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Gruppenbild mit Mandatsträgern: Michael Kießling (l.) ist in den Bundestag gewählt, Karl Roth (r.) hat noch zweieinhalb Jahr als Landrat, Stefanie von Winning (2.v.r.) wurde erst vor wenigen Monaten als Kreisvorsitzende wiedergewählt. Harald Schwab und Dr. Ute Eiling-Hütig stellen sich in einem Jahr dem Wähler – den Rückhalt ihrer Partei als Kandidaten im Stimmkreis 129 haben sie.

Landtagswahl 2018

Alles wie gehabt bei der CSU - Ute Eiling-Hütig will wieder ins Maximilianeum

Mit mehr als 92 Prozent hat die CSU Dr. Ute Eiling-Hütig zur Stimmkreiskandidatin für die Landtagswahl in einem Jahr gewählt. Das Bundestagswahldebakel spielte bei der Versammlung eine Nebenrolle.

Landkreis – Die CSU schickt wieder Dr. Ute Eiling-Hütig ins Rennen um das Direktmandat im Stimmkreis Starnberg für die Landtagswahl im Herbst 2018. Die noch 49-jährige Feldafingerin erreichte 92,2 Prozent der Stimmen, hatte aber auch keinen Gegenkandidaten bei der Aufstellungsversammlung am Donnerstagabend in Andechs. Ob alle CSU-Oberen mit ihrer Nominierung glücklich sind, wird sich zeigen: Sie sieht die Obergrenze für Flüchtlinge differenzierter als einige ihrer Kollegen.

Nach 75 Minuten war alles erledigt. Bezirksrat Harald Schwab schlug Eiling-Hütig vor, gegen die er vor vier Jahren in der Stichwahl um die Kandidatur noch unterlegen war. „Ich habe sie damals nicht gewählt“, scherzte er, stellte aber fest: „Die Wahl vor fünf Jahren war weise. Aus meiner Sicht ist sie ein Glücksfall.“ Er traue der Feldafingerin selbst ein Ministeramt zu. Gegenkandidaten hatte Eiling-Hütig nicht und erhielt 83 von 89 Stimmen bei sechs Nein-Stimmen. Bei der Landtagswahl 2013 hatte sie 40,8 Prozent bekommen, fast zweieinhalbmal so viel wie der der Zweitplatzierte Tim Weidner (SPD).

Das Wahldebakel kam nur in den Reden vor, eine Aussprache gab es nicht – sie stand nicht einmal auf der Tagesordnung, was Angelika Knülle aus Herrsching am Ende der Versammlung auch bemängelte. Kreisvorsitzende Stefanie von Winning sieht auch wenig Möglichkeiten: „Mit einem personellen Angebot für die Landtagswahl haben wir unsere Hausaufgaben gemacht. Den Rest können wir aus Starnberg nicht beeinflussen.“ Wie uneinheitlich die Antworten auf den Absturz sind, zeigten die Einschätzungen. Der künftige Wahlkreisabgeordnete Michael Kießling stufte die Landtagswahl als „Riesen-Herausforderung“ ein, erklärte aber auch: „Wir müssen nicht viel ändern, sondern liefern.“ Die Ansicht, die CSU habe ein gutes Programm und einiges erreicht, aber das dem Wähler nicht vermitteln können, herrscht bei vielen vor.

Ein „Weiter so“ dürfe es nicht geben, erklärte Eiling-Hütig. Am Wahlabend sei sie wütend gewesen, dass die CSU ihre Erfolge nicht habe vermitteln können. „Die Verluste gefährden das einmalige Erfolgsmodell Bayern“, sagte sie. 60 Prozent der AfD-Wähler hätten aus Protest so gewählt, nicht aus Überzeugung. Deswegen dürfe man diese Wähler nicht beschimpfen oder in eine rechte Ecke stellen. Wenn die CSU die gesamte Bandbreite ihrer Wähler anspreche, mache sie sich um die Wahl keine Sorgen.

Bei den anstehenden Gesprächen zur Regierungsbildung in Berlin dürfe die CSU keine Kompromisse in Flüchtlingsfragen machen. Vorher vielleicht schon, denn laut Eiling-Hütig ist es zumindest zu hinterfragen, ob eine fixe Obergrenze im Sinne einer konkreten Zahl hilfreich ist – zumal die Flüchtlingszahlen sinken. Ihre Ziele listete sie in ABC-Form auf, von A wie Asylpolitik über T wie Tunnel in Starnberg bis Z wie Zukunft. Die Menschen im Stimmkreis könnten optimistisch in die Zukunft schauen, weil die Region wirtschaftlich stark und wunderschön sei – und die ganze Welt sie darum beneide.

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