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Kandidatenkür (v.l.): Heike Barall-Quiring, Dr. Wolfgang Weber-Guskar, Britta Hundesrügge, Wilhelm Boneberger und Gastgeber Klaus Breil i Benried.

Landtagswahl 2018

FDP setzt erneut auf Hundesrügge - und so schaut es bei den anderen Parteien aus

Während in Berlin immer noch um die Bildung einer neuen Bundesregierung gerungen wird, bringen sich die Parteien nach und nach für die Landtagswahl in Stellung. Jetzt nominierte die FDP ihre Kandidatin.

Landkreis – Britta Hundesrügge wird bei der Landtagswahl 2018 als FDP-Direktkandidatin im Stimmkreis Starnberg ins Rennen gehen. Die 50-jährige Journalistin aus Gauting erhielt am Donnerstagabend bei der Stimmkreisversammlung in Bernried breiten Rückhalt von ihren Parteikollegen: Nur sechs der 51 anwesenden FDP-Mitglieder votierten gegen die amtierende Kreisvorsitzende. Zum Stimmkreis 129 gehören auch die Gemeinden Bernried, Seeshaupt und Iffeldorf aus dem Landkreis Weilheim-Schongau.

Mit der Personalentscheidung wollen die Starnberger Liberalen den Rückenwind von der erfolgreichen Bundestagswahl im September nutzen. Bereits vor zwei Monaten trat Hundesrügge als Direktkandidatin an und fuhr mit 16 000 Erststimmen ein mehr als beachtliches Ergebnis ein. Christian Schnorbusch aus Pöcking, der zunächst als Landtagsdirektkandidat vorgesehen war, ließ seiner Parteikollegin deshalb den Vortritt: „Das ist ein Zeichen von Stärke und demonstriert die große Einigkeit im Kreisverband“, betonte Hundesrügge im Rahmen der zweistündigen Stimmkreisversammlung.

Konkret sprach sich die Hörfunkjournalistin in ihrer Bewerbungsrede für die Abschaffung von Straßenausbausatzungen, für mehr Flexibilität beim Ladenschlussgesetz und für einen Ausbau der Breitbandkapazitäten aus: „Die Alleinherrschaft der CSU hat da den Anschluss verpasst“, sagte Hundesrügge. Sie will das regionale Handwerk bei öffentlichen Ausschreibungen stärken und weiter für ein Gymnasium in Herrsching sowie für das Recht auf Ganztagesschulplätze kämpfen. Hundesrügges Ziel für die Landtagswahl: „Wieder so einen tollen Wahlkampf wie bei der Bundestagswahl machen – dann brechen wir die absolute Mehrheit der CSU.“

Ihre Chancen, in den nächsten bayerischen Landtag einzuziehen, sah sie gestern im Gespräch mit dem Starnberger Merkur durchaus positiv: „Das liegt daran, dass bei den Landtagswahlen Erst- und Zweistimme zusammengezählt werden.“ Mit den 16 000 Stimmen, die sie bei der Bundestagswahl erzielt habe, „würde ich selbst dann locker in den Landtag einziehen, wenn die FDP nur sechs Prozent bekommen würde“. Allerdings müsste Hundesrügge dafür ihre Stimmenanzahl noch einmal deutlich steigern. Denn bei der Bundestagswahl umfasste der Wahlkreis auch noch zusätzlich den Landkreis Landsberg und Germering.

Als FDP-Landtags-Listenkandidat wird Wilhelm Boneberger aus Gilching für den Stimmkreis 129 antreten. Zudem kürte die Versammlung Dr. Wolfgang Weber-Guskar (Tutzing) zum Direktkandidaten für die Bezirkstagswahl und Heike Barall-Quiring (Starnberg) zur Bezirkstagslistenkandidatin.

Mit der Nominierung von Britta Hundesrügge für die FDP haben sich mittlerweile die meisten Parteien für ihre Landtagskandidaten entschieden. Die CSU hatte bereits Anfang Oktober beschlossen, wieder mit der derzeitigen Stimmkreiskandidatin Dr. Ute Eiling-Hütig an den Start zu gehen und ihr mit 92 Prozent der Stimmen einen dicken Vertrauensvorschuss gewährt (wir berichteten). Die Grünen schickten ihrerseits Mitte November Anne Franke aus Stockdorf ins Rennen, die sich bei der Abstimmung gegen den Feldafinger Vize-Bürgermeister und Kreisrat Anton Maier durchsetzte (wir berichteten). Selbst die Bayernpartei hat sich schon entschieden, dass Rupert Pfändner aus Machtlfing für den Landtag kandidieren soll.

Und die SPD? Nachdem der ehemalige Bundestagskandidat und ehedem designierte Kreisvorsitzende Christian Winklmeier überraschend dem Fünfseenland den Rücken gekehrt hatte und sich dafür entschied, im Nachbarlandkreis Landsberg für den Landtag zu kandidieren, befinden sich die Sozialdemokraten im Landkreis nach wie vor auf Kandidatensuche. „Ein paar Tage wird es noch dauern, bis wir jemanden präsentieren können“, sagte die Kreisvorsitzende Julia Ney gestern im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

AfD und Linke hüllen sich bislang in komplettes Schweigen. Weder ist bislang bekannt, ob und gegebenenfalls wen sie für den Landtag nominieren möchte, noch, wann die entsprechende Aufstellungsversammlung stattfinden sollen.    

Von Bernhard Jepsen und Sebastian Tauchnitz

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