Erwin-Rauscher-Haus

Feuer vor der Vorstellung

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Ein Unbekannter legte in den sanitären Anlagen im Keller des Friedinger Vereinsheims einen Brand.

Frieding – „Ohne den Rauchmelder hätten wir nichts gemerkt“, sagt Michael Schaumberger, Vorsitzender des Friedinger Trachtenvereins Eichentaler. So aber hatten die Trachtler rechtzeitig den Brand entdeckt, der am Samstag gegen 18 Uhr im Keller des Friedinger Vereinsheims allem Anschein nach vorsätzlich gelegt worden ist. Ersten Schätzungen zufolge entstand dabei ein Schaden in Höhe von 10 000 Euro.

Das Feuer ist in der Herrentoilette im Kellergeschoss des Vereinsheims ausgebrochen. „Da hat jemand die große Rolle Klopapier angezündet“, sagt Schaumberger. Zündhölzer seien überall herumgelegen. Auch die Polizei geht von Brandstiftung aus.Die Theatergruppe des Vereins tritt in diesem Winter erstmals mehrmals öffentlich auf. Auch am Samstag stand ab 19 Uhr eine Aufführung an, darum waren Trachtler im Haus, um die Bewirtung vorzubereiten, als das Feuer kurz vor 18 Uhr den Alarm auslöste und das Theaterstück auch für Andechs’ Bürgermeisterin Anna Neppel in jedem Fall zu einer „feurigen Vorstellung“ (Schaumberger) machte.


Die Bürgermeisterin, die selbst in dem Andechser Ortsteil wohnt, hatte sich gerade für den Theaterabend umgezogen, als die Sirenen losgingen. „Mein erster Gedanke war sogar: Hoffentlich nicht im Vereinsheim“, sagte sie gestern. Das Erwin-Rauscher-Haus war ihr deshalb zuerst in den Sinn gekommen, weil sie wusste, dass mit der Weihnachtsdekoration im Saal viel brennbares Material vorhanden war. 

Als sie erfuhr, dass es tatsächlich das Vereinsheim war, in dem es brannte, war sie doch erstaunt. Vor allem darüber, wie jemand Fremdes in das Haus gelangen konnte, denn die Tür war versperrt. Sie vermutet, dass jemand einen unbeobachteten Moment ausnutzte, als die Trachtler eintrafen und sich hineinschlich. „Und über die Fluchttür im Keller kann man jederzeit wieder raus“, sagt sie.

Weil das Feuer schnell gelöscht werden konnte und sich die Verrußung auf die Toilette und den Gang im Keller beschränkte, blieb das Erdgeschoss von dem Vorfall verschont. Deshalb fand die Vorstellung mit einer Stunde Verspätung statt. Und auch die nächsten beiden Spieltermine am Freitag und Samstag werden „definitiv stattfinden“, sagt Schaumberger. Auch wenn die Bürgermeisterin meint, mit nur einer funktionierenden Damentoilette könnte das problematisch werden, sagt Schaumberger: „Nein, wir haben das fest im Plan.“

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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