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Ein Prosit auf den Weizenbock (v.l.): Betriebsleiter Alexander Reiss, Abt Johannes Eckert, Bierkönigin Lena Hochstraßer und Landrat Karl Roth.

Klosterbrauerei Andechs

Weizenbock 2902 vorgestellt: „Dieses Bier ist großes Kino“

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Der „Weizenbock 2902“ wird seit Ostermontag im Andechser Bräustüberl ausgeschenkt. Das Urteil von Experten und Gästen über das erste obergärige Bockbier der Klosterbrauerei war überschwänglich.

Andechs – Dr. Markus Sailer geriet regelrecht ins Schwärmen. „Das ist ein unglaublich interessantes Bier“, sagte der Biersommelier aus Gilching, 2015 immerhin Deutscher Meister seines Fachs. „Man schmeckt zunächst eine Süße, die aber nicht zu sehr im Vordergrund steht. Sie unterstreicht vielmehr die Würzigkeit. Das ist wie ein Orchester, das zusammenspielt. Und beim Abgang bleiben Würze und Harmonie im Mund.“ Sein Urteil über den Weizenbock 2902 steht nach wenigen Schluck fest: „Das ist großes Kino.“

Allerdings eines, das mit Vorsicht genossen werden sollte: Mit 16,6 Gewichtsprozent Stammwürze und rund sieben Volumenprozent Alkohol hat es das erste obergärige Bockbier in der fast 170-jährigen neueren Geschichte der Andechser Klosterbrauerei in sich. „Darin steckt eine komplett neue Rezeptur“, erklärte der Betriebsleiter der Brauerei, Alexander Reiss, ehe er gestern Vormittag im Bräustüberl das erste Fass mit fünf Schlägen anstach. Wie diese Rezeptur genau ausschaut, bleibt natürlich geheim, aber: „Ziel war es, den typischen Andechser Weißbier-Geschmack mit seinen Aromen wiederzuerkennen.“ Das scheint geklappt zu haben, wie auch Landrat Karl Roth nach dem Probieren sagte: „Das Bier ist sehr gut und schmeckt noch abgerundeter als das normale Weißbier.“ „Frühlingshaft-kräftig“, lautete das Urteil von Kreissparkassen-Chef Josef Bittscheidt.

Die Idee zum Weizenbock 2902 sei im Frühherbst vergangenen Jahres entstanden, erklärte Klostersprecher Martin Glaab. Damals saßen leitende Mitarbeiter des Klosters bei einem ihrer regelmäßigen Treffen zusammen und machten sich Gedanken über den Umgang mit dem 150. Todestag König Ludwigs I.

Der hat schließlich große Bedeutung für Andechs, hatte er doch die im Jahr 1850 geweihte Benediktinerabtei St. Bonifaz in der Münchner Maxvorstadt gegründet – mit dem bereits zuvor gekauften Kloster Andechs als Wirtschaftsgut. Nachdem in jener Herbstrunde die Entscheidung für den Weizenbock gefallen war, stand auch der Name fest: „2902“ erinnert an den Todestag Ludwigs, den 29. Februar 1868.

Schnell waren sich die vier Andechser Braumeister über die Rezeptur einig, schon der Probesud im vergangenen November sei gut gewesen, betonte Betriebsleiter Reiss. Vor etwa zwei Monaten seien dann die 140 Hektoliter gebraut worden, die nun ausgeschenkt werden. Das übrigens nur im Bräustüberl auf dem Heiligen Berg – eine Exklusivität, die es ansonsten nur beim Andechser Winterbier gibt. Wie lange die 140 Hektoliter reichen werden? Das wird die Zeit zeigen. Apropos Zeit: Für Reiss und seine Mitarbeiter spielte die eine große Rolle. „Wir wollten dem Bier Zeit zum Reifen geben“, sagte er und erklärte damit auch die Lagerung von mindestens sechs Wochen bei minus einem Grad.

Aber warum wird der Weizenbock erst jetzt ausgeschenkt, fünf Wochen nach Ludwigs Todestag? „Wir wollten das Bier nicht in der Fastenzeit vorstellen“, sagte Abt Johannes. Nun aber habe die Osterzeit begonnen – „und wir können 50 Tage feiern“.

Nicht ganz so lange dauert noch die Amtszeit von Bayerns Bierkönigin Lena Hochstraßer aus Höhenrain. „Der Weizenbock ist sehr süffig“, urteilte sie gestern. Und: „Er passt perfekt zum Wetter.“

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