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Eine eindrucksvolle Präsentation erlebten die Mitglieder des Arbeitskreises Energie der Gemeinde Andechs bei ihrem Besuch im Sonnenhaus in Buch. Die hier gesammelten Erfahrungen sollen Schule machen.

Arbeitskreis Energie

100 Prozent Sonnenausbeute

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Das Sonnenhaus in Buch ist vorbildlich. Und droht doch, aufgrund der Bauvorschriften einzigartig zu bleiben. Der Gemeinderat sucht nun nach einem Ausweg.

Andechs/Buch – Ein Vortrag über Energieeinsparung, einen Thermographiespaziergang und auch die Quartiersanierung am Steinrinnenweg waren Themen des Arbeitskreises Energie der Gemeinde Andechs.

Als kleines Extra hatte Bürgermeisterin Anna Neppel nun alle Andechser zu einem Besuch im Bio-Sonnenhaus in Buch eingeladen. Fünf Anmeldungen hatte es gegeben, am Ende war die Besuchsgruppe achtköpfig. Und vor allem für die Rathauschefin durchaus spannend, denn wie berichtet, stehen im Ortsteil Erling in den nächsten Jahren einige Bauprojekte an. Und auf der Stadlerwiese gäbe es durchaus Potenzial für solch umweltfreundliches Bauen, meint Anna Neppel. Bei einer anstehenden Ortsbesichtigung will sie das Thema auf jeden Fall ansprechen.

Das Bio-Sonnenhaus, für das Susanna und Thomas Allner-Kiehling im Jahr 2011 den Energiepreis des Landkreises Starnberg erhielten, ist einzigartig im Landkreis. Und wird es wohl bleiben, denn selbst in Buch, wo es steht, wäre es heute nicht mehr möglich so zu bauen.

Technik ist heute schon wieder weiter

Die Gemeinde Inning hat dem einen Riegel vorgeschoben, indem der Bebauungsplan insofern geändert wurde, als die Dachneigung wegen der Blendwirkung der Sonnenmodule nur noch maximal 32 Grad betragen darf. Die Dachneigung an der Südseite des Sonnenhauses beträgt 65 Grad, um den besten Solarertrag zu erhalten. Nur so geht die Rechnung auf. Im Jahr 2011 war das das erreichbare Optimum. Thomas Allner-Kiehling erklärte den Besuchern aus Andechs, dass die Technik heute weiter sei, eine Dachneigung von 65 Grad in südlicher Ausrichtung zur Wintersonne erzeuge zwar eine 100-prozentigen Auslastung, sei aber nicht mehr zwingend notwendig.

Es gebe Berechnungen wie die Ertragskraft sich verhält, je nach Dachneigung. Allner-Kiehling empfahl dazu die Internetseite vom Sonnenhausinstitut Straubing.

Die Allner-Kiehlings hatten anfangs durchaus Probleme. Nicht mit der Technik. Die direkten Nachbarn wurden von den Kollektoren geblendet. Allner-Kiehlings ließen ihnen auf ihre Kosten neue Fenster einbauen. Auch Autofahrer auf der Staatsstraße fühlten sich zuweilen geblendet, woraufhin die Sonnenhaus-Besitzer zwei große Ahornbäume pflanzten. Seitdem gibt es keine Beschwerden mehr. So etwas würden sie beim nächsten Vorhaben, das sie am Rauscher Weg in Herrsching planen (wir berichteten) von vornherein ausschließen wollen.

Gespräche mit Herrsching laufen

Mit der Ammersee-Gemeinde Herrsching sind sie deshalb gerade in Gesprächen darüber, was ein Bebauungsplan zulassen könnte. Denn ohne Häuser wie das der Allner-Kiehlings werde der Landkreis sein Ziel, bis 2035 energieautark zu sein, nicht erreichen, hatte Bürgermeister Christian Schiller in dieser Sitzung festgestellt.

Abstandsbebauung, Ausrichtung zur Wintersonne und Dachneigung sind die Schlüsselwörter für Sonnenhäuser. „Jedes Grundstück ist dafür nicht geeignet“, weiß die Andechser Bürgermeisterin Anna Neppel. „Aber es sollte uns ein Anliegen ein, wenn es machbar ist“, findet sie. Die Gruppe aus Andechs, zu der auch einige Gemeinderäte zählten, habe sich dies als Hausaufgabe mit nach Hause genommen. „Wie kann man einen Bebauungsplan so offen halten, dass ein Vorhaben wie dieses möglich ist?“ Das ist die Hauptfrage, die sich Anna Neppel stellt. Im Hinblick auf die Bebauung der Erlinger Grundstücke strebt die Rathauschefin eine Absprache mit Herrsching an.

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