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Ortsentwicklung

Diskussion um Erschließungskosten: Bauwerber riskieren Baurecht

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Eine Bebauung des östlichen Finkenweges in Frieding droht zu platzen. Grund sind Diskussionen um die Erschließungskosten.

Frieding– Erschließungskosten sind ein heikles Thema, das Grundstückseigentümer immer zusätzlich belastet. Weil sie glauben, dass östlich des Finkenweges in Frieding sicher irgendwann gebaut wird, weigern sich nun zwei Grundstückseigentümer einer noch unbebauten Fläche westlich der Straße, die Ausbaukosten in voller Höhe zu tragen. Bleiben sie dabei, droht die gesamte Fläche mit aktuell fünf bebaubaren Grundstücken wieder in landwirtschaftliche Fläche umgewandelt zu werden. Die Gemeinderäte im Andechser Bauausschuss wollen auch nicht mehr mit sich handeln lassen.

Im Flächennutzungsplan sind die vier Grundstücke östlich der Hartstraße als Wohnbauflächen ausgewiesen. Seit Anfang 2015 führt die Gemeinde mit den Eigentümern bereits Gespräche über die Art und Weise der Bebauung der 5000 Quadratmeter großen Fläche. Drei der fünf Grundstückseigentümer sind mit der zugelassenen Bebauung einverstanden. Jedoch äußerten die beiden Eigentümer des vierten Grundstücks erhebliche Bedenken wegen der verkehrlichen Erschließung des Finkenwegs. Zurzeit gibt es lediglich einen Feld- und Waldweg, der erst als Straße hergestellt werden müsse. Weil die beiden Grundstückseigentümer aber vermuten, dass auch östlich des Finkenwegs irgendwann gebaut werde, sind sie nicht bereit, die Erschließung nur durch vier zu teilen.

„Eine Bebauung ist aber nur für alle vier Grundstücke oder keines möglich“, sagte Bauamtsleiter Michael Kuch. Er und Bürgermeisterin Anna Neppel schlugen dem Bauausschuss deshalb vor, einen letzten rechtlichen Schritt zu unternehmen. Rechtsanwalt Jürgen Dreyer soll den Parteien einen ausgearbeiteten Kostenübernahmevertrag zuschicken, in dem Planungs- und Erschließungskosten genau aufgelistet sind. Wenn der Kostenübernahmevertrag nicht binnen 14 Tage unterschrieben vorliegt, würde die Fläche wieder als landwirtschaftliche Flächen ausgewiesen und somit nicht bebaubar sein. Die Anwaltskosten trägt die Gemeinde.

„Wenn seit 2015 keine Einigung gefunden wurde, sollten wir nicht noch eine Runde mit dem Rechtsanwalt gehen und diese Kosten tragen“, meine Christine Hirschberger (Bürgergruppe). In diesem Sinne bekommen die Grundstückseigentümer nach einstimmigem Beschluss nun 21 Tage Zeit, dem Erschließungsvorhaben zuzustimmen. Die Aufforderung erfolgt auf dem normalen Postweg ohne Anwalt.

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