondern statt dessen eine unverständliche Parzellierung betrieben hat.“ Sie legte nach: „Die viel beschworene Oppositionsrolle wird überbewertet.“ Ein Teil der Anwesenden applaudierte und zeigte, dass auch die innerparteiliche Debatte über die künftigte Ausrichtung nicht beendet ist.

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