Wohnungsbauflächen

Andechs stellt die Weichen auf Wachstum

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Die Gemeinde Andechs stellt sich dem Siedlungsdruck und weist eine Reihe neuer Wohnungsbauflächen aus.

Andechs Die Gemeinde Andechs stellt sich auf eine deutliche Zunahme ihrer Bevölkerung ein: Der Gemeinderat hat am Dienstag den Vorentwurf für den neuen Flächennutzungsplan (FNP) gebilligt, der die Weichen auf Wachstum stellt. In allen drei Ortsteilen soll neuer Wohnraum entstehen, auch eine Erweiterung des Andechser Gewerbegebiets in Rothenfeld stellt der neue FNP in Aussicht.

Schätzung für Erling: Bis 2030 Einwohner fast verdoppelt

64 Standorte waren untersucht worden, eineinhalb Jahre wurde geplant. In Bürgerwerkstätten brachten Erlinger, Friedinger und Machtlfinger ihre Vorschläge ein, der Gemeinderat traf sich zu Ortsbesichtigungen und ging in Klausur. Am Dienstag fasste der beauftragte Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München nun alles noch einmal detailliert zusammen, bevor die Beschlüsse fielen. Demnach soll in Andechs vor allem der Zuzug junger Familien durch die Bereitstellung geeigneter Bauflächen unterstützt werden, das Wachstum soll sich dabei auf die Ortsteile Erling, Frieding und Machtlfing entsprechend ihrer Größe verteilen.

Laut aktuellen Schätzungen wird die Bevölkerung in der Gemeinde bis zum Jahr 2030 in Erling um 250 bis 470 Einwohner zunehmen, in Frieding um 120 bis 230 und in Machtlfing um 80 bis 150. Die Familien sollen vor allem auf noch freien Flächen innerhalb der Ortschaften Platz finden, bei der Ausweisung neuer Baugebiete im Außenbereich geht die Gemeinde behutsam vor. 

Potenzial für etwa 70 Einwohner in Frieding

So sieht der FNP-Entwurf etwa in Erling im Innenbereich aktuell rund 3,6 Hektar neues Wohngebiet vor. Den Löwenanteil trägt dabei die „Stadlerwiese“. Dort sollen, wie berichtet, Mehrfamilien- und Doppelhäuser mit 54 Wohneinheiten realisiert werden. Dazu kommen die Standorte „Soagberg“, „Pähler Hart“ und das Gebiet südlich des Hauses Erling, die innerorts Platz für weitere rund 100 Einwohner bieten dürften. Baulandneuausweisungen soll es außerdem am „Münchner Feld“ und am Hörndlweg geben.

In Machtlfing wird am „Reischberg West“ Wohnbauland ausgewiesen, in Frieding auf dem östlichen Teil des Bolzplatzes und im Umfeld der Friedinger Pfarrkirche. Als Bauland geeignet wird überdies unter anderem das Gebiet südlich des Riedwegs in Frieding erachtet: mit Potenzial für etwa 70 Einwohner.

„Flächennutzungsplan nicht das richtige Instrument“

Dass die neuen Bürger in der Gemeinde auch Arbeit finden, dafür könnte die im FNP avisierte Erweiterung des Gewerbegebiets in Rothenfeld sorgen. Im Süden des Areals soll ein Streifen entlang des Dachsbogens aus dem Landschaftsschutzgebiet genommen und bebaut werden dürfen. Das Paket ist geschnürt, der Gemeinderat stimmte dem Vorentwurf mit großer Mehrheit zu.

Nur die Einheimischen sah allen voran Georg Zerhoch (CSU) im neuen FNP nicht ausreichend berücksichtigt. Er vermisste in dem Plan eine klare Aussage zu möglichen künftigen Einheimischemodellen in der Gemeinde. „Der Flächennutzungsplan ist nicht das richtige Instrument, das zu steuern“, musste ihn Christian Schwander vom Planungsverband enttäuschen. Der Architekt verwies auf entsprechende Satzungen und mögliche zukünftige Änderungen des FNP, über die Einheimischemodelle geregelt werden könnten.

Zerhoch hatte in der Sitzung schon bei einem anderen Thema mit dem Architekten diskutiert und ihn dabei sogar attackiert. Als es um die Nutzung eines Grundstücks in Friedig Nord ging, forderte Zerhoch Schwander auf: „Bleiben Sie bitte bei der Wahrheit!“ Um die Flächen wird bekanntlich zwischen der Gemeinde und den Eigentümern seit Jahren gerungen. Zuletzt hatte man sich auf die Aufstellung von vorhabenbezogenen Bebauungsplänen geeinigt.

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