Kloster hofft auf klare Perspektive

Andechser Brauerei kriegt keine Staatshilfen - kommt aber bisher trotzdem gut durch die Pandemie

  • vonAndrea Gräpel
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Die Andechser Brauerei muss ohne Überbrückungshilfe auskommen. Es gelingt ganz gut. Noch.

Andechs – Fassbier ist zwischen drei und sechs Monaten haltbar, Flaschenbier bis zu einem Jahr. Während Flaschen auch im Lebensmittelhandel weiter vertrieben werden können, ist zum Beispiel die Klosterbrauerei Andechs durch die Schließung der gastronomischen Betriebe auf ihrem Fassbier sitzen geblieben, das Haltbarkeitsdatum ist überschritten. Während sich für anderen Brauereien ein Hilfsschirm auftut, bleibt die Klosterbrauerei allerdings außen vor, weil das Kloster eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist.

„Wir müssen schauen, dass wir zurecht kommen“, sagt Martin Glaab, Sprecher des Klosters Andechs und seiner Wirtschaftsunternehmen. Und dies scheint auch der Fall zu sein.

Als Körperschaft des öffentlichen Rechts hat das Kloster keinen Anspruch auf die Überbrückungshilfe, die andere Brauereien und auch Winzer erhalten. „Wir sind nicht antragsberechtigt“, bedauert Glaab. Während andere also dank des Brauerei-Gipfels in der vergangenen Woche über die Überbrückungshilfe hinaus eine Fixkostenerstattung für überschüssiges Fassbier erwarten dürfen, bekommt die Klosterbrauerei Andechs nichts dergleichen.

Umsatzrückgang - „aber nicht in der Schärfe“

Für die zurückliegenden Monate spricht Glaab zwar von einem „signifikanten Umsatzrückgang“. Und doch sagt er mit gewisser Zuversicht: „Da die Klosterbrauerei Andechs nicht so viele eigene Gaststätten hat, stellt sich das Problem für uns derzeit nicht in der Schärfe. Was eventuell noch an Rückbier kommt, können wir momentan nicht abschätzen. Grund dafür ist, dass wir nur wenige direkte Geschäftsbeziehungen zu Gaststätten haben und derzeit völlig unklar ist, wann der derzeitige Lockdown für die Gastronomie gelockert wird. Daher plädieren wir für eine möglichst konkrete Perspektive für eine Wiederöffnung der Gastronomie.“

Im Übrigen lässt sich das Kloster nicht mehr in die Karten schauen. Mit Ausnahme des jährlichen Bierausstoßes: 100 000 Hektoliter. Dabei sei es auch im Coronajahr 2020 geblieben. „Der ist übers Jahr stabil“, so Glaab. Immerhin hat das Kloster schöne Ideen, mit der Pandemie und dem Lockdown umzugehen: Mensch ärgere Dich nicht spielen zum Beispiel, „neu interpretiert auf Andechser Art“. Die bunten Biersorten eignen sich dafür wunderbar, wie das Foto beweist, das das Kloster veröffentlicht hat.

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