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Bebauung satt: Auf der sogenannten Stadlerwiese sollen Doppel- und Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 54 Wohneinheiten entstehen.

Riesenprojekt „auf der Matte“

Das größte Wohnbauprojekt in der Geschichte der Gemeinde Andechs

Erling - Die Gemeinde Andechs steht vor dem größten Wohnbauprojekt ihrer Geschichte. Auf der sogenannten Stadlerwiese in Erling sollen auf einen Schlag Mehrfamilien- und Doppelhäuser mit insgesamt 54 Wohneinheiten realisiert werden. Investiert werden bis zu 18 Millionen Euro.

„Es tut sich was“, sagt Bauamtschef Sigfried Wirkner mit Blick auf die vielen geplanten Bauvorhaben in der Gemeinde. Vor allem in Erling wartet auf die Firmen in den kommenden Jahren jede Menge Arbeit: Bekanntlich verkauft die Gemeinde am Steinrinnenweg 5000 Quadratmeter Grund, auf dem Privatleute oder ein Investor Häuser und Wohnungen errichten werden. Einen Steinwurf weiter sind auf der „Blasiwiese“ zwei Doppel- und sechs Einfamilienhäuser geplant. Der größte Brocken steht möglicherweise nun aber schon bald im Westen Erlings an: auf der Stadlerwiese an der Herrschinger Straße.

Nach Auskunft von Bauamtschef Wirkner liegt die mehr als ein Hektar große Fläche seit Jahren brach. Wegen ihrer Größe werde sie als „Außenbereich im Innenbereich“ angesehen. Die Eigentümer hatten lange kein Interesse an einer Bebauung, deren Kinder hätten sich jetzt der Sache angenommen.

Nach Einschätzung ihres Architekten Heiko Klee wird die Familie 50 Prozent der Häuser und Wohnungen verkaufen, den Rest behalten und vermieten. Das aus gutem Grund, denn die Investition ist beachtlich: mit 17 bis 18 Millionen Euro rechnet der Experte. Soviel ist in Andechs niemals zuvor in ein Wohnbauprojekt investiert worden.

Der Architekt aus Alling rannte mit seiner „Anfrage zur Überplanung“ des Grundstücks am Dienstag im Bauausschuss offene Türen ein. Die Gemeinderäte betrachteten den Gesamtplan mit Wohlwollen: Acht Mehrfamilienhäuser mit 48 Wohneinheiten sollen entstehen, dazu kommen drei Doppelhäuser samt Garage und Carport. Die Hälfte der 100 vorgeschriebenen Stellplätze soll in Tiefgaragen verschwinden. Für den Nachwuchs sind fünf Spielplätze geplant, und auch auf die ältere Generation wird besondere Rücksicht genommen. Die gesamte Wohnanlage wird laut Architekt Klee barrierefrei sein. Erschlossen wird sie durch eine Stichstraße samt großzügigem Wendehammer, der auch als eine Art „Dorfplatz“ genutzt werden kann, auf dem zum Beispiel Flohmärkte veranstaltet werden.

Der Gemeinde kommt das alles sehr gelegen: „Die Innenraumverdichtung war unser aller Ziel“, erklärte etwa Gemeinderat Georg Scheitz jun. (CSU) und lobte das „gelungene Projekt“. Und Johann Albrecht (Bürgergruppe) erinnerte daran, dass das Grundstück ohnehin „schon lange auf der Matte“ gelegen habe. Demnächst will sich nun der gesamte Gemeinderat mit dem Architekten zu einem Ortstermin treffen, um alles Weitere zu besprechen.

Architekt Klee freute sich gestern schon mal, dass das Konzept im Bauausschuss „so super aufgenommen wurde“. Mit einem Baubeginn rechnet er dennoch frühestens in zwei Jahren. Denn bevor es ins Verfahren geht, gibt es noch etliches zu klären. Bekanntlich stellt die Gemeinde in diesem Jahr ihren Flächennutzungsplan komplett neu auf, im alten Plan gilt das Gebiet rund um die Stadlerwiese noch als Mischgebiet.   jve

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