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Der Nachwuchs steht in den Startlöchern: Das Vereinszeichen der Jubiläums-Blaskapelle durften die Kinder mit dem Leiterwagen voranziehen. 

Blaskapelle Frieding

50 Jahre und kein bisschen leise

Die Friedinger haben sich nicht lumpen lassen zum 50. Jubiläum ihrer Blaskapelle. Das ganze Dorf war in Feierlaune.

Frieding Drei Tage lang hat die Friedinger Blasmusik ihren 50. Geburtstag gefeiert. Zum Abschluss am Sonntag traf sie vor rund 1000 Zuschauern im großen Finale wieder genau den richtigen Ton. 30 Jahre hatte diesen Ton Dirigent Burkard Herkert angegeben. Am Sonntag lief er ein letztes Mal freudestrahlend seinen Musikanten voraus. Ab sofort übernimmt nun Volker Fiedler den Stab. Auch der Name Fiedler gehört seit Jahrzehnten zum vertrauten Klang der Blaskapelle: Gottfried Fiedler war über viele Jahre der Gstanzl Jackl beim beliebten Starkbierfest. Die vertrauten Namen bleiben: Fiedler als Dirigent und Herkert in Person von Julia Herkert als aktuelle Vorsitzende.

Zum Ehrendirigenten ernannt, nahm Vater Burkhard den Taktstock schon auf freiem Feld in die Hand und dirigierte dort rund 300 Musikanten aus den befreundeten Musikkapellen, die in beeindruckendem Einklang die Bayernhymne anstimmten. Spontan sangen die Zuhörer mit, einige Mädels drehten sich zur Melodie im Kreis bis ihre Röcke flogen und die Sonne lachte dazu. Was will ein Geburtstagskind mehr an einem solchen Festtag?

Begonnen hatte alles einst mit 14 „Blasmusik begeisterten Burschen“, die sich ein Instrument kauften. Wie man es spielt, wusste zu der Zeit noch keiner. Außer Erwin Rauscher, der das Tenorhorn beherrschte. Ein wichtiger Part, den das Gründungsmitglied damals übernahm. Aus gesundheitlichen Gründen konnte der Ehrenvorsitzende und ehemalige Bürgermeister von Andechs gestern nicht an der Feier teilnehmen.

Gemeinsam mit ihm übten die angehenden Musikanten seinerzeit so lange das neu erworbenes Instrument, bis es richtig klang. Die Probestunden im Laufe der 50 Jahre müssten „an den Rand der Ewigkeit“ reichen, so die himmlische Hochrechnung von Abt Johannes Eckert in seiner Predigt gestern.

Heute beherrschen die unterdessen 30 Musikanten ihr Instrument dafür scheinbar im Schlaf und „sind mit ihrer Stimmungsmache am Abend“ nicht selten das Highlight einer Feier, lobte Landrat Karl Roth in seiner Rede. Er musste es wissen – als ehemaliger Bürgermeister der Klostergemeinde und als Landrat ebenso, denn die Friedinger sind bei den Besuchen im Partnerlandkreis Bad Dürkheim traditionell mit von der Partie.

Aus dem „dörflichen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben“ seien sie nicht mehr aus Andechs wegzudenken, stimmte Andechs Bürgermeisterin und Schirmherrin Anna Neppel in den Lobgesang ein. Der Andechser Abt rätselte angesichts des strahlend schönen Wetters sogar, ob die musikalischen Mitglieder vielleicht nicht doch „mit den Engeln verwandt sind“. Auch weil „Menschen, die Musizieren, uns Freude bereiten“.

Bilder vom Festzug zum 50. Jubiläum der Blaskapelle Frieding

Fröhlich war das Fest auf jeden Fall. Schon die beiden vorhergehenden Abende waren mit rund 500 Besuchern in Friedings Höllriglstadl ein Erfolg, als das befreundete „Viera Blech“ aus Tirol und anschließend die „Scherzlacher Blasmusik“ aufgespielt hatten. Nach Gottesdienst und Chorkonzert zog die Festgemeinde in einem ebenso prächtigen wie klangvollen Umzug wieder in den Höllriglstadl. „Schön war das“, freute sich der scheidende Dirigent, „das hätte ich mir in den kühnsten Träumen nicht träumen lassen“.

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