Hammer: Tuchel bald Trainer in England?

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„Was er anpackte, machte er mit Leidenschaft, Liebe und Hingabe.“Der Semmelsepp, LebensgefährteIn seinem Element: Ein Fisch, der nicht perfekt gebraten war, ging Rudi Gampenrieder nicht über die Theke. 

Nachruf 

Selbst der Papst und Elvis schrieben dem Fisch-Rudi Nachrichten

 Ob lecker Steckerlfisch oder feine Fischsemmeln: Rudi Gampenrieder und sein Lebensgefährte Josef Strotkamp wussten genau, wie sie die hungrigen Besucher des Heiligen Bergs in Andechs glücklich machen konnten. 

Puchheim/Andechs –Über 20 Jahre lang war der Stand vom Fisch-Rudi eine bekannte und beliebte Anlaufstelle für Besucher aus aller Welt. Kunden von nah und fern freuten sich auf eine zünftige Einkehr in der direkten Nachbarschaft der Klosterwirtschaft. Nun ruhen die fleißigen Hände des Fisch-Rudi für immer: Im Alter von 72 Jahren hörte das Herz von Rudolf Gampenrieder auf zu schlagen.

In Andechs servierten Rudi Gampenrieder und Josef Strotkamp über 20 Jahre lang Steckerlfisch und Fischsemmeln. Dabei legten sie immer Wert auf Qualität und Geschmack. „Man muss es einfach gesehen haben, wie er seine Ammerseerenken oder die Eismeermakrelen auf die Stecken zog und über dem Buchenholz servierfertig machte“, sagt Strotkamp.

Ein Fisch, der nicht perfekt gebraten war, ging bei ihm nicht über die Theke. Wenn viel Betrieb war, werkelte Strotkamp neben ihm. Er war zuständig für die Fisch- und Lachssemmeln, was ihm den Spitznamen Semmelsepp einbrachte. Wurde die Schlange vor dem Stand einmal ein bisserl länger, dann unterhielt Gampenrieder seine Kundschaft mit Anekdoten und alle erfreuten sich an seinen lebendig erzählten Geschichten. „Ich hatte immer einen guten Draht nach oben“, sagte der Fisch Rudi zu Lebzeiten. Fakt ist, dass Rudolf Gampenrieder sogar eine Grußkarte von Elvis Presley und eine Schriftrolle mit weißgelber Kordel direkt aus dem Vatikan erhielt – letztere höchstpersönlich unterzeichnet von Papst Johannes Paul II.

Das Leben von Rudi Gampenrieder war immer bunt und lebendig. In jungen Jahren mischte der Puchheimer auch in vorderster Front auf dem Oktoberfest mit. Der gebürtige Traunsteiner wuchs quasi in Sichtweite des Oktoberfests, oberhalb der Theresienhöhe, auf. Schon als Jugendlicher machte er als Steilwandfahrer auf der Wiesn von sich reden. So dauerte es nicht lange, bis die Wiesnwirtinnen der Fischer-Vroni – Anita Schmied und Eva Stadtmüller – auf den schneidigen, jungen Rudi Gampenrieder aufmerksam wurden: Sie machten ihn zum Direktor ihres Zelts auf dem Oktoberfest und sie bereuten diese Entscheidung nicht, denn: Rudi Gampenrieder war ein Macher, und zwar im besten Sinne des Wortes: „Was er anpackte, machte er mit Leidenschaft, Liebe und Hingabe“, sagt sein Lebensgefährte Josef Strotkamp.

Die beiden gingen 45 Jahre lang gemeinsam durch dick und dünn. Sie lernten sich 1972 in München kennen. Im Jahr 2010 besiegelten sie ihre Partnerschaft vor dem Standesamt und machten ihre 45 Jahre währende Lebensgemeinschaft amtlich. Mit Ressentiments in der Familie, im Freundeskreis oder in der Nachbarschaft mussten sie sich nicht auseinandersetzen: „Unsere Partnerschaft wurde von unserem Umfeld von Anfang an akzeptiert und nicht in Zweifel gezogen“, sagt Josef Strotkamp. Dafür ist er allen Weggefährten bis heute dankbar, denn: „Ich blicke auf eine sehr schöne, glückliche Zeit zurück, die ich mit Rudi verbringen durfte. Wir hatten ein wunderbares, erfülltes und bewegtes Leben.“(akk)

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