1. Startseite
  2. Lokales
  3. Starnberg
  4. Andechs

„Gott segne das Handwerk“

Erstellt:

Kommentare

Freisprechungsfeier in Andechs
Gratulation an Schreiner und Fachverkäufer von Rupert Pfisterer (l.) und Ludwig Gansneder (r.). Bestanden haben: Mats Antonius Anberger (Schreinerei Wolfgang Leutenbauer), Maximilian Blumenstock (Schreinerei Cornelius Dreyer), Marius Danzl (Schreinerei Seidl & Beyer), Nico Edlmann (Schreinerei Elmar Schnell), Quirin Friedinger (Schreinerei Pfisterer), Justin Fröller (Schreinerei Thomas Will), Sophia Grimm (Anton Richter Schreinerei), Simon Leutenstorfer (Schreinerei Jursch), Serafina Lohner (Schreinerei Hauf), Moritz Ottofülling (Schreinerei Wolfgang Leutenbauer), Lukas Schmidbauer (Schreinerei FREYraum), Amin Taghipour (Schreinerei Jursch), Philipp Weidinger (Schreinerei Mieth), Felix Wolff (Werkstatt Schreinerei Abenschein), Bäckereifachverkäufer Jann Cody Mikulla (Lidl) und Metzgereifachverkäuferin Vezire Krasniqi (Vinzenz Murr). © Dagmar Rutt

Der Landkreis Starnberg hat 25 frischgebackene Gesellen – und wieder ist kein Bäcker dabei. 14 Schreinergesellen, neun Zimmerer und je ein Lebensmittelfachverkäufer im Bäckerei- und Metzgereihandwerk führen die Handwerkstradition im Landkreis fort. Am Donnerstagabend fand die Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft im Klostergasthof in Andechs statt.

Andechs/Landkreis – „Die Freisprechungsfeier ist für mich der schönste Termin im Kalender“, sagte Kreishandwerksmeister Ludwig Gansneder. „Sie markiert das Ende der Ausbildung und ist die Gelegenheit, der Öffentlichkeit den Nachwuchs vorzustellen.“ Gansneder selbst hat eine eigene Zimmerei in Pöcking. Seinen Meister machte er vor 27 Jahren. Derzeit bildet er acht Zimmerer aus. „Handwerksbetriebe sind solide, ehrliche und attraktive Arbeitgeber“, sagte Landrat Stefan Frey. „Da ist Zukunftsmusik drin. Wir brauchen vieles im Landkreis Starnberg, aber Sie, liebe Absolventen, brauchen wir ganz besonders.“

Im Sommer hatte jeder Geselle sowohl eine theoretische als auch praktische Prüfung erfolgreich abgelegt. Innerhalb von zwei Wochen fertigten sie ihr Gesellenstück. „Mein Gesellenstück ist ein Sideboard“, erzählte Schreinerin Sophia Grimm (21) stolz. „Es hat Schubladen und Türen.“ Dafür und für ihr theoretisches Wissen vergab die Prüfungskommission mehr als 90 Punkte von 100 und kürte sie damit zur Innungssiegerin. Gelernt hat sie das Handwerk in der Anton Richter Schreinerei in Krailling, eine von 32 Innungsschreinereien im Landkreis. Die junge Gesellin zieht es nun nach Neuseeland, wo sie als Schreinerin arbeiten will.

Freisprechungsfeier in Andechs
Kreishandwerksmeister Ludwig Gansneder (r.) mit Zimmerern: Bestanden haben Josef Albrecht (Firma Josef Bernlochner), Armin Bandowski (Andreas Drexl), Lukas Frey (Christoph Preininger), Quirin Goller (Holztechnik Volk), Maximilian Heinzler (Maiwald), Michael Schauer (Anton Gansneder), Florian Seif (Martin Koder), Severin Sonntag (Scharl) und Sebastian Steinbeck (Leopold Göring). © Dagmar Rutt

Den Schreinerwettbewerb „Gute Form“, für den Kriterien wie Design und Gestaltung der Gesellenstücke relevant sind, gewann Simon Leutenstorfer (20) mit 90 Punkten. Seine Ausbildung absolvierte er in der Schreinerei Jursch in Wörthsee. „Es ist das schönste Gefühl, wenn man im Nachhinein sieht, was man gebaut hat“, findet er. Auch der 20-jährige Maximilian Heinzler hat als einer der Besten seine Ausbildung abgeschlossen – in dem Fall bei der Zimmerei Maiwald in Wörthsee. Im Landkreis gehören 17 Betriebe der Zimmerer- und Holzbauinnung an. Heinzler darf sich nun Zimmerergeselle, aber auch Innungssieger 2020 nennen. Sein Gesellenstück ist ein Dachstuhl.

Nach der Ehrung der Besten vergaben die Obermeister der vier Handwerksinnungen die Gesellenbriefe an alle Absolventen. Rupert Pfisterer gratulierte den zwölf Schreinergesellen und zwei Gesellinnen, Wilhelm Boneberger übergab dem Bäckereifachverkäufer das Zeugnis, Leopold Göring ehrte die neun Zimmerergesellen und Oliver Lutz die Lebensmittelfachverkäuferin im Metzgereihandwerk.

In seiner Metzgerei bildet Lutz derzeit drei Lehrlinge aus. „Davon werden nächstes Jahr zwei fertig“, sagte er. Das ist dann zumindest einer mehr als in diesem Jahr. „Metzger und Bäcker sind nicht sehr gesegnet mit belegten Ausbildungsplätzen“, sagte Boneberger. „Aber wir kämpfen weiter.“ Er selbst bildet derzeit zwei Konditoren, einen Bäcker und zwei Verkäuferinnen aus. Diesen Kampfgeist lobte der Präsident der Handwerkskammer, Franz Xaver Peteranderl: „Danke an alle Ausbildungsbetriebe, denn nur noch 20 Prozent unserer Betriebe bilden überhaupt aus.“ Gleichzeitig gratulierte er den Absolventen und spornte sie zur Weiterbildung an.

Noch einmal wurde es feierlich, als Gansneder erneut die Bühne betrat, alle bat, sich zu erheben, und sagte: „Gott segne das Handwerk.“ Vanessa Lange

Auch interessant

Kommentare