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Hoffnung auf einen Radweg: Schon vor drei Jahren demonstrierten Radfahrer für einen Weg zwischen Herrsching und Breitbrunn. Als Teil des Alltagsradroutennetzes kommt nun Bewegung in die Sache. 

Radverkehr

Alltagsradroutennetz: Kleine Schritte, gute Aussichten

Beim Alltragsradroutennetz ist am Ammersee bereits eine Reihe von Sofortmaßnahmen umgesetzt. Kreis-Verkehrsmanagerin Susanne Münster hat nun einen Zwischenbericht vorgelegt.

Herrsching/Inning/Andechs – Bei der Umsetzung des Alltagsradroutenetzes macht der Landkreis auch in den Ammersee-Anrainergemeinden Fortschritte. Von sechs Maßnahmen in Herrsching, Inning und Andechs sind zwei umgesetzt, zwei in Arbeit, eine in Planung und eine wurde gestrichen. Es gibt aber noch weitere Projekte, wie eine Übersicht von Kreis-Verkehrsmanagerin Susanne Münster zeigt.

Der Landkreis hat in seinem Konzept insgesamt 240 Maßnahmen aufgelistet, die Radfahrern im Alltag – bei Besorgungen oder auf dem Weg zu Schule und Arbeitsstelle – das Leben erleichtern sollen. Radfahren soll so attraktiver werden, schließlich strebt der Landkreis langfristig einen höheren Anteil der Radler am Gesamtverkehr an. In einem ersten Schritt wurden kleinere und einfache Maßnahmen in Zusammenarbeit mit den Gemeinden umgesetzt. Der Stand des Zwischenberichts, den Münster vor kurzem dem Kreisverkehrsausschuss vorlegte, ist Oktober vorigen Jahres – über den Winter jedoch ist nicht viel passiert.

Herrsching

In Herrsching standen auf der Liste der Sofortmaßnahmen zwei Punkte. Eine recht einfache Maßnahme, die aber für Sicherheit sorgt, ist erledigt: An der Alten Rieder Straße Höhe Hechendorfer Straße blockiert ein Pfosten den Radweg für Autos – allerdings war der nicht angekündigt und auch nicht wirklich gut erkennbar. Diese Gefahrenstelle ist beseitigt. In der Umsetzung ist Münsters Bericht zufolge eine Oberflächenerneuerung Am Königsberg in Breitbrunn. Dort wird der unebene Belag geglättet; Radfahrer werden es danken.

Diese beiden Maßnahmen sind aber längst nicht alles, was das Konzept das fast 400 Seiten starke Konzept für Herrsching vorsieht. Vieles jedoch ist nicht so einfach umzusetzen. Etwa die Verbesserung der Radwegsituation an der Einmündung der Straße aus Wartaweil in die Mühlfelder Straße. Dieses Problem wird in den kommenden Monaten durch den Neubau eines Kreisverkehrs vor dem geplanten Gymnasiumsstandort beseitigt. Die Radwegführung dort bezahlt weitgehend der Freistaat.

Eines der gravierendsten Probleme ist die Radweg-Lücke zwischen Herrsching und Breitbrunn; das zeigten diverse Raddemos der vergangenen Jahre. Noch heuer sollen dort jedoch Vermessungsarbeiten beginnen, heißt es in Münsters Zwischenbericht. Ein Anrainer habe Bereitschaft zum Verkauf der nötigen Flächen signalisiert. Die Umsetzung obliegt dem Staatlichen Bauamt Weilheim, das derzeit mit Großprojekten wie dem B 2-Tunnel in Starnberg allerdings stark belastet ist. Das ist auch ein Grund für nicht umgesetzte kleine Maßnahmen – etwa eine Markierung einer Furt für Radler an der Staatsstraße 2068 in Wartaweil. Aufgeschoben heißt aber nicht aufgehoben.

Auf der Liste für die nächsten Jahre stehen auch ein Schutzstreifen für die Rieder Straße oder eine Querungshilfe für diese nahe der Ladestraße.

Andechs

Drei Punkte aus den Sofortmaßnahmen stehen in Andechs an, zwei sind in der Umsetzung. Dabei geht es um die Beseitigung von Oberflächenmängeln auf Nebenwegen. Im Falle Styrerweg hat die Gemeinde den Vorschlag der Routenplaner jedoch abgelehnt. Für Susanne Münster kein Grund, diesen Posten aus dem Konzept zu streichen. Ein größeres Risiko ist hingegen beseitigt: Durch den Ausbau der Ortsdurchfahrt und den Neubau der Einmündung der Kreisstraße aus Rothenfeld in die Machtlfinger Straße ist eine Querungsmöglichkeit entstanden.

In Rothenfeld hingegen ist der Landkreis gefordert – es ist eine Kreisstraße. In Prüfung befinden sich Münster zufolge eine Querungsmöglichkeit über die Straße aus Richtung Machtlfing – sie kappt an der Einmündung den Radweg, was die Planer als „besondere Gefahrenstelle“ einstufen. Dort soll deutlicher gemacht werden, dass Radfahrer kreuzen. Das gilt auch für die Radweg-Furt an der Straße ins Gewerbegebiet Rothenfeld. Beides werde vom Staatlichen Bauamt überprüft, das für den Landkreis die Kreisstraßen in baulicher Hinsicht bearbeitet.

Auf Gebiet der Gemeinde gibt es noch weitere Projekte. So strebt der Kreis einen Lückenschluss zwischen dem Ortsausgang von Erling in Richtung Fischen bis zur Landkreisgrenze an. Der Nachbarkreis Weilheim-Schongau arbeite an einem Radwegkonzept und werde diesen Punkt aufnehmen. Beide Kreise müssten dann an ihren Straßen Radwege bauen – auf Starnberger Gebiet liegt die Kostenschätzung bei rund 680 000 Euro. Einen Umsetzungszeitpunkt gibt es nicht. Netzlücken gibt es noch mehrere auf Andechser Gebiet, etwa an der Straße nach Herrsching. Im Zusammenhang mit dem Kreiselbau für das Gymnasium in Herrsching gebe es Überlegungen, sagte Münster, den Radweg bis Andechs zu verlängern. Termine gibt es dafür aber auch noch nicht.

Inning

Unter den Sofortmaßnahmen taucht Inning mit einem Projekt auf – einer besseren Beschilderung an der Etterschlager Straße. Das ist erledigt. Alle weiteren Punkte des Alltagsradroutenkonzeptes auf Inninger Gebiet sind längst nicht so einfach umsetzbar. Für eine Radfahrerfurt an der B 471 Höhe Arzla laufen Gespräche.

Die Lücken sind noch komplizierter: Das Konzept weist für Inning mehrere auf, etwa zwischen Buch und Inning oder entlang der Herrschinger Straße. Zumindest für den Lückenschluss zwischen Buch und Breitbrunn besteht Münster zufolge die Aussicht, den Weg gemeinsam mit jenem zwischen Breitbrunn und Herrsching zu bauen.

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