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Warum der Fuchs die zwei Kinder in ihrem Zelt in Frieding angegriffen hat, ist bisher unklar. (Symbolbild)

In einem Garten in Frieding

Fuchs greift zeltende Kinder an - Ursache weiter unklar

Ein aggressiver Fuchs hat in der Nacht auf Samstag zwei im Garten der Eltern zeltende Kinder angegriffen. Ein Mädchen musste ins Krankenhaus gebracht werden. 

Update vom 27. August 2019: 

Nachdem ein Fuchs am Wochenende in einem Privatgarten in Frieding ein Kind gebissen hat, richtet sich die Aufmerksamkeit der Jäger natürlich neben Wildschwein und Dachs auch auf den Fuchs. Es sei eine schwierige Geschichte, findet Dr. Christian Schneider, dessen Jagdrevier der Vorfall am Wochenende betrifft. „Wenn man es nicht ernst nimmt, regen sich die Leute auf. Und wenn man es zu ernst nimmt, wird man ausgelacht“, sagt der Jagdpächter. Er ist Veterinärmediziner, seinen Jagdschein hat der 55-jährige Herrschinger seit dem 16. Lebensjahr. Vor diesem Hintergrund wägt er freilich genau ab.

Studien belegten, dass Füchse in Dörfern drei- bis viermal und in Städten sogar fünf- bis sechsmal häufiger auftreten als im Wald. „Da finden sie mehr Fressen. Und wenn die Leute nicht aufhören, Katzen und Igel draußen zu füttern, bleibt das so.“ Warum ein Fuchs aber genau wie schon am Tegernsee an ein Zelt springt, „das weiß kein Mensch“, so Schneider. Tollwut könne es nicht sein, die gebe es seit 30 Jahren nicht mehr.

Jagdpächter Dr. Christian Schneider sucht nach Erklärungen

Eine Erklärung wäre möglicherweise Räude gewesen. Eine Milbenerkrankung. Die Milben setzen sich unter der Haut fest. Verursacht wird die Erkrankung dann durch Bakterien, die wiederum Toxine produzieren, welche zu Verhaltensstörungen führen könnten, erklärt der Tierarzt. Räudige Tiere seien leicht zu erkennen, weil ihnen das Fell ausfällt. „Der junge Fuchs in Frieding war aber gesund“, weiß Schneider. Der Vater des Mädchens habe ein Foto von dem Tier gemacht und es dem Jagdpächter geschickt. „Es ist gut zu erkennen, dass dieser Fuchs keine Räude hat.“

Schneider war am Morgen nach dem Vorfall vom Großvater des Mädchens angerufen und informiert worden. Nachdem der Fuchs zu der Zeit nicht mehr in der Nähe war, fuhr er nicht gleich nach Frieding, um nach ihm zu suchen. Der Jagdpächter benachrichtigte vielmehr seine Mitjäger, denn Schneider vermutet Füchse im derzeit hoch stehenden Mais. „Da ist es kühl, da haben sie ihre Ruhe.“ Es sei ein Irrglaube, dass Füchse ihre Tage im Bau verbringen. Von einer fahrbaren Kanzel aus, die Schneider an Feldern aufgestellt hat, würden er und seine Jägerkollegen deshalb nun nicht nur Wildschweine und Dachse, sondern auch Füchse bejagen.

Es ist nicht der erste außerordentliche Problemfall, mit dem Schneider in seinem Revier zu tun hat. Im Mai hatte ein Wilderer in seinem Revier ein trächtiges Reh getötet. „Irgendwie trifft es immer wieder mich“, stellt Schneider hilflos fest.

Erstmeldung vom 25. August 2019: 

Frieding - Ein Fuchs hat zwei achtjährige Mädchen in einem Garten in Frieding angegriffen. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Polizei am Samstag gegen 1 Uhr.

„Die beiden Mädchen aus Frieding übernachten im Zelt im Garten ihrer Eltern, als plötzlich ein Fuchs auf das Zelt sprang und dieses in der Folge zum Einsturz brachte“, heißt es im Polizeibericht vom Sonntag. Die Kinder versuchten, durch Schläge auf die Zeltinnenwand den Fuchs abzuwehren. Hierbei wurde ein Kind in die Hand gebissen und leicht verletzt.

Der Fuchs war laut Polizei „extrem aggressiv“ und ließ sich erst nach etwa 15 Minuten mit Hilfe der Eltern vom Grundstück vertreiben. Der Fuchs flüchtete dann in einen naheliegenden Wald. Der Vater brachte das Mädchen danach ins Starnberger Krankenhaus. 

Die Polizei hat den zuständigen Jagdpächter informiert, der sich des Fuchsproblems annehmen wird. Die Polizei rät dringend dazu, sich von Wildtieren fernzuhalten.

Erst vor wenigen Tagen hatte ein Fuchs in Kreuth einen Buben in einem Zelt angegriffen. 

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