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Unter geistlicher Aufsicht von Pater Lukas stellte die Landjugend Frieding am Samstag ein neues Kreuz auf dem Galgenbichl auf.

Tradition

Ein neues Kreuz für den Galgenbichl

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Feststimmung: Landjugend Frieding gibt dem Galgenbichl mit vereinten Kräften sein Kreuz zurück.  

Frieding – Um die Menschen vor Straftaten zu warnen, bemühte man sich im Mittelalter, Galgen auf landschaftlich erhöhten, weit sichtbaren Plätzen zu errichten und möglichst an einer häufig befahrenen Straße. So verhielt es sich auch in Frieding. Der Hügel, auf dem sich der Galgen befand, ist nach ihm benannt: Galgenbichl.

Die so genannte Blutgerichtbarkeit im Mittelalter, die gibt es glücklicherweise lange nicht mehr. In vielen Fällen erinnern Kreuze an diese Hinrichtungsplätze. Das Kreuz auf dem Friedinger Galgenbichl wurde im vergangenen Jahr vom Sturm umgehauen. Nachdem die Eichentaler Trachtler das letzte Kreuz aufgestellt hatten, haben nun die Mitglieder der Landjugend die Initiative ergriffen. Am Samstag wurde ein neues, sieben Meter hohes und vier Meter breites Kreuz aufgestellt. Die Landjugend feierte bei der Gelegenheit gleich im Anschluss ihr Helferfest, und weil schon alle beinand waren, wurde auch gleich das Jahresgruppenfoto gemacht.

Angestoßen worden war die Idee, ein neues Kreuz aufzustellen, von Professor Dr. Fritz Dittmar. Über viele Jahre war er Jagdpächter in Frieding. Er kennt sich nicht nur gut aus, der Starnberger kennt auch die Friedinger gut. Das Kreuz gehört für Dittmar auf diesen Hügel. Und dass es nun wieder weithin sichtbar ist, ließ er sich eine großzügige Spende an die Landjugend Frieding kosten.

Der Verein ist mit 80 Mitgliedern einer der großen seiner Art. Die jungen Leute im Alter von 15 bis 32 Jahre kommen nicht nur aus Frieding, sondern auch aus Steinebach oder Starnberg. „Wir sind ein offener Verein“, erklärt zweiter Vorstand Valentin Schaumberger (23). Bei der Aufstellung des neuen Kreuzes waren fast alle Mitglieder dabei. Denn mit einem kleinen Festzug, begleitet von Pater Lukas Essendorfer und dem Kreuz auf einem Tiefladen vorneweg marschierten sie vom Maibaum zum Bichl, auf dem schon seit 1972 eine Eisenschiene im Boden verankert ist, die das Kreuz stabilisiert. Gezimmert wurde die neue Holzkonstruktion von Landjugend-Mitglied Markus Hörmann. Die Materialkosten übernahm der Verein. Gefeiert wurde die Aktion dann später im Berchtoldstadl.

Wenn die Erhängten gewusst hätten, dass ihrer auf diese Weise gedacht wird. Denn Erhängen galt als „unehrliche Strafe“; die Erhängten durften auf keinem geweihten Friedhof beerdigt werden, erklärt Wolfgang Schüle, dessen Geschichtswissen aus Zeiten der Grafen von Andechs-Meranien in der Gemeinde bekannt ist. Sie waren es, die den Henker bestimmten. Die Toten vom Galgenbichl, sagt Schüle, wurden entweder nahe dem Richtplatz vergraben oder in einer Knochengrube verscharrt. Und wer damals am höchsten Galgen hing, hatte am meisten gesündigt. Wie gut nur, dass wir nicht mehr im Mittelalter leben.

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