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Brand in Flüchtlingsunterkunft

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Von: Andrea Gräpel, Michael Stürzer

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Der Rauch ließ vermuten, dass die gesamte Gemeinschaftsunterkunft brennt.
Der Rauch ließ vermuten, dass die gesamte Gemeinschaftsunterkunft in Erling brennt. © Gemeinde Andechs

In Andechs sind vier Module einer Gemeinschaftsunterkunft unweit des Klosterparkplatzes ausgebrannt. Ein Mann und ein Kind kamen mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus.

Update 18. Januar, 17 Uhr:

Nach dem Brand in der Flüchtlingsunterkunft in Erling steht die Diakonie München und Oberbayern an der Seite der Bewohner. Wie berichtet, war am Montag eine komplette Wohneinheit im Obergeschoss der Containeranlage am Klosterparkplatz ausgebrannt. Eine fünfköpfige Familie aus Nigeria verlor ihr Zuhause.

„Eine unserer Mitarbeiterinnen war vor Ort und hatte umgehend die Feuerwehr alarmiert“, berichtet Sarah Weiss, Leiterin des Geschäftsbereichs Flucht und Migration bei der Diakonie. Denn die Diakonie München und Oberbayern berät und begleitet rund 6000 geflüchtete Menschen in 38 Erstaufnahme- und Anschlussunterkünften. Davon befinden sich 14, betrieben von der Regierung von Oberbayern, im Landkreis Starnberg. „Wir beraten und begleiten die betroffene Familie in dieser schweren Situation. Sie haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren“, sagt Sarah Weiss. Wie das Polizeipräsidium gestern mitteilte, war das Feuer im Kinderzimmer ausgebrochen, in dem sich die beiden vier- und fünfjährigen Kinder der fünfköpfigen Familie aufgehalten hatte. Die Brandursache ist noch nicht bekannt, ein technischer Defekt werde nicht ausgeschlossen. Der Vater und eines der Kinder erlitten eine leichte Rauchvergiftung. Der Sachschaden wird auf einen mittleren fünfstellige Betrag geschätzt.

In Herrsching, wo die Familie in einer für Notfälle bereitgehaltenen Unterkunft an der Goethestraße unterkommen konnte, kümmert sich das Sozialarbeiter-Team der Diakonie München und Oberbayern weiter um Eltern und Kinder. „Wir sind erleichtert, dass der Brand so schnell gelöscht werden konnte und offenbar niemand schlimmer verletzt wurde“, sagt Andrea Betz, Vorständin der Diakonie. „Ein Brand in einer Unterkunft, in der die Menschen auf engem Raum zusammenleben müssen, hätte weitaus dramatischere Folgen haben können. Unser Dank gilt vor allem der Feuerwehr und allen, die sich so unkompliziert um die Bewohner gekümmert haben.“

Update 17. Januar, 17 Uhr:

Erling – Der Schreck steckt Lore Almus noch in den Knochen. Seit 2014 betreut sie die Flüchtlinge, die in Andechs untergebracht werden. Sie saß an ihrem Arbeitsplatz in Kottgeisering, als sie gestern Vormittag gegen 10.30 Uhr die Nachricht erhielt, dass es in der Flüchtlingsunterkunft in Erling brennt. In der Anlage am Klosterparkplatz leben nach Angaben der Regierung von Oberbayern zurzeit 77 Personen, Lore Almus berichtet sogar von 87 Menschen, die dort aktuell untergebracht sind. Insgesamt 96 hätten Platz. Die meisten Bewohner konnten noch während der Löscharbeiten zurück in ihre Unterkünfte, sagt Kreisbrandrat Peter Bauch im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Sie waren in der Zwischenzeit vom Kriseninterventionsteam betreut worden. Der Vater der betroffenen fünfköpfigen Familie und ein Kind wurden mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Über die Kleiderkammern des Helferkreises und der Caritas, so die Regierung von Oberbayern, wurde Kleidung für die Familie organisiert.

Ausgebrochen, so Bauch, sei der Brand in einem der Schlafzimmer. Jede Wohneinheit in der Anlage ist mit zwei Schlafzimmern, einer Wohnküche und einem Badezimmer ausgestattet. Aktuell war diese Wohnung im Obergeschoss von der kleinen Familie aus Nigeria belegt. Die Mutter mit zwei Kindern lebt seit 2017 in Erling, ihr Lebensgefährte, mit dem sie noch ein Baby habe, lebe seit einem Jahr am Fuße des Heiligen Berges, so Lore Almus. Die kleine Familie werde nun vorübergehend in einer für Notfälle frei gehaltenen Wohnung in der Gemeinschaftsunterkunft Herrsching unterkommen. Alle übrigen Bewohner könnten in Erling bleiben.

Mitarbeiter der Regierung von Oberbayern waren gestern gleich vor Ort, um das Schadensausmaß zu begutachten und weitere Maßnahmen abzustimmen. Wie berichtet, werden die vom Landkreis Starnberg errichteten Anlagen mittlerweile zentral von München aus verwaltet. Die vier Container, die zur Wohnung gehören, sind nach ersten Erkenntnissen irreparabel zerstört.

So vernichtend das Feuer für diese Wohnung war, so schnell habe es nach Angaben von Kreisbrandrat Bauch von den 40 Einsatzkräften der Feuerwehren Erling-Andechs, Machtlfing, Herrsching und der Kreisbrandinspektion gelöscht werden können. „Nach zehn Minuten war es unter Kontrolle“, sagt Bauch. Danach wurde sogleich mit der Entsorgung des Mobiliars begonnen, um etwaige Glutnester auszuschließen. Die Arbeiten dauerten etwa bis zum Mittag. Über die Brandursache konnte er keine Angaben machen. Die Brandermittler der Kripo Fürstenfeldbruck haben gleich gestern ihre Arbeit aufgenommen.

Auch Lore Almus war so schnell wie möglich von ihrem Arbeitsplatz nach Erling geeilt und schlug erst einmal die Hände vorm Gesicht zusammen, als sie mittags ankam: „Oje, oje. Alles verkohlt.“ Sie leitet den Andechser Helferkreis zusammen mit Michael Jakobi und steht im engen Kontakt mit den Flüchtlingen, zuletzt wegen Impfung und Auffrischung. Seit 23. Dezember sei die Wohnanlage wieder fast voll. Erleichtert ist sie zunächst aber, dass bei dem Feuer offenbar niemand schlimmer verletzt wurde

Erstmeldung von 11.18 Uhr

Andechs - Aus bisher unbekannter Ursache ist ein Container der Asylbewerber-Wohnanlage in Andechs am Birkenmoosäckerweg  am Montagmorgen fast komplett ausgebrannt. Alle Bewohner hatten sich nach Angaben von Kreisbrandrat Peter Bauch in Sicherheit bringen können. Die Feuerwehren Andechs und Herrsching konnten das Feuer rasch löschen, der Container war jedoch nicht zu retten.

Die anderen Wohneinheiten werden überprüft, scheinen aber in Ordnung zu sein. Der Einsatz dauert an.

Die Polizei teilte in einer Erstmeldung mit, der Container im ersten Stock sei „komplett ausgebrannt“. Mehrere Personen hätten eine eine Rauchgasintoxikation und mussten ärztlich versorgt werden.

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