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Die Gemeinde kann wie geplant mit dem Bau loslegen, der Zuschuss der Regierung ist so gut wie sicher. 

Kinderhaus und Sporthalle Andechs 

Brief der Regierung schockt Gemeinderat

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Die Gemeinde Andechs hat kurz um ihre aktuellen Pläne für die Sporthalle und das Kinderhaus in Erling gebangt. Ein Schreiben der Regierung zu fest eingeplanten Fördergeldern sorgte im Gemeinderat für helle Aufregung.

Erling – Geschäftsleiter Maximilian Pänzinger und Bürgermeisterin Anna Neppel waren Dienstagabend im Gemeinderat sichtlich nervös. Sie kamen auf ein Schreiben der Regierung von Oberbayern zu sprechen, das in den Pfingstferien ins Rathaus geflattert war.Die beiden hatten herausgelesen, dass die Förderung aus dem „Investitionsprogramm Kinderbetreuungsfinanzierung“ möglicherweise nicht mehr sicher ist. „Es wäre der Supergau, wenn wir aus dem Förderprogramm rausfallen“, warnte Pänzinger. Der Gemeinde würden dann 1,3 Millionen Euro fehlen, ergänzte Neppel. Die Gemeinde kalkuliert bekanntlich mit einem Zuschuss von 70 Prozent der förderfähigen Kosten für das Kinderhaus.

In den Reihen der Gemeinderäte ernteten die Bürgermeisterin und der Geschäftsleiter großes Staunen. Georg Scheitz (CSU) forderte, sofort mit der Regierung Kontakt aufzunehmen: „Wir brauchen einen Stempel, dass wir das Geld bekommen“, sagte er.

Von der Regierung hieß es dazu gestern, dass noch nicht abgeschätzt werden könne, ob die Haushaltsmittel für alle zu erwartenden Anträge ausreichen werden. Grundsätzlich würden aber vollständige Förderanträge Priorität haben, und für den geplanten Neubau des Kinderhauses in Andechs liege „ein grundsätzlich bearbeitungsreifer Antrag“ vor. „Die Maßnahme der Gemeinde Andechs kann also voraussichtlich in das neue Investitionsprogramm aufgenommen werden“, erklärte Pressesprecher Martin Nell gegenüber dem Starnberger Merkur.

Die Gemeinderäte dürfte das beruhigen. In ihrer Sitzung am Dienstag ging es vor allem darum, bei Kinderhaus und Sporthalle auf die Kostenbremse zu drücken. Das beauftragte Architektenehepaar Achim und Verena Füllemann war eingeladen worden, abgespeckte Pläne vorzustellen. Unter anderem stand zur Diskussion, auf Vordächer, Aufwärmküche, Essensraum und Besprechungsraum zu verzichten sowie die geplante Fußbodenheizung und eine kontrollierte Wohnraumlüftung im Kinderhaus zu streichen. Alles in allem würden die Investitionen damit auf 5,2 Millionen Euro gedrückt. Die „Grundvariante“ mit den zwei Räumen, Küche, Vordächern, Lüftung und Fußbodenheizung würde 5,68 Millionen Euro kosten.

Beides sprengt allerdings schon das ursprüngliche Budget, das auf fünf Millionen Euro gedeckelt worden war: Zwei Millionen Euro sollte die Sporthalle, drei Millionen das Kinderhaus kosten. Während nun vor allem die CSU-Fraktion auf die „Minimal-Variante“ drängte, ließ sich die Mehrheit im Gemeinderat nicht lumpen und hielt an der „Grundvariante“ fest: Die allgemeine Baukostensteigerung (rund 200 000 Euro) könne man sowieso nicht mehr wegdiskutieren, argumentierte zum Beispiel Christian Kaiser (SPD). Auch die zweite Bürgermeisterin Christine Hirschberger (Bürgergruppe) warb für die teurere Lösung: „Man muss überlegen, was man alles bekommt und wie lange das Haus steht“, erklärte Hirschberger.

Georg Zerhoch (CSU), der auf die „Minimal-Variante“ pochte, schlug eine pragmatische Lösung vor: „Nennen wir es doch Grund- und Luxusvariante, das hat eine andere Wirkung nach außen.“

Die Diskussion nahm Fahrt auf, weil weiteres Geld für Regenwasserrückhaltung, Parkplatz und Vorplatz (rund 255 000 Euro) in die Hand genommen werden muss und überdies Kostensteigerungen gefürchtet werden. Geschäftsleiter Pänzinger erklärte, dass er mehr Schulden aufnehmen müsste, und war sich nicht sicher, „ob uns das Landratsamt dann den Haushalt genehmigt“.

Die Mehrheit entschied sich dennoch für die „Grundvariante“. Obendrein gibt es noch eine Fußbodenheizung für die Sporthalle. Kostenpunkt: 12 800 Euro mehr.

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