+
Der Bayernbund in Andechs mit dem bisherigen Vorsitzenden Adolf Dinglreiter, der oberbayerischen CSU-Chefin Ilse Aigner, Dr. Ute Eiling-Hütig MdL, Michael Kießling MdB, dem neuen Vorsitzender Sebastian Friesinger und Christian Glas (v.l.).

Neuer Vorstand

Neuaufbau des Bayerbundes ist ein schwerer Brocken

In Andechs hat der Bayernbund am Wochenende seine Spitze neu geordnet. Auch die Aktivitäten im Landkreis Starnberg sollen verstärkt werden – doch der war nur schwach vertreten.

Andechs – Unter rund 200 Besuchern der Jahresversammlung des Bayernbunders im Klostergasthof Andechs waren nur wenige aus dem Landkreis Starnberg – unter ihnen Ingrid Frömming. Die ehemalige Vizelandrätin und CSU-Kreisvorsitzende zeigt sich mit 86 Jahren hoch interessiert, aber engagieren will sie sich nicht mehr. Auch Lieselotte Kohl aus Herrsching, Hans Bösl aus Hanfeld und Erwin Talirsch aus Gauting waren gekommen. Dass der Kreis Starnberg mit seinen rund 30 Mitgliedern sonst so schwach vertreten war, verwunderte sie alle. Vor Jahren war ein Starnberger Kreisverband des Bayernbunds unter Vorsitz des Gilchingers Harald Schwab gegründet worden. Das ist vorbei, die Starnberger sind wieder dem Münchner Kreisverband zugeschlagen worden. Dessen Vorsitzender Josef Kirchmeier, bisher auch stellvertretender Landesvorsitzender, setzt sich für einen eigenständigen Neuaufbau im Landkreis Starnberg ein, wie er unserer Zeitung sagte. Doch das mäßige Interesse belegte, wie schwer das ist.

In Mühldorf dagegen ist gerade ein neuer Kreisverband in Gründung. Der am Samstag nach 25 Jahren aus dem Landesvorsitz geschiedene Ex-Landtagsabgeordnete Adolf Dinglreiter zeigte sich besonders erfreut über seinen aktiven Kreisverband Rosenheim. Aus dem selben Kreis stammt der neue Landesvorsitzende Sebastian Friesinger (56), der mit einem Projekt „Lebensqualität durch Nähe“ auffällt. Angesichts „veränderter Werthaltungen“ ist die Arbeit des Bayernbunds für Dinglreiter unverändert wichtig. Überregionale Einflüsse – gerade durch die EU – gehen ihm ebenso zu weit wie kulturelle Verfremdungen und die Abkehr von christlichen Traditionen. Beispielhaft nannte er „Lichterfest statt St. Martin“ und „Weihnachten mit Santa Claus“. In den Grundschulen werde der Heimatkunde-Unterricht oft „nicht im Sinne des Lehrplanes umgesetzt“. Sogar bayerische Minister bekamen ihr Fett weg. Das Heimatministerium interessiere sich wenig fürs Heimatliche, die Europaministerin müsse stärker auf Europa einwirken. „Der Bayernbund verkörpert, was Bayern ausmacht“, lobte Vizeministerpräsidentin Ilse Aigner.

Vom langjährigen Engagments Dinglreiters zeigte sie sich beeindruckt. Auch sie plädierte für „Eigenstaatlichkeit“. Ob Katalonien für sie gar ein Vorbild ist? „Nein!“ erwiderte sie auf diese Frage aber ebenso entschlossen. Zwischen Bayernbund und Staatsregierung gibt es sogar Überschneidungen. So wurde Kultusstaatssekretär Bernd Sibler zu einem von drei stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, neben Christian Glas (Eggstätt) und Wolfang Kink (München). Ganz neu ist ein Jugendbeauftragter: der 25 Jahre alte Thomas Mittermaier (Osterhofen). Viele hoffen, dass er der Überalterung entgegenwirken kann.     Lorenz Goslich

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schwerer Unfall auf der B2: Zwei Schwestern (16 und 20) sterben bei Unfall
Drama unweit der Landesgrenze zwischen Starnberg und Weilheim: Bei einem Unfall auf der B 2 sind am Freitag zwei Schwestern (16 und 20) aus Weilheim getötet worden.
Schwerer Unfall auf der B2: Zwei Schwestern (16 und 20) sterben bei Unfall
Eltern fordern sicheren Schulweg
Die Eltern im Weßlinger Ortsteil Oberpfaffenhofen schlagen Alarm: Sie fordern für ihre Kinder einen sicheren Schulweg. Mittels Unterschriftenaktion bitten sie Politik …
Eltern fordern sicheren Schulweg
Mädchen aus Starnberg bei Heidi Klum dabei - hier stellt sie sich vor
ProSieben startet am 8. Februar eine neue Staffel Germany‘s Next Topmodel. Mit dabei ist auch eine junge Frau aus Starnberg. Hier spricht sie über Ängste und worauf sie …
Mädchen aus Starnberg bei Heidi Klum dabei - hier stellt sie sich vor
Rettung für historisches Ensemble
Der Hühnerstall ist schon wieder bewohnt. Dort leben neun Hühner mit ihrem Gockel. Bald soll auch in das schöne, aber sanierungsbedürftige alte Bauernhaus am Kirchsteig …
Rettung für historisches Ensemble

Kommentare