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Statt des Machtlfinger Maibaums erbeuteten die Herrschinger das unbewachte Fahnenstangerl.

Bier gibt`s trotzdem

Herrschinger klauen falschen Maibaum

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Herrsching/Machtlfing - Nach einem gescheiterten Versuch im Vorjahr, haben Herrschinger Burschen am Donnerstag in Machtlfing ihren ersten Maibaum geklaut – eigentlich. Denn was aussieht wie ein Maibaum, ist „nur“ ein Fahnenstangerl, das das Vereinsheim zieren soll.

Übung macht den Meister, sagt man. Darum war es nicht schlimm, als ein zusammengewürfelter Haufen Burschen aus Herrsching und Nachbargemeinden beim Maibaumklau in Breitbrunn vergangenes Jahr scheiterte. Dafür hat es diesmal geklappt. Die Herrschinger machten in den frühen Morgenstunden am Donnerstag Beute in Machtlfing: Sie klauten den Burschen ihr Stangerl.

Dieses Stangerl aber sieht zwar aus wie ein Maibaum, wird – eigentlich – bewacht wie ein Maibaum und es wird auch am 1. Mai feierlich aufgestellt, aber der Machtlfinger Maibaum, das ist es nicht. Es ist das Fahnenstangerl der Burschen, das sie vorm Vereinsheim aufstellen, „weil’s Spaß macht“. Der richtige Maibaum wurde erst 2014 neu aufgestellt und steht in voller Pracht dort, wo er hingehört – am Maibaumplatz. Was bewacht wird wie ein Maibaum und aussieht wie ein Maibaum, ist für die Herrschinger ein Maibaum. Basta. 

Darum wollen sie die Beute trotzdem entsprechend ausgelöst haben. Auch wenn das Stangerl wesentlich kürzer ist als die echten Exemplare, nämlich nur 16,90 Meter. So viel hat Sebastian Auhuber gemessen. Der 24-jährige Feuerwehrmann aus Herrsching hat die ganze Gaudi zusammen mit Freunden aus Steinebach und Hochstadt ausgeheckt. Zu sechst waren sie, als sie vor einer Woche immer nachts im Landkreis ausschwärmten und geeignete Objekte ausspähten. Von Tag zu Tag wurde die Gruppe größer. 

Am Ende waren auch die Darchinger-Brüder Ludwig junior (19) und Korbinian (16) mit von der Partie, als sie in Machtlfing vorbeifuhren, „und eigentlich nur ein bisschen Krach machen wollten“. Ins Auge gefasst hätten die Herrschinger Maibaumdiebe eigentlich ein Exemplar am Starnberger See. Aber dann sahen sie, dass der Bauwagen unbesetzt war, der in Machtlfing vor den Stadl geschoben war. Und weil der alte Mast in Weiß-Blau zerlegt vorm Vereinsheim liegt, war für die Herrschinger klar: Ein Maibaum wird bewacht. 

Gelegenheit macht (Maibaum-)Diebe

Während zwei Burschen schnell alles, was umfallen und Lärm machen könnte, aus dem Bauwagen räumten, wurden die anderen Spähtrupps zusammengerufen, der Bauwagen weggeschoben und das Stangerl erst weggetragen und dann mit Pickup und Anhängern nach Herrsching entführt. Auf diesem Weg, kurz vor dem Ortschild, trafen sie sogar auf einen der Machtlfinger Burschen. Einen, der nicht Wache hatte. 

Auhuber erzählte ihm von dem Diebstahl, gab ihm seine Visitenkarte und bat ihn, diese an den Verantwortlichen weiterzureichen. Was der Bursche nicht wusste: Nur wenige Meter entfernt lag das Stangerl auf einer Wiese und wartete auf den Weitertransport. Hätte der Bursche es gesehen und die Hand daraufgelegt, hätten die Herrschinger es zurückbringen müssen. So verlangt es der Kodex. Aber die Diebe konnten aufatmen, offenbar war es zu dunkel.

„Das mit dem Fahnenstangerl und der Wache war mal eine Idee von den älteren Burschen“, weiß Oliver Greinwald. Der 27-Jährige ist Chef der Machtlfinger Burschen. „Eine schöne Gelegenheit, sich auf d’Nacht zsamzuhocken und Spaß zu haben.“ Und nebenher werde an der Fahnenstange gearbeitet, die bemalt wird wie ein Maibaum. Aber weil es eben nur ein Fahnenstangerl ist, „und halb so groß wie ein Maibaum“, wird erst drei Wochen vor dem 1. Mai mit der Wache begonnen – immer bis 2 Uhr nachts. Sei’s drum. Ausgelöst werden muss das Stangerl. „Aber ein paar Kästen Bier und ein paar dicke Würstl müssen dafür reichen“, sagt Greinwald. Denn Maibaum ist Maibaum und Fahnenstange halt Fahnenstange.

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