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Die Gewinner des Kunstpreises der Stadt Starnberg: Stephanie Pietsch (1. Platz), Dieter Stein (2. Platz) und Birgit Rörig (3. Platz, von links).

Kunstpreis 2017 für Stefanie Pietsch

Preisträgerin von 2013 wiederholt Erfolg

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Aus schattiger Kellerwerkstatt in ein lichtdurchflutetes Künstler-Atelier an einem der exponiertesten Standorte in Starnberg. Diesen „ehrfürchtigen Schock“ hat Stefanie Pietsch 2013 mit Bravour überstanden. Vier Jahre später ließ sie sich wieder auf das Abenteuer ein – und überzeugte die Jury erneut: Die 42-Jährige aus Andechs ist auch Kunstpreisträgerin 2017.

Starnberg – Zum 15. Mal ist der Starnberger Kunstpreis heuer ausgelobt worden. Und er erlebte dennoch eine Doppelpremiere. Denn es war das erste Mal, dass sich ein Kunstpreisträger noch einmal an diesem Wettbewerb beteiligt hat. Folgerichtig ist es auch das erste Mal, dass ein Preisträger seinen Triumph wiederholen konnte.

Die 42 Jahre alte Mutter von zwei Kindern hat sich gegen 46 Mitbewerber durchgesetzt – mit einem Aquarell und zwei Tuschezeichnungen. Am Mittwoch war Abgabe der Arbeiten, am Donnerstag traf sich die achtköpfige Jury. Am Freitag präsentierte Starnbergs Kulturamtschefin Annette Kienzle die Preisträger. Sie resümierte kurz einen Wettbewerb, der mit 47 Teilnehmern eher bescheiden ausgestattet war – es gab auch schon Bewerbungsrunden mit deutlich mehr als 70 teilnehmenden Künstlern.

Aber Quantität ist nicht gleich Qualität. So hatte die Jury zwar einigermaßen leichtes Spiel, die Spreu vom Weizen zu trennen. Aber als es darum ging, unter den Finalisten die Preisträger auszumachen, „gab es heftige Diskussionen“, berichtete Kienzle. Zum Verständnis: Kein Jurymitglied wusste, welche Namen hinter den Kunstwerken stecken, alle Signaturen oder andere Identitätsmerkmale waren abgedeckt worden. Noch spannender wurde es bei der Zuteilung der Plätze eins und zwei. Letztendlich sprach sich die Jury für die Künstlerin aus Andechs aus.

Stefanie Pietschs Arbeitsweise, sich auf das Wesentliche eines Motives zu konzentrieren, gab offensichtlich den Ausschlag: „Mit wenigen sicheren Linien setzt Stefanie Pietsch das Motiv mit dem Kind am Esstisch kühn und großzügig in den Bildraum ... “, heißt es im Urteil der Jury. Bei dem Kind handelt es sich um den heute neunjährigen Sohn der Künstlerin. Und der saß nicht am Tisch, sondern lag auf dem Bauch seines Vaters, als die Fotovorlage entstand, nach der Stefanie Pietsch die schnelle Tuschezeichnung aufs Papier wischte. Tusche liebt die studierte Grafik-Designerin – „wegen der intensiven Farben“. Und die Aquarelltechnik liegt ihr, „weil man schnell arbeiten muss und keine Möglichkeit der Korrektur hat“.

Der 1. Preisträgerin kauft die Stadt ein Werk für 3000 Euro ab, ganz gleich, welchen Wert das Bild hat. Zudem darf die Kunstpreisträgerin das Paul-Thiem-Atelier an der Josef-Fischhaber-Straße nutzen. Die in den nächsten zwei Jahren geschaffenen Werke werden in einer Einzelausstellung im großen Saal der Schlossberghalle gezeigt. Den zweiten Preis sprach die Jury dem Gautinger Künstler Frederic Dieter Stein (2000-Euro-Ankauf) zu, der dritte Preis geht an Birgit Rörig (Gauting, 1000-Euro-Ankauf). Einen Anerkennungspreis erhielt Martina B’shary aus Feldafing.
Stephan Müller-Wendlandt

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