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Signierstunde: Auch Georg u nd Luise Kopp aus München lassen sich ihre Ausgabe von Wolfgang Schüle (l.) signieren. 

Buchvorstellung

Andechs-Meranier– sie leben weiter

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Wolfgang Schüle (84) aus Frieding hat einen historischen Roman über den Untergang der Andechs-Meranier veröffentlicht. Mit „Die letzten Jahre der Andechser“ haucht er der Geschichte der Dynastenfamilie erstmals Leben ein.

Andechs – Wolfgang Schüle hat mit seinem ersten Roman viele Menschen überrascht, auch sich selbst. Am Wochenende stellte der 84-Jährige seinen Prosa-Erstling „Die letzten Jahre der Andechser“ auf dem Heiligen Berg in Andechs vor. Überraschend insofern, als der Friedinger über viele Jahre jede Dichtung zur Geschichtsforschung belächelte. Er gesteht dies selbst: Als er den ersten historischen Roman gelesen hatte, habe er ihn nach einer Stunde aus der Hand gelegt mit den Worten: „Wie kann man nur so töricht sein.“ Schließlich wagte er selbst diesen Schritt, nicht ohne den wohl 100 Freunden und Wegbegleitern, die zu dieser Präsentation halb den Heiligen Berg hinaufstiegen, zu versichern, dass er sich an die historischen Eckpunkte gehalten habe.

Genauso kennt man Wolfgang Schüle. Seit jeher fühlt er sich der Geschichte der Andechs-Meranier verbunden. Aber immer legte der ehemalige Studiendirektor Wert auf präzise Angaben. Wenn der vor zwei Jahren verstorbene Pater Coelestin Stöcker die Geschichten der Andechser Heiligen Hedwig und Elisabeth erzählte und unnachahmlich und immer wieder neu ausschmückte, goutierte Schüle dies mit einem freundlichen Lächeln. Nein, von der Dichtung war er noch weit entfernt, als er 1986 gemeinsam mit dem damaligen Pater Anselm Bilgri und dem 2004 verstorbenen Josef Othmar Zöller den Freundeskreis Kloster Andechs aus der Taufe hob und 1993 mit Zöller und Abt Odilo Lechner das historische Werk „Andechs – Der Heilige Berg“ herausgab.

Der frankophile Schüle hat seine Studien in der Geschichte der Andechser zunächst auf Agnes konzentriert, die jüngste Tochter Herzog Bertholds IV., Schwester der Heiligen Hedwig und Elisabeth. Eine Liebes- und Leidensgeschichte, die allein als Vorlage für einen Roman gereicht hätte. Schüle konnte sich noch nicht recht damit anfreunden, als er im Jahr 2003 „Agnes von Andechs-Meranien“ im Eigenverlag herausbrachte.

In seinem historischen Roman „Die letzten Jahre der Andechser“ , steht Agnes’ Bruder Markgraf Heinrich IV. im Mittelpunkt, der Jüngste der Andechser Dynastenfamilie. „Alles bezeugt“, versichert Schüle, „nur bei der Liebe habe ich etwas nachgeholfen.“ Gestützt hat sich Schüle auch auf Forschungen des Heimatvereins Erling-Andechs und auf „zwei beachtliche Arbeiten“ von Dr. Toni Aigner. Aigner ist ebenso Teil des Freundeskreises Kloster Andechs, war wie Schüle, lange Jahre stellvertretender Vorsitzender. Es sind zwei, die lange Zeit einen unausgesprochenen Wettbewerb in der Forschung der Andechser austrugen. Aber während Aigner (81) nochmal die Schulbank drückte und promovierte, bringt Schüle nun das erste Buch über die Andechser im „Erzählstil“ heraus. Aigner war am Samstag unter den zahlreichen Gästen, um zu gratulieren und sich, wie die meisten, einzureihen, um sich den Roman auch signieren zu lassen. Schüle freute sich sehr darüber und über die vielen anderen Besucher. Mit so vielen hatte er nicht gerechnet. Es mussten sogar noch zusätzliche Stühle in den Saal des Andechser Klostergasthofs getragen werden. Unter den Besuchern Familie, Bekannte und Wegbegleiter aus dem Freundeskreis wie Professor Dr. Friedrich Dittmar, Günter Göggelmann, Renate Haushofer oder Kurt Schölderle. Auch Andechs’ Bürgermeisterin Anna Neppel gratulierte.

Bestimmt 200 Exemplare des Romans waren schon am ersten Tag vergriffen, weitere gibt es im Buchhandel und auch im Rathaus Andechs. Die Andechs-Meranier – sie leben weiter.

Die letzten Jahre
der Andechser

ist im Bauer-Verlag Thalhofen erschienen, 357 Seiten, 18 Euro.

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