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Bad in der Menge: Ministerpräsident Markus Söder wurde von den Gästen der Landkreis-CSU im Festsaal des Klostergasthofs in Andechs herzlich empfangen. 

Landtagswahl

„Wir sollten stolz und dankbar sein, in diesem Land zu leben“

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Ministerpräsident Markus Söder sprach am Samstag auf Einladung des CSU-Kreisverbandes im Klostergasthof in Andechs. Dabei warnte er vor einer Instabilität des Freistaats nach der Landtagswahl am 14. Oktober.

Andechs – Das mit der Kuh ist Markus Söder irgendwie nicht ganz geheuer. „Ich überlege mir noch die politische Botschaft“, sagt der Ministerpräsident, als ihn die führenden Köpfe der Landkreis-CSU am Samstagnachmittag für einen Fototermin neben Sofia positioniert haben. Das sieben Jahre alte Braunvieh steht auf dem Biobauernhof von Georg Kirchbichler in Peiting, der die Andechser Molkerei Scheitz beliefert, die wiederum Kuhpatenschaften anbietet, was der Landkreis-CSU als angemessenes Geschenk erschien.

An diesem Nachmittag geht es aber weniger um Botschaften für Söder, sondern um Botschaften von Söder. Denn die Verunsicherung der Partei nach den Umfrage-Klatschen ist spürbar unter den rund 200 Gästen im Klostergasthof in Andechs. Als Söder kurz nach dem Rendezvous mit Sofia den Festsaal betritt, brandet höflicher Applaus auf – mehr nicht. 40 Minuten später hat sich das Bild gewandelt. Söder ist es gelungen, zumindest wieder so etwas wie Hoffnung zu verbreiten. In den lang anhaltenden Beifall nach seiner Rede mischt sich sogar der eine oder andere verhaltene Bravo-Ruf.

Fotos Söder Andechs

Er hat über den Freistaat gesprochen, der so weltoffen sei wie kein anderes Land: „Offen, liberal, einladend und sich zu seinen Werten und seinem Brauchtum bekennend.“ Das müsse wieder in den Blickpunkt rücken: „Wir sollten stolz und dankbar sein, in diesem Land und zu dieser Zeit leben zu dürfen.“ Frieden, Wohlstand, soziale Gerechtigkeit – nie sei es den Menschen besser gegangen. Bayern sei das Schlaraffenland – und das gelte es am 14. Oktober zu erhalten. Denn Gefahren und Herausforderungen gibt es viele: Trumps Handelskrieg, den Brexit, die Spaltung Europas, das Erstarken extremer politische Positionen – „das macht vor Bayern nicht halt“, sagt Söder. Und das erfordere Politiker mit Mut und Entscheidungsfreude und nicht die Zerfaserung der politischen Landschaft. „Die Stärke Bayern ist die Stabilität.“ Ins Visier nimmt er dann vor allem die AfD. Seit den Vorgängen in Chemnitz sei ihm „ziemlich klar“, was der eigentliche Plan sei. Sie marschiere Seit an Seit mit der NPD und gewaltbereiten Hooligans und spreche sich für bewaffnete Bürgerwehren aus – „das hat es schon einmal gegeben“, mahnt Söder. Und was ist mit den Flüchtlingen? „Wir Bayern haben jeden Menschen aufgenommen, der zu uns gekommen ist“, sagt er und spricht sich für eine „Balance zwischen Humanität und Ordnung“ aus. Wer Arbeit habe oder eine Ausbildung absolviere, könne bleiben, wer straffällig werde, müsse das Land verlassen.

„Überzeugend“, findet Andreas Weger Söders Auftritt. „Ich kann weiterhin zu dem stehen, was ich Freunden und Bekannten vermitteln möchte“, sagt der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Starnberg. Dass der Wohlstand und die aktuelle Situation in Bayern eben kein Grund seien, „eine andere Partei zu wählen, vor allem nicht die Angstmacher“.

„Sympathisch und volksnah“, hat der Berger Gemeinderat Peter Haslbeck (75) Söder wahrgenommen. Er hofft bei der Wahl auf immerhin 41 Prozent für die CSU. Auch Altlandrat Heinrich Frey glaubt, dass die Zahlen am 14. Oktober besser ausfallen werden als die Demoskopen vorhersagen – auch wenn der Gegenwind aus Berlin enorm sei. Das Geschacher um Verfassungsschutzpräsident Maaßen sei „der absolute Irrsinn“, sagt Frey. Söder habe ihn „trotz anfänglicher Skepsis überzeugt“, er habe die Themen gut angesprochen und Lösungen aufgezeigt.

Kurt Vinzens (79), der Vorsitzende der Senioren-Union im Landkreis, stellt Söder ebenfalls ein gutes Zeugnis aus und unterstellt ihm „eine realistische Einschätzung der Gesellschaft“. Sibylle (64) und Joachim Auster (67) aus Gilching bleiben dagegen distanziert. Die Vorsätze seien zwar gut, aber: „Es wird trotzdem zu viel geredet und zu wenig gemacht“, sagt der Außendienstler. Die schlechte Bezahlung von Erzieherinnen sei so ein Beispiel oder auch die ungebremste Bürokratie. „Ich glaube, die werden sich noch umschauen.“ Peter Schiebel

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