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In den Werkstätten in Machtlfing wird, wie hier, wieder emsig gearbeitet.

IWL-Werkstätten

Nach Corona-Pause: Rückkehr in ein bisschen Normalität

Die IWL-Werkstätten nehmen den Betrieb komplett wieder auf. Das freut besonders die, die dort arbeiten.

Machtlfing – Ab Juli ist ein Großteil der Arbeitsplätze in der IWL-Machtlfing wieder besetzt. Die Menschen mit Behinderung, ihre Betreuer und die Geschäftsleitung sind erleichtert. „Viele unserer Mitarbeiter haben wiederholt nachgefragt, wann sie endlich in die IWL-Werkstätten zurückkehren dürfen“, berichtet Annalena Mandwurf. Immer im Sinne von „Mir fehlt meine Arbeit“ und „Ich vermisse meine Freunde“, erzählt die Pressesprecherin der IWL-Werkstätten für behinderte Menschen.

Die rund 200 Mitarbeiter mit Behinderung aus Machtlfing kehrten bereits im April nach und nach an ihren Arbeitsplatz zurück. Stets unter Einhaltung entsprechender Vorsichtsmaßnahmen wie Hygienevorschriften und Abstandsregeln beziehungsweise Abtrennungen mit Plexiglasscheiben oder einem Mund-Nasen-Schutz.

Ein Schritt in Richtung Normalität

Derzeit herrscht in der IWL Machtlfing wie eh und je emsiges Treiben. In der Schreinerei wird gesägt und gebohrt, die Elektrotechniker löten und schweißen, und in der Küche wird das Mittagessen für die Mitarbeiter vorbereitet. Mandwurf sieht darin einen „Schritt für Menschen mit Behinderungen zurück in die Normalität“. Denn ihnen fehlten die sozialen Kontakte und die Tagesstruktur des geregelten Alltags, sagt sie. Dennoch blieben manche vorsichtig. „Sie befürchten mit der Rückkehr zu einer neuen Normalität, ihr Ansteckungsrisiko zu erhöhen“, sagt die Pressesprecherin und betont: „Grundsätzlich ist nicht jeder Mensch mit einer Behinderung unweigerlich ein Risikopatient.“ Gefährdet seien beispielsweise diejenigen, die etwa an Diabetes litten. Auch Menschen mit einer Trisomie 21 und gleichzeitig einem Herzfehler haben bei einer Erkrankung mit Covid-19 ein höheres Risiko für einen schwereren Krankheitsverlauf. Den Kontakt mit den Mitarbeitern mit Behinderung hat die IWL während des Lockdowns mit Newslettern, über Social Media oder auch telefonisch gehalten. Außerdem stellten sie auf der Homepage etwa Links zu Museen ein, die online durch ihre Kunstsammlung führten, sowie Downloadmöglichkeiten zu kostenlosen Online-Zeitschriften.

Umsatzeinbruch durch Zwangspause

Ein wenig Sorgen bereitet der Pressesprecherin der Umsatzeinbruch, der zwangsläufig mit der Zwangspause einhergegangen ist. „Genaue Zahlen haben wir noch nicht“, sagt sie. „Aber wir gehen von einem enormen Rückgang aus.“ Jährlich erwirtschaften die Machtlfinger Werkstätten rund 2,25 Millionen Euro. Wie berichtet, beliefern sie Kunden wie 3M, Torqeedo, Heine oder das Max-Planck-Institut. Auch Landwirtschaftsarbeiten in verschiedene Gemeinden gehören in ihr Portfolio. „Wir laufen Gefahr, dass mit dem Umsatzschwund das vielfältige inklusive Arbeitsangebot für Betroffene nicht aufrechterhalten werden kann“, sagt Mandwurf besorgt und fügt aber hinzu, „Erstmal sind wir froh, dass die Werkstätten wieder geöffnet sind.“

Michèle Kirner

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