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Gastgeber aus Leidenschaft: Anneliese und Eugen Maximilian Hemberger servieren in ihrem Früstückscafé eigens für sie gerösteten Kaffee und süße Versuchungen, aber auch deftige Schmankerl. 

Von Semmeln bis Kuchen

Neues Frühstückscafé in Erling: Wie im eigenen Wohnzimmer

Seit kurzem serviert Eugen Maximilian Hemberger (29) in „Hembergers Frühstückscafé“ in Erling Semmeln mit Marmelade und Eier mit Speck, aber auch Kaffee und Kuchen – und erfüllt damit einen Traum von Mutter Anneliese Hemberger.

Erling – „Hembergers Frühstückscafé“ betritt der Gast durch den ehemaligen Andechser Trachtenladen; dort steigt dem Besucher von hinter der Bar bereits der Kaffeeduft die Nase hoch. Der danebenliegende Frühstückssaal ist lichtdurchflutet, groß und urgemütlich.

Genau so hatte sich Anneliese Hemberger das auch gedacht, die für die Innenarchitektur verantwortlich ist. „Es soll sich anfühlen wie im eigenen Wohnzimmer“, sagt sie. Tische aus Vollholz von „Victors Home“ in Perchting, Eichenparkett und der mit den übrig gebliebenen Parkettbrettern eingefasste Spiegel aus dem Trachtengeschäft fallen ins Auge. Die Leinenkissen und Vorhänge sind selbst genäht, und die Idee der in Holz gefassten Lampen stammt ebenfalls von ihr.

Die Speisekarte entwirft Sohn Eugen Maximilian Hemberger. Zur Wahl steht etwa das „Rucki-Zucki-Frühstück“ mit Croissant, Bauernbutter und Marmeladen. Hausgemacht, versteht sich. Für den großen Hunger eignet sich der „Holzfäller am Spieß“, ein Brotkorb mit Leberkäs, Käse oder Pfefferbeißer und Salami. Freilich darf auch der Frühstücksklassiker Weißwurst nicht fehlen. Alles wird stilvoll auf einem Holzbrett serviert oder das Bauernfrühstück direkt aus der Eisenpfanne. Ein Gag ist der – eigens für die Hembergers geröstete – Kaffee, den der Gast auf Wunsch durch den Filter mit heißem Wasser selbst aufbrühen kann. Ab 14 Uhr gibt es dann noch Obadzn – und die hausgemachten Torten und Kuchen. Der Renner sind Apfelkuchen, die Käse-Sahnetorte mit Pfirsich, Windbeutel und die Apfelsahnetorten, weiß Kuchenbäckerin Anneliese Hemberger.

Man spürt die Leidenschaft, die sie in das Projekt des Sohnes steckt. Alleine könnte sie das Café neben dem Hotel Garni und der im Haus angegliederten Wildmetzgerei nicht führen. Dazu fehle die Zeit. Für das Gespräch mit dem Starnberger Merkur ließ sie sich von Tochter Monika Hemberger in der Metzgerei hinter der Vitrine vertreten.

In dem denkmalgeschützten Anwesen ist seit 100 Jahren alles in Familienhand. „Ich habe den Kindern immer gesagt, lernt, wozu ihr Talente habt“, erzählt die Mutter. Tochter Monika verwirklichte ihren Kindheitstraum mit dem Trachtenladen in Herrsching, in dem in Zukunft auch die von Anneliese Hemberger entworfenen Dirndl verkauft werden. Eugen Maximilian wollte als Bub ein Leben auf dem Traktor verbringen, erzählt er. Den fährt der gelernte Koch abends und an den freien Tagen, wenn er seinem Vater auf dem Wildgelände hilft. Dazu schloss er kürzlich in einer Abendschule den Landwirtsberuf ab.

Ursprünglich hatte er mit einem Wiederbeleben der Wirtschaft geliebäugelt, die einst seine Großmutter in genau diesem Saal betrieb. Erfahrungen dazu hat er etwa im Steigenberger in Bad Wörishofen gesammelt oder im Offizierskasino der Bundeswehr sowie im Posthotel Achenkirch. Nach der Hotelfachschule stand der Hotel-Betriebswirt im Restaurant der Schwarzwaldstube mit Drei-Sterne-Koch Harald Wohlfahrt in der Küche. Er bevorzuge allerdings die gut bayerische Küche, betont der 29-Jährige. Für ein Restaurant fehlten die Genehmigungen. Also eröffnete er das Café, in dem schon einige Geburtstagskinder an einem „Tischlein-Deck-Dich“ ihren Jubeltag mit Freunden gefeiert haben. „Gesellschaften sind willkommen“, sagt er.

Ein Geheimtipp ist die neue Einkehrmöglichkeit an der Starnberger Straße 2 längst nicht mehr – und was die Hembergers besonders freut: „Wir hatten schon viele Erlinger zu Gast.“

Offen ist das Café von Donnerstag bis Sonntag jeweils von 9 bis 16 Uhr. Reservieren kann man unter (0 81 52) 9 18 20.

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