Terrorverdacht bei Messerattacke in Finnland - Zwei Tote und sechs Verletzte

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Nutzen und Wirkung von Wildkräutern erläutert Gisela Hafemeyer (l.) bei einer Führung durch Feld und Wald, wie am Wochenende bei Frieding. 

Natur erleben

Mitten im Kräutersalat

Die Gesellschaft für Wirtschaftsentwicklung hat ihr Angebot in der Veranstaltungsreihe „Natur erleben“ vervielfacht. Dazu gehört auch eine Kräuterführung mit Gisela Hafemeyer.

Frieding – Gisela Hafemeyer steht in einem Meer aus Bärlauch und hält ein paar Blätter hoch. Die Kräuterpädagogin ist umringt von 25 naturverbundenen Teilnehmern, die am Samstag in Frieding dem eisigen Wind trotzen und bei der Führung „Delikatessen am Wegesrand“ suchen und verarbeiten. Gestärkt von einem Knoblauchranken-Baguette und aufgewärmt von einem Holunderlikör folgen sie der Gartenbäuerin durch eine blühende Wiese und hängen ihr zwei Stunden lang gebannt an den Lippen. Im Laufe des Spaziergangs mag es manch einem so ergehen wie einst Hafemeyers Schwägerin, die plötzlich erschrocken stehen blieb und ausrief: „Hör auf! Wenn Du weiterredest, trau ich mich gar nicht mehr zu gehen. Ich steh ja mitten im Kräutersalat.“

Tatsächlich verwandelt sich das einheitliche Grün beim Zuhören in ein Füllhorn an Gesundem. So wird aus dem wuchernden Unkraut Löwenzahn eine Zutat im Salat, die nicht nur köstlich schmeckt, sondern biologisch und garantiert regional die Verdauung anregt. Allerdings ist die gelbe Pracht auch ein Barometer, anhand dessen man überdüngte Wiesen erkenne, sagt die Expertin. Die Weide, auf der die Gruppe schaut, riecht und pflückt, wird weder gedüngt noch gespritzt.

Aber zurück zum Bärlauch. Der heißt nicht so, weil Bruno der Bär ihn zur Leibspeise auserkoren hat, sondern weil er von Hebammen als Wehenmittel verabreicht wurde. Bär steht also für Gebär. Aber wenn man daneben greift, kann es tödlich enden, ermahnt die Fachfrau. Gemeint ist etwa die Herbstzeitlose, die sich unter das Gewächs schmuggelt und dem Bärlauch zum Verwechseln ähnlich sieht. Wie aber unterscheidet man Gut von Böse? Die Faustregel ist: „Ein Blatt, ein Stil und es knackt, wenn man es bricht.“

Weiter geht’s zu einer Pflanze mit einem angeschlagenen Ruf: Sauerampfer. Wer davon isst, bekommt Kopfläuse, hieß es. Dabei verabreicht das Gewächs dem Feinschmecker eine hohe Dosis Vitamin C. Vitaminreich ist auch das Scharbockskraut, das seinen Namen der Mangelerkrankung Skorbut verdankt, gegen das dieses Kraut sprichwörtlich gewachsen ist. Heilkräuter auf Schritt und Tritt:. Wie der Giersch, ein Wundermittel gegen Gicht, dessen Blätter ein Kreuz bilden und wie Petersilie und gelbe Rübe schmecken. Der Gute Heinrich lässt sich dünsten. Aber Vorsicht: Zu viel davon hemmt die Eisenaufnahme. Die Taubnessel wiederum ist bei Insekten beliebt – und die süßliche Blüte mundet den Anwesenden offensichtlich, denn sie bücken sich sofort nach mehr. Das Schöllkraut hilft als Paste gegen Warzen – hat im Essen oder in den Augen nichts verloren. Und die Knoblauchranke mit ihren rundlichen Blättern passt ins Baguette.

Zum Abschluss ein Tipp für jene, die nicht Gefahr laufen wollen, dass Hunde zuvor ihr Geschäft auf den Kräutern verrichtet haben: Meide Rundwege und suche dort, wo der Pfad in einer Sackgasse endet.

Michéle Kirner

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