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Die Container können keine Dauerlösung sein. Simone Dörfer wünscht den Ausbau der Werkstätten. 

IWL-Werkstätten für Behinderte

IWL platzt aus allen Nähten

Die IWL-Werkstätten in Machtlfing platzen aus allen Nähten. Auch Container lösen das Problem nicht wirklich.

Machtlfing – Die IWL-Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Machtlfing platzen aus allen Nähten. Momentan können jedoch nicht mehr als Instandhaltungsmaßnahmen und Schönheitsreparaturen gemacht werden – der zusätzliche Platzbedarf muss mit Containern abgedeckt werden.

Simone Dörfer leitet die Arbeitsvorbereitung, den Ein- und Verkauf. Momentan befinde man sich in Gesprächen über eine mögliche Erweiterung, sagt sie. Wie die Planung genau aussehen wird, ist noch völlig offen. Sicher ist, dass das Gebäude vergrößert werden muss, denn seit die IWL vor gut 40 Jahren startete, hat sich einiges getan. Früher müssen in Machtlfing auch Tiere versorgt worden sein, und die Menschen arbeiteten in einer Weberei, zitiert Dörfer aus Erinnerungen langjähriger Mitarbeiter. Sie selbst ist seit neun Jahren dabei und weiß: „Heute können die Schüler teilweise lesen und schreiben, wenn sie zu uns kommen.“

Mit dem besseren Ausbildungsstand nach der Förderschule und den damit gewachsenen Fähigkeiten der Mitarbeiter seien auch die Ansprüche an ihre Produkte gewachsen. Die Werkstätten seien jetzt mit jedem anderen Industrieunternehmen vergleichbar, sagt Dörfer. Zu ihren Kunden zählen Weltunternehmen wie Torqeedo oder 3M. Der IWL-Gebäudeservice rückt täglich aus, um die Räume des Max-Planck-Instituts zu reinigen.

170 Mitarbeiter mit Behinderungen sind aktuell in Holz- und Metallverarbeitung, Elektrotechnik, Industriemontage und Dienstleistungen tätig, begleitet von 44 Menschen im Integrations- und Produktionsbereich sowie der Verwaltung. Die Zahl der Mitarbeiter erhöhe sich jährlich um fünf bis acht Personen, begründet Dörfer den steigenden Platzbedarf.

Die Produkte entsprächen dem üblichen Standard und die Gruppenleiter seien fachlich, pädagogisch und arbeitstherapeutisch bestens ausgebildet. „Was hier geleistet wird, ist keine Beschäftigungstherapie, sondern da schaut unter dem Strich was raus.“

Als die IWL das Gebäude vor etwa 30 Jahren bezogen habe, sei diese Entwicklung nicht abzusehen gewesen. Die Container, auf die sie zurückgreifen müssen, forderten von den Nutzern einen hohen Tribut: Sie seien fußkalt und das Raumklima nicht das Beste.

Bürgermeisterin Anna Neppel signalisiert den Werkstätten jede mögliche Unterstützung. „Die IWL ist wichtig und wir freuen uns, dass es sie gibt“, betont sie auf Anfrage unserer Zeitung.

Michèle Kirner

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