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4200 Quadratmeter groß ist die Wiese, die die Gemeinde Andechs bebauen möchte. Hinte n ist das Haus Erling zu sehen. Entstehen sollen bezahlbare Wohnungen sowie eine Tagespflege.

Gemeinderat

Sozialer Wohnungsbau, ja – aber wie?

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Die Gemeinde Andechs plant auf der freien Wiese hinter Haus Erling sozialen Wohnungsbau und eine Tagespflege. Sie hat die Wahl zwischen zwei Anbietern – und die haben ganz verschiedene Ansätze.

Andechs – Die Gemeinde Andechs kann den Wohnungsmangel gar nicht außer Acht lassen. „Es kommen fast täglich Leute vorbei und fragen nach einer Wohnung“, berichtete Bürgermeisterin Anna Neppel. In der Gemeinderatssitzung am Dienstag stellten sich zwei Anbieter vor, die helfen können. Für die 4200 Quadratmeter große Wiese hinter dem Haus Erling hat die Gemeinde die Wahl zwischen dem Verband Wohnen und der Genossenschaft Maro. Das Ziel: sozialer Wohnungsbau und eine Tagespflege. Die Zufahrt dafür sehen beide Anbieter nach ersten Planungen über die Straße Am Schmiedanger.

Ansonsten unterscheiden sie sich grundsätzlich. Der Verband Wohnen plant 24 barrierefreie Wohnungen. Die Genossenschaft Maro sieht ein Mehrgenerationen-Wohnen vor. Die Idee stellte Gründer Martin Okrslar vor: „Die Leute ziehen mit dem Ziel ein, eine Gemeinschaft zu bilden.“ Maro stelle sicher, dass sich die Mieter vor dem Einzug kennenlernen. Später sollen sie sich gegenseitig helfen. Auch gebe es gemeinsame Flächen, etwa eine Radlwerkstatt. „Wie ein Dorf im Dorf.“

Gemeinderat: Wichtig sind die Einheimischen

Wer einziehen möchte, muss zunächst Genossenschaftsanteile erwerben. Bei einer 50-Quadratmeter-Wohnung wären das 20 000 Euro, rechnete Okrslar vor. Das Geld erhält der Mieter beim Auszug zurück. Um die Anteile zu finanzieren, gebe es Förderprogramme.

Mieter erhielten ein Wohnrecht auf Lebenszeit und dauerhaft bezahlbare Mieten. Bei einem Projekt in Weilheim lägen sie zwischen 4,60 und 10 Euro pro Quadratmeter. „Wir kalkulieren mit einer schwarzen Null.“ Zwei Drittel sei sozialer Wohnungsbau, ein Drittel frei finanziert. Übernehmen würde die Genossenschaft die Fläche in Erbpacht oder per Kauf.

In die neuen Wohnungen sollen vor allem Einheimische einziehen können, hieß es im Gemeinderat. Rechtlich gelte die Genossenschaft als privater Anbieter und könne daher den Mieter auswählen, sagt Okrslar. „Unser erstes Kriterium ist, dass Bürger vor Ort Vorrang vor anderen Mitgliedern haben.“

Verband oder Genossenschaft? Entscheidung im April

Auch der Verband Wohnen sicherte Zusammenarbeit zu. Geschäftsführer Michael Vossen sagte: „Sobald die Gemeinde uns eine Kindergärtnerin vorschlägt, nehmen wir sie.“ Auf etwa 1900 Quadratmeter würde man bauen, erklärte Wolfgang Robl. Der Technische Leiter sprach von einem dreigeschossigen Bau, der nach hinten abgestuft werden könne. „Das würde sich städtebaulich besser einfügen.“ Man müsse sich früh mit der Gemeinde absprechen, vor allem was die Anzahl der Geschosse, die Fläche und die Stellplätze angeht. Damit Mieter auch bis ins hohe Alter dort wohnen können, ist ein Aufzug eingeplant. Der Verband würde die Fläche in Erbbaurecht übernehmen.

Auf Sympathien unter den Gemeinderäten stieß die Idee, die Tiefgarage des Hauses Erling zu nutzen. Eventuell könnte sie mit einer Tiefgarage unter den neuen Wohnungen verbunden werden. „Dort läuft aber eine Wasserleitung zum Kloster“, warnte CSU-Gemeinderat Georg Scheitz.

Bei der Tagespflege würden sowohl der Verband als auch die Genossenschaft mit einem Betreiber zusammenarbeiten. 15 Plätze brauche es für die Wirtschaftlichkeit, sagte Maro-Gründer Okrslar. Dann könnten 30 Besucher das Angebot über den Tag nutzen. Die Belastung für Anwohner durch An- und Abfahrten des Fahrdienstes sollten sich in Grenzen halten, hieß es. Welcher Anbieter den Zuschlag erhält, wollen die Gemeinderäte in der Sitzung am 24. April entscheiden.

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