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Der Chorraum des Klosters ist normalerweise der Mönchsgemeinschaft vorbehalten. Hier wird gemeinsam gebetet. Pater Lukas sprach in der Jugendwoche mit David Bükki (l.) und M. Schmid auch über die Heilige Schrift. 

Tage für junge Männer

Leben wie ein Mönch

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Einmal im Jahr sind junge Menschen eingeladen, den Klosteralltag in Andechs für eine Woche kennen zu lernen. Jetzt war es wieder soweit.

Andechs – Ein Leben im Kloster, „darüber gibt es teilweise sehr schräge Vorstellungen“, weiß Pater Lukas Essendorfer. Der Andechser Kaplan koordiniert seit sechs Jahren die Tage für junge Männer, die im Kloster Andechs bereits seit 40 Jahren angeboten werden. „Es soll zunächst einmal nur eine Auszeit sein“, erklärt der 45-Jährige. In diesem Jahr waren David Bükki (20) und M. Schmid (29) für eine Woche Teil der Gemeinschaft.

Abt Odilo Lechner hatte das Angebot für junge Männer einst ins Leben gerufen. Anfangs dauerte der Aufenthalt bis zu vier Wochen, statt großen Gruppen mit bis zu 30 jungen Männern werden heute nur noch bis zu neun Bewerber angenommen. Unabhängig von Dauer und Gruppengröße verging kein Jahr, in dem es nicht interessierte Teilnehmer gab. Auch Abt Johannes Eckert war einmal ein Teilnehmer, bevor er 1994 dem Orden beitrat. Pater Lukas war bereits Novize, als er 2010 das erste Mal an einer solchen Jugendwoche teilnahm. „Ich bin dann hineingewachsen“, sagt er. Heute begleitet und betreut er die jungen Männer mit seiner erfrischenden, noch immer jugendlichen Art.

„Das Klientel verändert sich“, hat Pater Lukas festgestellt. „Selbstverständlichkeiten nehmen ab.“ So geschah es, dass er weitere Bewerber für dieses Jahr nach dem obligatorischen telefonischen Vorgespräch ablehnen musste. „Es gab Gründe, wo man sagt: Das passt nicht.“ Das komme vor. Bei Bükki und Schmid passte es, sie sind „Wiederholer“. Der 20-jährige Münchner nahm vor zwei Jahren schon einmal teil, der 29-jährige Zimmerer aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck ist schon zum dritten Mal dabei – für den einen ist es ausdrücklich nicht mehr als die angebotene Auszeit (Schmid), für den anderen auch Gelegenheit zur Orientierung. Denn David Bükki will sich noch nicht festlegen und erst mal eine Ausbildung als Brauer und Mälzer machen.

Die jungen Männer werden in das Klosterleben mit den aktuell sechs Mönchen in Andechs eingebunden. Das heißt, dass auch ihr Tag mit dem Morgengebet um 7 Uhr beginnt. Gebetszeiten sind üblicherweise morgens (Laudes), mittags (Sext), abends (Vesper) und vor dem Schlafengehen (Komplet). Schmid gesteht, dass er nicht gern in die Kirche geht, seine Auszeit in Andechs ist eine Ausnahme. „Ich bin gern hier“, sagt er. „Hier komme ich zur Ruhe.“ Pater Lukas unterstützt dies und freut sich über jeden Teilnehmer. Religion spiele auch keine Rolle. „Es kann jeder kommen, der sich in die Gemeinschaft einfügen möchte, ganz gleich ob Katholik, Protestant, Agnostiker oder Atheist.“ Voraussetzung ist, sich auf den benediktinischen Tagesrhythmus einlassen zu wollen und sich bewusst zu sein, dass die Einbindung in die zurückgezogene Gemeinschaft der Mönche ein Privileg ist.

Pater Lukas unterscheidet die jungen Männer deshalb deutlich von übrigen Klostergästen – wie Pilgern oder Teilnehmern der Exerzitien für Manager. Die jungen Männer teilen mit den Mönchen den Klausurbereich, sie arbeiten und beten gemeinsam. „Jeder lernt voneinander, auch die Mitbrüder. Wir profitieren durchaus von euch“, sagt der Kaplan mit Blick auf die einzigen beiden Teilnehmer in diesem Jahr. Er findet: „Wir hatten eine tolle Woche.“ Ob beim Habit-Bügeln in der Wäscherei, beim Fensterputzen oder beim Besuch anderer Klöster, zum Beispiel Ettal. Bei Sommertemperaturen wie zur Zeit geht es in der gemeinsamen Freizeit auch mal an den See. „Wir hatten viel Spaß“, sagen auch Bükki und Schmid, die das Kloster an diesem Samstag wieder verlassen.

Jugendwoche

Eine Jugendwoche gibt es auch 2019 sicher wieder. Informationen dazu gibt es im Kloster, z (0 81 52) 37 60, oder unter tageimkloster@andechs.de.

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