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Momentan ist vor allem der bereits genutzte Zipfel des geplanten Gewerbegebietes im Visier der Kritiekr, weil dieser Bereich ins Landschaftsschutzgebiet ragt.

Gewerbegebiet Frieding Nord

„Wir stecken seit zwölf Jahren fest“

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Das schleppende Verfahren für das Gewerbegebiet Frieding Nord zerrt nicht nur am Geduldsfaden der Kritiker, sondern auch an dem einiger Grundstückseigentümer.

Frieding – Selbst Georg Zerhoch hatte seinen „Super-GAU“ zum Thema Frieding Nord. Der Friedinger ist Grundsstückseigentümer dort. Der Antrag auf Betriebserweiterung seines landwirtschaftlichen Betriebes gleich neben dem Bolzplatz an der Drößlinger Straße hatte 2007 die Gewerbegebietsplanung ausgelöst, gegen die andere Friedinger wie Anton Jost seit zehn Jahren Sturm laufen (wir berichteten). Unterdessen ist der Umgriff auf den Bestand, den Bolzplatz und zwei „Baulücken“ zurückgefahren worden. Aber ein Zipfel im nordöstlichen Teil der Planung reicht ins Landschaftsschutzgebiet und wird auch schon genutzt, weshalb Beseitigungsanordnungen ausgesprochen wurden, über die das Verwaltungsgericht entscheiden muss. Die frühzeitige Bürgerbeteiligung zum Verfahren steht noch immer aus. Verzögerungen wurden zuerst von den Grundstückseigentümern und ihren Planern und dann von den Trägern öffentlicher Belange verursacht. Für Zerhoch, dessen Betrieb davon unberührt sei, werde es nach zwölf Jahren allmählich eng. „Es geht mittlerweile um unsere Existenz.“

Gemeinsam mit seinem Sohn Franz stellt Zerhoch Energiehackgut her und vertreibt es an große Heizwerke und kleinere Hausanlagen. Zur Holzlagerung hatte er 2007 den Bau einer Halle beantragt. Bis heute liegt es aber im Freien. „Das macht es nicht besser“, sagt Zerhoch, der in diesem Jahr seit 24 Jahren im Gemeinderat sitzt. Ein Mandat, das in Verbindung mit Frieding Nord für Spekulationen gesorgt hatte, die nicht gerechtfertigt seien, versichert er. „Wäre es doch nur zur ersten Auslegung gekommen“, wünscht sich Zerhoch heute. Denn der erste Entwurf umfasste allein seinen Betrieb. „Ich hätte auf die geforderte acht Meter hohe Schallschutzwand ein Pultdach draufsetzen können und hätte heute eine Lagerhalle.“ Statt der Auslegung erfolgte ein Ortstermin und die Entscheidung, eine Gesamtplanung ins Auge zu fassen. Die kleine vorhabenbezogene Planung wurde eingestellt, Frieding Nord nahm seinen Anfang.

Was daraufhin entstand, sei eine „riesengroße“ Planung gewesen mit 15 Hallen, die noch gar nicht beantragt worden waren. Für Zerhoch sei dies der „Super-GAU“ gewesen. Für die Bürgerinitiative, die sich damals gegründet hatte, zeigt er Verständnis. Auch aufgrund des Protestes wurde die Planung 2016 eingestampft. 80 000 Euro habe dies die Gemeinde bis dahin gekostet, weiß Zerhoch. Seitdem wird an dem verkleinerte Variante, wieder vorhabenbezogen, gefeilt. Die Kosten tragen die Grundstückseigentümer. Mit 20 000 Euro ist aber auch die Gemeinde Andechs dabei, weil ihr der Bolzplatz gehört, der zum Planungsumgriff gehört. Erfasst sind darin die vier Bestandsbetriebe und zudem zwei noch unbebaute Grundstücke, eines gleich neben dem Zerhoch-Anwesen, und das kleine Dreiecksgrundstück gleich rechts an der Drößlinger Straße wenn man aus Frieding rausfährt.

Am 18. Februar stehe die Abwägung von 32 Stellungnahmen auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Zerhoch – befangen – nimmt wie immer daran nicht teil, wird aber aufmerksam zuhören, denn „wenn’s nicht genehmigt wird, sind wir weg vom Fenster“. Zerhoch vergleicht seine Betriebserweiterung-Absichten mit dem Bau des neuen Berliner Flughafens. Auch damit wurde schon 2007 begonnen. Zerhoch hofft auf ein besseres Ende.  

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