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Brachten den Florianstadl zum Beben: Die Hiphop-Band Einshoch6 mit den Münchner Symphonikern unter Leitung von Enrico Demboye in Andechs.

Carl-Orff-Fest

Das Weltenrad dreht sich wieder

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Die Veranstalter freuen sich über gelungene Festspiele. Fünf intensive Tage haben dem Publikum beim „Carl Orff Fest Andechs Ammersee 2018“ die Möglichkeit geboten, nicht nur Werke Orffs, sondern auch viele aus seinem musikalischen Kosmos zu erleben.

Andechs/Dießen Das Orff-Fest begann mit einem Orgelkonzert mit Bach-Orff in der St. Ottilien-Basilika und endete mit einem Chor- und Orchesterabend im Florianstadl, dem konzertanten „Osteroratorium“ von Bach und dem szenischen „Osterspiel“ von Orff. Dieser weite Bogen spannte sich über das gesamte Festival und begeisterte insgesamt rund 2400 Besucher.

Bis dieses Orff-Fest seinen Anfang nehmen konnte, hatte es durchaus Anlaufschwierigkeiten gegeben. Das Programm des Nachfolgefestivals der Orff-Festspiele, die 2015 eingestampft worden waren, war auch 2016 schon fertig und die Künstler gebucht. Nur wenige Tage, bevor der Vorverkauf beginnen sollte, musste Florian Zwipf-Zaharia für seine Firma Cultus Productions Insolvenz anmelden (wir berichteten). Mit im Boot war von Anfang an der Komponist und Vorsitzende des Carl-Orff-Stiftung, Wilfried Hiller. Er hatte dem mit jährlich fast 10 000 Besuchern erfolgreichen Festival im Streit mit dem Kloster 2015 den Todesstoß verpasst (wir berichteten).

Diesmal war Hiller als Programmgestalter und Freund des Veranstalters mit im Boot. Mit Hiller wurde auch die Erstaufführung des neu geschaffenen „Wer dumm ist, der soll draußen bleibn“ – eine Reise durch das Leben von Carl Orff mit Originalstücken und modernen Rap-Rhythmen, gespielt von den Münchner Symphonikern unter der Leitung von Enrico Delamboye zusammen mit der Rap-Band „Einshoch6“ auf die Bühne gebracht und – begeisterte das Publikum im Florianstadl. Dabei auch Carl Amadeus Hiller, Sohn des Orff-Schülers Hiller.

Zwipf-Zaharia (nun Arte-Musica-Poetica) ist überglücklich, „die Programmidee ist aufgegangen“, freute er sich gestern im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Erstmalig wurde das Oeuvre Orffs nicht singulär zur Aufführung gebracht, sondern den vielfältigen Werken seiner Vorbilder, Lehrmeister, Partner und Schüler gegenübergestellt. Und alle Mitwirkenden – vom Duo d’Accord zu Hansjörg Albrecht, dem Münchener Bachchor und -orchester bis zu August Zirner, von Professor Rathkolb bis zu der veritablen Schauspielergruppe im „Osterspiel“, angeführt von Michael Grimm, seien ebenso glücklich, Teil dieser Festspiel-Premiere gewesen sein zu dürfen, so die Festspielleitung.

Spannend war für Zwipf-Zaharia, wie das Fest in Andechs aufgenommen würde. „Das Kloster legte großen Wert darauf, dass das Orff-Fest anders ist als das frühere Festival, bei dem es Mitveranstalter war“, sagt er. Seine Sorge sei verflogen, „denn auch der Abt war zweimal da und war begeistert“. Zu den Spielstätten zählten außer dem Florianstadl, Ziegelstadel und Traidtcasten Dießen, Pfarrstadel Weßling, Klosterkirche St. Ottilien sowie die Heilig-Kreuz-Kirche in Schondorf.

Und 2400 Besucher insgesamt – „ich finde die Zahl ist schon gut“, sagt der Veranstalter. Natürlich gebe es Luft nach oben. „Aber es geht nicht um Masse, sondern um Qualität.“ Insofern findet es Zwipf-Zaharia „schade für die, die nicht dagewesen sind“. Und er freute sich über erstaunlich viele junge Besucher – außer bei den Workshops in Weßling, die auf geringes Interesse stießen. „Das können wir uns nicht wirklich erklären.“ Unterm Strich sei es trotzdem ein gelungenes Orff-Fest gewesen.

Zwipf-Zaharia und Hiller, gemeinsam für das Programm verantwortlich, freuen sich auf eine Fortsetzung 2019, die in einer längeren Spielzeit stattfinden soll und unter dem Motto „Carl Orff & Wolfgang Amadeus Mozart“ stehen wird. Das genaue Programm werde Ende November bekannt gegeben. Zunächst heißt es. „O Fortuna, das Weltenrad dreht sich wieder. Carl Orff ist wieder da!“

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