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Kreisbrandrat Markus Reichart (r.) bei einem Wohnhausbrand in Gauting

Feuerwehren

Kreisbrandrat Markus Reichart gibt Amt auf

Nach 14 Jahren im Amt will Markus Reichart (42) noch dieses Jahr sein Amt zur Verfügung stellen. Warum er diesen Schritt gehen will, hat er auf der Dienstversammlung der Kommandanten aller Feuerwehren im Landkreis Starnberg am Freitagabend erklärt.

Landkreis – Kreisbrandrat Markus Reichart legt in einigen Monaten seinen Posten als Chef der rund 2300 Feuerwehrleute im Landkreis Starnberg nieder. Das gab der Höhenrainer am Freitagabend bei einer Dienstversammlung aller Kommandanten in Frieding bekannt. Hintergrund sind sowohl zeitliche Gründe als auch Reicharts neue Aufgabe im Starnberger Landratsamt.

Der 42-Jährige ist seit 2003 Kreisbrandrat und folgte auf Josef Loder, der nach Querelen mit dem Landratsamt zusammen mit dem Großteil der Feuerwehrspitze zurückgetreten war. Reichart war damals mit deutlicher Mehrheit zum Nachfolger bestimmt worden und mit 28 Jahren der jüngste Kreisbrandrat Bayerns. In seine 14-jährige Amtszeit fielen Meilensteine wie die Umstellung auf den Digitalfunk oder die Einführung der Integrierten Leitstelle (ILS).

Derzeit läuft Reicharts dritte Amtszeit, er war erst fast auf den Tag genau vor zwei Jahren wiedergewählt worden. Die Amtszeit liefe noch bis Herbst 2021.

Zeit- und berufliche Gründe bewogen ihn nun, das Amt vorzeitig abzugeben. Reichart hatte als Mitarbeiter im Landratsamt zunächst Wasserrecht, dann Verkehrsrecht als Aufgabe gehabt. Seit wenigen Wochen ist er Fachbereichsleiter Öffentliche Sicherheit und Ordnung, in den auch der Katastrophenschutz, die Feuerwehren und andere Rettungsdienste fallen – und damit beispielsweise Förderungen. Rechtlich wären diese Tätigkeit und das Amt des Kreisbrandrates vereinbar, nicht jedoch aus Sicht Reicharts. Er will jeden Anschein eines Interessenkonflikts vermeiden. „Ich will Schaden vom Amt des Kreisbandmeisters fernhalten“, sagte Reichart am Freitagabend in Frieding. Er bekam minutenlangen Applaus von seinen Kameraden.

Damit muss Landrat Karl Roth eine Neuwahl organisieren. Voraussetzung für Bewerber ist eine abgeschlossene Führungsausbildung. Bis zur Wahl des neuen Kreisbrandrats werden mehrere Monate vergehen, weswegen Markus Reichart den genauen Termin des Wechsels noch nicht nennen kann. Der Kreisbrandrat – eine ehrenamtliche Tätigkeit – ist nach dem bayerischen Feuerwehrgesetz der Leiter des Feuerwehrwesens, verantwortet unter anderem die Ausbildung und ist Einsatzleiter im Katastrophenfall. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre, der Kreisbrandrat wird von den Kommandanten der 44 Freiwilligen Feuerwehren und dem Leiter der Werkfeuerwehr am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen gewählt.

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