+
Vorstand, Geehrte und Gratulanten bei der Freiwilligen Feuerwehr Erling.

Freiwillige Feuerwehr Erling

Starke Zahlen, starkes Team

Die Freiwillige Feuerwehr Erling rückte zu 40 Einsätzen aus - und zog bei ihrer Jahresversammlung Bilanz.

Erling – Übung macht bekanntlich den Meister, aber nicht jedem Spaß. Entsprechend dürftig war die Beteiligung bei der Freiwilligen Feuerwehr Erling: 252 Freiwillige bildeten sich 531,5 Stunden in Atemschutz, Türöffnung oder Funk weiter. Von insgesamt 54 Mitgliedern hätten somit 10,1 Mann pro Übung teilgenommen, rechnete Kommandant Josef Pfänder den rund 60 Anwesenden am Samstag im Feuerwehrhaus vor – und hielt den Übungsfaulen in der Jahreshauptversammlung eine Standpauke.

„Wie bereits in den Jahren zuvor gibt es wieder einige Kameraden, die sehr häufig zur Übung kommen.“ Es gebe aber auch die anderen, die sich drückten. Allerdings müsse im Notfall jeder Handgriff sitzen und jedes Gerät im Schlaf bedient werden können. Und die Feuerwehrler seien im Ernstfall wie etwa beim Heraussteigen aus einem Schacht auf die Fertigkeit der Kameraden angewiesen. Soviel zu Pfänders Kritik. Ab dann gab es viel Lob für den Einsatz der Ehrenamtlichen, die ihre Freizeit in den Löschdienst investieren.

Ein Lob, das die Zahlen rechtfertigten: Zusammengerechnet 380 Kameraden leisteten in 40 Einsätzen insgesamt 419 Stunden. Wäre ein Kamerad jeden Einsatz mitgefahren, käme er auf 51,7 Stunden Feuerwehrdienst, verdeutlichte Pfänder. „Das entspricht 6,5 Arbeitstagen, also mehr als einer Arbeitswoche.“

Aber längst rücken die Kameraden nicht nur aus, wenn es brennt. Auch ihre Expertise bei Bebauungs- oder Brandschutzplänen ist gefragt. Außerdem sichern sie Veranstaltungen ab oder gestalten Dorffeste mit. Ein Engagement, das Pater Anno und Bürgermeisterin Anna Neppel in ihren Ansprachen gleichermaßen würdigten. Vorsitzender Georg Scheitz hob auch die Wichtigkeit der vielen Freiwilligen beim Christkindlmarkt hervor, die dafür sorgten, dass auch heuer wieder gut 10 000 Euro die Kasse füllten.

Ebenfalls nicht in die Stundenaufstellung eingerechnet ist ihr Einsatz beim Ausbau des Feuerwehrhauses. Das bekam 2018 nach und nach neues Equipment wie einen Einsatzbildschirm, auf dem die Einsatzdaten aufgelistet sind. Der Schulungsraum wurde isoliert und bekam einen Schallschutz, den Scheitz in Zukunft gerne auch in der Fahrzeughalle haben würde, in dem die Besucher an diesem Abend saßen.

Und Erlings Feuerwehrhaus verfügt seit vergangenem Jahr über eine Damentoilette. Was sich banal anhört, ist keine Selbstverständlichkeit, denn lange waren die Kameraden ausschließlich männlich. Das galt ganz besonders für 1874, als die Erlinger Wehr gegründet wurde und für die 70er Jahre, als das Feuerwehrhaus gebaut wurde. Mittlerweile rücken fünf uniformierte Frauen und bald sechs weibliche Jugendliche mit aus. Eine von ihnen könnte eines der beiden neuen Einsatzautos steuern, die der Gemeinderat bereits genehmigt hat. Die Jugend erfüllt Scheitz mit Stolz: „Wir haben tolle Leute, die aus der Jugend hervorgegangen sind.“

Gut sieht es auch finanziell aus: Die Erlinger schrieben schwarze Zahlen, wie der langjährige Kassier Karl Heinning ausführlich darlegte. Vielleicht könnte der eine oder andere Euro in die historische Feuerwehrspritze fließen, die Feuerwehrarchivar Walter Feigl den Kameraden für das Museum schmackhaft machte.

Zum Feuerwehrmann befördert und dafür geehrt wurden Mara Wandinger, Martina Strauß, Christina Schölderle, Felix Benedikter, Georg Scheitz jun., Xaver Frey, Antonia Frey und Seppi Albrecht. Eine Beförderung zum Oberfeuerwehrmann holte sich Peter Pfänder ab, die zum Hauptfeuerwehrmann Thomas Sailer und Maximilian Fendt stieg zum Löschmeister auf. Geehrt für zehn Jahre Mitgliedschaft wurden Christoph Stoll und Thomas Sailer, für 25 Jahre Ulrich Blasi und Stefan Dorn, für 50 Jahre Gerd Ledergerber, Hans Dorn und Gottfried Eisenschmid sowie für 60 Jahre Erwin Wolf und Herbert Stadler.

Michèle Kirner

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare