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Minutengenau in den Bus

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Von: Andrea Gräpel

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Ab sofort sind Fahrgäste am Klosterhalt bestens informiert: Zum Pilotstart der neuen Anzeige rückten MVV-Geschäftsführer Dr. Bernd Rosenbusch (v.l.), Stabchefin Isabella Weber, Andechs’ Bürgermeister Georg Scheitz und Landrat Stefan Frey mit Schere an.
Ab sofort sind Fahrgäste am Klosterhalt bestens informiert: Zum Pilotstart der neuen Anzeige rückten MVV-Geschäftsführer Dr. Bernd Rosenbusch (v.l.), Stabchefin Isabella Weber, Andechs’ Bürgermeister Georg Scheitz und Landrat Stefan Frey mit Schere an. © Andrea Jaksch

Die erste Dynamische Fahrgastinformation im Landkreis Starnberg ist am Montag am Klosterparkplatz in Andechs in Betrieb gegangen. Sie soll Busfahrgästen künftig minutengenau anzeigen, wann eine Linie eintrifft. Bis 2025 sollen alle 200 Haltestellen folgen.

Andechs – Die Bus-Linie 958 (Andechs-Tutzing) war seinerzeit Pilotlinie bei der Einführung des Stundentaktes im Landkreis. Und auch jetzt ist sie wieder dabei, wenn im Landkreis die nächste Neuerung greift. Am Montagnachmittag weihten Landrat Stefan Frey, Andechs’ Bürgermeister Georg Scheitz und MVV-Geschäftsführer Dr. Bernd Rosenbusch an der Haltestelle „Andechs, Kloster“ die erste Dynamische Fahrgastinformation (DFI) im Kreis ein. In Echtzeit soll auf dem Bildschirm angezeigt werden, wann der nächste Bus kommt, ob er Verspätung hat und – im Idealfall – warum. Am Klosterhalt kreuzen sich die Linien 928, 951 und 958. Die digitale Anzeige ist vor allem von Bahnhöfen bekannt.

Die 958 steht möglicherweise nicht von ungefähr gerne im Fokus. MVV-Chef Rosenbusch wohnt im Landkreis und stieg in Machtlfing zu, um zur offiziellen Einweihung in Andechs zu gelangen – sichtlich erfreut über die gute Auslastung der Linie, die von Pendlern und Touristen gleichermaßen gern genutzt wird, genauso wie die 951 (Starnberg-Herrsching). Rosenbusch nannte sie „unsere Premiumlinie“. Nicht selten stünden am Klosterhalt vier Busse gleichzeitig, sagte Georg Scheitz – stolz darauf, dass das Klosterdorf als Pilotgemeinde ausgewählt wurde.

Mit der Einweihung am Montag beginnt die „Ausrollphase“, das heißt, dass bis 2025 alle 200 Haltestellen im Landkreis mit DFI ausgerüstet sein sollen. „18 Haltestellen noch in diesem und im nächsten Jahr“, sagte Landrat Frey, unter anderem in Gauting, Gilching, Weßling, Krailling, Tutzing, Herrsching, Seefeld und Inning.

Während der MVV die digitale Infrastruktur stellt, übernimmt der Landkreis die Kosten in Höhe von am Ende rund zwei Millionen Euro. Die Gemeinden kommen für die Ausgaben auf, die für den Betrieb anfallen. „Die Anschaffungskosten werden zu 80 Prozent vom Freistaat gefördert“, betonte Frey.

Die Installation einer zweiseitigen Anzeige mittlerer Größe wie in Andechs kostet rund 15 000 Euro – inklusive Tiefbauarbeiten. „Es gibt auch 65-Zoll-Anzeigen“, erklärte Volker Grunow vom unterstützenden Ingenieurbüro BLIC, aber kleinere, die auch solarbetrieben werden können. Allen gemein ist, dass sie mit Daten aus dem MVV-Zentrum am Isartor gefüttert werden. Dorthin wird die Echtzeit sämtlicher Busse übertragen, anschließend werden die Prognosedaten über Mobilfunk zu den Anzeigen übermittelt. Rosenbusch geht davon aus, dass dies im Landkreis wesentlich genauer funktionieren werde als in München, wo angezeigte fünf Minuten mitunter sehr lang dauern können.

Ausgestattet sind die Anzeigen auch mit Druckschaltern für sehbehinderte Menschen, die aussehen wie die bekannten Ampeldrücker. Auf Handdruck wird in dem Fall aber die Anzeigenauskunft angesagt. In Andechs gibt es diesen Drücker bereits, obwohl die Haltestelle noch nicht mit einem Blindenleitsystem ausgestattet und damit schwer erkennbar ist. Der Umbau sei geplant, aber im laufenden Haushalt noch nicht enthalten, räumte Scheitz ein. Bis dahin führe ein akustisches Signal zum Drücker, dessen rhythmisches Klicken für sensibilisierte Menschen gut wahrnehmbar sei, erklärte Projektleiter Günter Brühl. An der Lautstärke dieses Klickens und auch an der der Ansage könne durchaus geschraubt werden, fügte Grunow mit Blick auf die unmittelbare Nachbarschaft hinzu, denn: „Nachts kann das unter Umständen störend sein.“

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