Andechs, Friedhof
+
Der Friedhof in Andechs.

Warten auf Ergebnisse weiterer Untersuchungen

Friedhofserweiterung auf Ex-Deponie?

  • Katja Brenner
    vonKatja Brenner
    schließen

Eine Fläche, deren Boden wegen Altlasten derzeit ausgetauscht wird, könnte anschließend in die weitere Planung einbezogen werden. Das beantragte die Andechser CSU in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Erling – Dass der Friedhof im Andechser Ortsteil Erling erweitert werden muss, steht schon lange fest. In das „Wo?“ kommt nun neue Bewegung. Auf Antrag der CSU beschloss der Gemeinderat am Dienstagabend, das Nachbargrundstück in die Überlegungen einzubeziehen. Dort befand sich einst die Müllgrube der Gemeinde – und das macht die Sache nicht ganz einfach.

Der Boden ist kontaminiert. Anfang 2018 wiesen Grundwasserproben einen erhöhten Schadstoffgehalt auf. Der Boden wird derzeit ausgetauscht. Das nahm die CSU zum Anlass für ihren Antrag, eine Erweiterung ortseinwärts auf genau jener Fläche zu überdenken. Mittels geeigneten Verfüllmaterials könne man „durchaus gute Verweilzeiten erzielen, und das Gelände ist mehr noch abgerückt vom Wassereinzugsgebiet“, hieß es. Außerdem würde sich der Übergang zum bisherigen Teil des Friedhofs besser in das Erscheinungsbild einpassen.

Gunst der Stunde nutzen

Die Erweiterung in Richtung Westen statt in Richtung Norden sei aus Sicht der CSU „die praktikabelste Lösung“, erläuterte Liegenschaftenreferent Florian Frey (CSU) den Vorstoß. Gemeinde-Geschäftsleiter Michael Kuch pflichtete ihm bei. „Nur jetzt geht es“, sagte er. Ansonsten sei der Boden schon wieder verfüllt. Ob die Fläche für einen Friedhof geeignet sei, müssten jedoch weitere Bohrungen zeigen. Zudem soll ein neuer Bebauungsplan auf den Weg gebracht werden.

Grüne haben Bedenken

Was ein neues Bebauungsplanverfahren die Gemeinde koste, wollte Christian Kaiser (SPD) von Kuch wissen. Das konnte der Geschäftsleiter nicht abschließend beantworten. Peter Schmaderer (Grüne) sah gleich mehrere Probleme. Neben dem Problem mit dem abfallenden Gelände, das wahrscheinlich nur schwer mit einem Rollstuhl befahrbar sei, sah er keine Möglichkeit, auf dem wiederverfüllten Bereich einen Friedwald einzurichten. Außerdem äußerte er Bedenken bezüglich des Grundwassers. Sein wichtigstes Argument war jedoch, dass aus der Bevölkerung bestimmt das Argument komme, dass man nicht auf einer Mülldeponie begraben werden wolle. „Das bekommen wir mit Sicherheit zu hören“, warnte Schmaderer.

Gemeinde sollte sich alle Türen offen halten

Martin Strobl (CSU) argumentierte, dass er den Antrag so verstanden habe, dass die Verfüllung so gestaltet werden solle, dass zumindest die Möglichkeit bestehe, dort den Friedhof zu erweitern. Liegenschaftenreferent Frey wiederholte Strobls Argument und ergänzte, dass es darum gehe, „dass wir uns alle Türen offen halten“. Zustimmung kam von Erasmus Höfler (Bürgergruppe): „Das sollten wir uns auf alle Fälle anschauen“, sagte er. Martin Strobl plädierte daher für einen Ortstermin mit allen Gemeinderäten.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, gegebenenfalls wieder ein Planungsbüro zu beauftragen. Es soll dasselbe sein, das auch die erste Planung gemacht hat. Gleichzeitig entschied das Gremium, dass die Verwaltung damit noch warten soll, bis die Ergebnisse der weiteren Untersuchungen feststünden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Auf zum neuen Kreisverkehr bei Gilching
Durch den Ausbau der Autobahn ist der gesamte Bereich gefühlt ohnehin schon lange eine einzige Baustelle, doch nun kommt noch eine hinzu: An der Anschlussstelle Gilching …
Auf zum neuen Kreisverkehr bei Gilching
Misteln und Hitze
Breitbrunns Ortszufahrt von Schlagenhofen aus war einmal begleitet von schönen alten Apfelbäumen. Nun sind sie abgestorben und bieten ein trauriges Bild.
Misteln und Hitze
SARS-CoV-2: Kein neuer Fall am Sonntag
Die Lage in der Corona-Pandemie im Landkreis Starnberg bleibt unsicher. Am Sonntag kam kein Fall dazu.
SARS-CoV-2: Kein neuer Fall am Sonntag
Abenteuerliche Hochseetaufe
Micki Liebl hat auf dem Weg zur Teilnahme an der Mini-Transat die erste Bewährungsprobe überstanden. In 45 Stunden selgelte er alleine von Barcelona nach Mallorca und …
Abenteuerliche Hochseetaufe

Kommentare