+
Das neue Max-Planck-Gelände: Das Wieninger Schloss ist gelb in der Mitte, dahinter und rechts sowie vorne links sind Mehrfamilienhäuser geplant. Die kleinen Gebäude vorne rechts sind Einfamilienhäuser. Vom Wald verdeckt wird das Försterhaus oben links.

Max-Planck-Gelände Erling

69 Wohnungen in und ums Wieninger Schloss

  • schließen

Der Andechser Bauausschuss hat den Bebauungsplan für das Gebiet rund ums Wieninger Schloss auf den Weg gebracht - trotz Angst um Bäume und Bedenken wegen eines nicht kartierten Löschweihers.

Erling – Was rund um das Wieninger Schlösschen auf dem ehemaligen Max-Planck-Gelände in Erling geplant ist, gefällt der Gemeinde Andechs grundsätzlich. Vor allem, weil Planer Tim Sittmann-Haury vom Architekturbüro Raumstation seit der ersten Präsentation im August einige Veränderungen berücksichtigt hat. Wie berichtet, will das Starnberger Bauunternehmen Essler und Frei auf dem Areal mit der 155 Jahre alten Villa viel Wohnraum schaffen. Insgesamt sind 69 Wohneinheiten geplant. Ein Wunsch des Gemeinderats war, ein paar mehr kleine als nur große Wohnungen zu haben. Dem folgte der Architekt. Eines der Mehrfamilienhäuser wird nun nicht sechs, sondern neun Wohneinheiten haben. Und fast alle Parkplätze werden in einer Tiefgarage sein. „Auch das Schloss hat trockenen Zugang zur Garage“, sagte der Architekt am Dienstag im Andechser Bauausschuss.

Im Schlösschen selbst sollen sechs Wohnungen entstehen. In zwei so genannten Kavaliershäusern und einer Scheune, die im Westen und Norden der Villa errichtet werden sollen, sind 21 Wohnungen geplant. Im Südosten sind es drei größere Gebäude: eines mit sechs geförderten Wohneinheiten im Rahmen einer Sozialen Bodennutzung, eines mit neun Wohnungen und eines mit 21 Appartements für das wissenschaftliche Personal des Max-Planck-Instituts. Fünf Einfamilienhäuser sind im Nordosten vorgesehen. Und dann ist noch ein Haus im Südwesten geplant, wo jetzt das Gewächshaus steht. Das war neu für die Gemeinderäte.

Von dem anderen Einzelhaus, dem so genannten Försterhaus im Nordwesten, wussten sie bereits. Dort soll derjenige wohnen, der den Schutzwald auf dem Gelände bewirtschaften soll. Die Erschließung dieses Hauses über einen Wirtschaftsweg machte einigen Gemeinderäten Sorgen. Peter Schmaderer (Grüne) erinnerte, dass auch die Feuerwehr zu dem Anwesen kommen müsse. Die Müllabfuhr allerdings nicht, wie Bauamtsleiter Michael Kuch unterstrich.

Schmaderer, Peter Eberl (SPD) und Johann Albrecht (BG) rechnen mit dem Tod der Bäume neben dem Weg, wenn er für Leitungen aufgegraben werden muss. „Das einfachste wäre, wir würden das Försterhaus streichen und Natur Natur sein lassen“, forderte Albrecht. Zumal es mit der Wohneinheit im Gewächshaus ein neues Haus gäbe, das der künftige Förster bewohnen könne, sagte Eberl. Konsequenterweise stimmte er dagegen, als es um die Aufstellung des Bebauungsplans für das Areal ging. Das Gremium insgesamt stimmte mit 5:4 dafür. Die knappe Mehrheit war dem Försterhaus geschuldet.

Schmaderer machte ein weiteres Problem aus: Der Fischteich, an dem die Mehrfamilienhäuser gruppiert werden, ist ein Löschweiher. Das ist offenbar nirgendwo eingetragen. Er war sich sicher: „Ich habe die Einsatzpläne selbst gezeichnet, das habe ich mir nicht aus den Fingern gesaugt.“ Dazu wird sich die Kreisbrandinspektion im Planverfahren sicher äußern.

Von der Planung an sich ist der Ausschuss immer noch überzeugt. Was nicht klappen wird, ist die Mischung aus Gewerbe und Wohnen. „Juristisch schwierig“, sagte der Architekt. „Das könnte das Landratsamt nur ausnahmsweise genehmigen.“  edl

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kritik an Wirten des „Augustiner“ in Wörthsee
Seit eineinhalb Jahren gibt es den neuen „Augustiner“ am Seeufer des Wörthsees. Viel Ärger gab es im Vorfeld und bis heute gibt es im Ort Kritiker, die mit der Art und …
Kritik an Wirten des „Augustiner“ in Wörthsee
Weihnachtskonzert des Gymnasiums Gilching: Anspruchsvoll und unvergesslich
Lange wurde geprobt, jetzt war es soweit: Die Schüler des Gymnasiums Gilching gaben ein Weihnachtskonzert, das lange in Erinnerung bleiben wird.
Weihnachtskonzert des Gymnasiums Gilching: Anspruchsvoll und unvergesslich
Heute demonstrieren die Grundschüler in Andechs
Nachdem die geplante Demonstration gestern wegen des Winter-Gewittersturms abgesagt werden musste, gehen die Erlinger Grundschüler am heutigen Freitag auf die Straße.
Heute demonstrieren die Grundschüler in Andechs
Daten bleiben unter Verschluss
Bewerber des Einheimischenmodells fordern Akteneinsicht - doch die Gemeinderäte entscheiden sich dagegen. Beide Seiten haben ihre Gründe.
Daten bleiben unter Verschluss

Kommentare