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Inspiration an einem „wunderbaren Flecken Erde“

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Von: Andrea Gräpel

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Drei Tage modelliert Gabriele Köbler (r.) an ihrer Figur aus Ton, die später in Beton gegossen wird. Markéta Váradiová und Tim Weigelt arbeiten dagegen mit Holz.
Drei Tage modelliert Gabriele Köbler (r.) an ihrer Figur aus Ton, die später in Beton gegossen wird. Markéta Váradiová und Tim Weigelt arbeiten dagegen mit Holz. © Andrea Jaksch

Startschuss für das 20. Symposium Kunst und Bier am Heiligen Berg in Andechs.

Andechs – Gabriele Köbler aus Haßloch nimmt zum ersten Mal an einem Kunstsymposium teil. Auch deshalb, weil ihr bei der Ausschreibung der wohlbekannte Name Andechs ins Auge fiel, schließlich kennt sie als Bürgerin des Starnberger Partnerlandkreises das Andechser Bierfest in Haßloch sehr gut. Deshalb tauschte sie nun ihr ruhiges Atelier für eine Woche mit der belebten Skulpturenwiese am Heiligen Berg, um am 20. Symposium Kunst und Bier teilzunehmen.

Hubert Huber aus Fürstenzell hatte das Symposium vor 20 Jahren mit aus dem Boden gestampft. Bis heute leitet er es, kommt gerne nach Andechs und freut sich immer wieder neu. „Andechs inspiriert“, sagt er. Er sei selbst seit 40 Jahren als Künstler unterwegs. Und auch nach 20 Jahren findet er „diesen wunderbaren Flecken Erde“ einzigartig schön.

Außer Gabriele Köbler wurden in diesem Jahr Markéta Váradiová aus Tschechien und Tim Weigelt aus Jena aus 38 Bewerbungen ausgewählt. Anders als bei Köbler, die Büsten in Beton gießt, arbeiten die beiden anderen Bildhauer-Kollegen mit Kettensäge und Bohrer an Holzstämmen. Beide sind symposiumserfahren und lieben den Austausch mit den vielen Besuchern, die auf dem Weg den Berg hinauf neugierig stehenbleiben. Weigelt (45) schwärmt, das „alles angerichtet“ war, als er kam. Das Holz lag bereit, das Zelt stand, er musste nur noch anfangen mit der Arbeit an seinem „Zapfhahn“, an dem er das Wortspiel bis zum Ende des Symposiums am kommenden Mittwoch zur Geltung bringen möchte.

Markéta Váradiová ist mit Bierschaum am Werk, das tatsächlich schon mit den ersten Bohrlöchern im Stamm aufzuschäumen scheint. Die 48-Jährige ist nicht nur darstellende Künstlerin, sie unterrichtet auch an der Uni. „Ich könnte sonst nicht davon leben“, gesteht sie. Zwei bis drei Symposien besucht sie normalerweise im Jahr, nach Corona waren es heuer schon sechs. „Das ist schon extrem“, sagt sie selbst und fühle sich ein bisschen wie ein Affe im Zoo. „Aber das gehört zum Spiel.“ An diesem „wundervollen Platz“ sowieso.

„Man muss das mögen“, so ein Symposium, sagt Weigelt. Als Haßlocherin hatte Gabriele Köbler der Veranstaltungsort „abenteuerlustig“ werden lassen. Aber die 59-Jährige weiß schon am ersten Tag, dass dieses erste wohl auch ihr letztes Symposium war. Die Ruhe in ihrem Atelier ist ihr lieber. „Mein Material eignet sich auch nicht unbedingt. Aber das zieh ich jetzt durch.“ Mit ihren Arbeiten, den Figuren aus Beton, hat sie sich ohnehin schon einen Namen gemacht und ist eine gefragte Künstlerin. Es sind Büsten in Beton gegossen, aus Ton modelliert, den sie immer wieder verwendet. Mal ist es Frida Kahlo, mal ein Ganzkörperguss, wie bei einer sitzenden Schwimmerin, die sie schuf. Meist sind es Büsten – wie die „Bierkönigin“, die nun auf der Skulpturenwiese in Andechs entsteht.

Besucher können den Künstlern noch bis Mittwoch, 24. August, bei der Arbeit über die Schulter schauen, täglich von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr. Die Kunstwerke werden, wie alle andere Skulpturen auch, nach ihrer Fertigstellung für mindestens zwei Jahre der Ausstellung auf der Wiese und im Gemeindegebiet zur Verfügung gestellt.  

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