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Hochbeete gegen Ameisen: Markus Zwingenberger (Landwirtschaftsleiter des Klosters), Eugen Eschenlohr und Steffen Wegner (v.l.) am neuen Kräutergarten. 

Kräutergarten

Flucht vor den Ameisen

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Andechs – Der Andechser Kräutergarten wartet mit neuem Standort, mit neuem System und bekannten Betreuern auf.

Das Kloster und Kräuter – diese Verbindung reicht ins 18. Jahrhundert zurück. In dieser Zeit unterhielt das Kloster eine öffentliche Apotheke. Das Gebäude steht bis heute und auch die Andechser Apothekenliste mit 400 verschiedenen Stoffen existiert noch heute. Seit 2003 hat das Kloster Andechs einen Kräutergarten, gehegt und gepflegt von der Herrschinger Firma Steierl-Pharma – doch den gibt es nicht mehr.

Die Firma wiederum hat es sich zur Aufgabe gemacht, nicht nur Arzneimittel herzustellen und zu vertreiben, sondern auch ihr Wissen über die Pflanzen an Therapeuten, Apotheker und Patienten weiterzugeben. Alle zwei Jahre veranstaltet da Unternehmen einen Kongress mit Ärzten und Heilpraktikern auf dem Heiligen Berg. Nichts lag näher als eine Kooperation.

Ab Ende Juli sollen Schautafeln für die Besucher stehen

Zehn Jahre diente eine Fläche neben dem Klosterparkplatz als Kräutergarten. Seit zwei Jahren fressen die Ameisen alles nieder, und kein Kraut schien dagegen gewachsen. „Wir haben alles versucht“, sagt Eugen Eschenlohr. Er ist einer von zwei Geschäftsführern bei Steierl-Pharma und betreut den Kräutergarten seit den Anfängen. Ein zeitaufwändiges Hobby, das ihm Spaß macht. „Aber das mit den Ameisen wurde immer schlimmer.“ Also begann die Suche nach einem neuen Standort.

Gegenüber der Apotheke war ein Vorschlag, „aber da ist der Platz natürlich sehr beschränkt“, räumt Steffen Wegner ein, der andere Geschäftsführer. Geeinigt haben sich Kloster und Firma schließlich auf einen Standort am alten Maibaumplatz. Ein Garten entstand dort allerdings nicht, sondern eine Reihe aus zehn ameisensicheren Hochbeeten. Das hat gleich mehrere Vorteile für Betreuer und Besucher.

Die Hochbeete sind gerade erst befüllt und neu bepflanzt worden. Durch den vielen Regen hat sich die Erde gesetzt. Einige Pflanzen sehen so aus, als wäre es auch ihnen zu nass gewesen. „Wir brauchen noch etwas Zeit“, sagt Eschenlohr. Bis Ende Juli will er fertig sein, dann sollen Schautafeln den Besuchern erklären, was in den Beeten wächst.

Geplante Anpflanzung: 40 Kräuter aus der Andechser Apothekenliste 

Die Beete seien nach Indikationen aufgeteilt, erklärt der Pharmazeut. In einem Beet wachsen zum Beispiel lauter Kräuter, die für die Luftwege gut sind. Insgesamt sollen wie im alten Kräutergarten zirka 40 Kräuter aus der Andechser Apothekenliste angepflanzt werden. Wichtig ist dem Experten, dass die Besucher den Heilpflanzen mit Respekt begegnen: „Heilpflanzen sollen von Laien nur unter fachkundiger Anleitung durch einen Apotheker, Arzt oder Heilpraktiker angewendet werden.“ Er weiß, dass bei Missbrauch schnell etwas ins Auge gehen kann. Die Einnahme der Pflanzen oder von Pflanzenteilen ist deshalb untersagt. Derzeit schon, aber besonders, wenn Ende Juli die Hochbeete fertig bepflanzt sind.

„Wir müssen viel probieren“, sagt Eschenlohr, „wie reagieren die Pflanzen wenn es heiß ist, wie im Winter?“ Das ist tägliche Arbeit – erst wenn alles gut wächst, reiche es aus, zwei- bis dreimal die Woche zu kommen.

Sollten die Ameisen erneut angreifen, sind die Beete so konstruiert, dass sie mit dem Gabelstapler entfernt und ersetzt werden könnten. Eschenlohr hofft aber, dass die Ameisen die Beete am Berg in Ruhe lassen.

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