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Druckerei Ulenspiegel Machtlfing
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Die Tage sind gezählt: Die Geschäftsführer Christoph Merk (l.) und Stephan Maier in ihrem so genannten Drucksaal an der Birkenstraße in Machtlfing.

Nach Umsatzeinbrüchen muss Druckerei schließen

Ulenspiegel gibt nach Lockdown auf

  • vonAndrea Gräpel
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Die drei Geschäftsführer der Druckerei Ulenspiegel Andechs waren optimistisch ins Jahr gestartet – das Auftragsbuch war gefüllt, die Umsätze gut. Dann kam der Lockdown. Und jetzt ist alles vorbei. Das Unternehmen wird bis zum Jahresende liquidiert. Zwar werden Kunden bis dahin noch weiter betreut, aber die beiden Druckmaschinen sind schon verkauft.

Machtlfing – Die Stimmung an der Birkenstraße in Machtlfing ist gedrückt. Die Entscheidung ist Christoph Merk, Stephan Maier und Barbara Classen nicht leicht gefallen. Merk war schon länger Mitglied der Geschäftsführung, aber mit den beiden anderen wurde erst vor sieben Jahren ein Generationswechsel vollzogen. Aus der Belegschaft heraus. Denn alle drei sind langjährige Mitarbeiter. Merk sogar seit 30 Jahren. Er hat in Machtlfing seine Ausbildung zum Drucker absolviert. Maier ist schon seit 20 Jahren dabei. Der 45-Jährige und Geschäftspartnerin Barbara Classen hatten als Schriftsetzer bei Ulenspiegel angefangen. Ein Unternehmen, das 1978 von Studenten als Kollektiv in München gegründet worden war. Die Idee war es, selbstbestimmt und hierachiefrei zu arbeiten und darüber hinaus gemeinwohl-ökologisch und umweltfreundlich. Dieses Klima spürten auch die Kunden, viele aus den Bereichen Veranstaltung und Kultur.

Genau da liegt das Problem. Den Kinos geht es schlecht, den Theatern geht es schlecht, und auch Bildungseinrichtungen stöhnen. Sie alle ließen Broschüren und Plakate bei Ulenspiegel drucken. Ein Geschäft, das im März komplett einbrach. Und nach dem Lockdown überlegten viele, auf digital umzustellen, sagt Merk. „Niemand weiß, wie sich das entwickelt.“

Unterdessen stand der Druckerei das Wasser bis zum Hals. Da half es niemandem, dass sie als systemrelevant eingestuft wurde und eine Soforthilfe erhielt. Das deckte gerade einmal die Miete, denn Drucksaal und Büroräume – insgesamt 1200 Quadratmeter – sind nur gemietet. Die Gehälter für sich und vor allem die drei Angestellten mussten aber auch weitergezahlt werden. „Wir haben jeden Tag weitergearbeitet, aber unterm Strich hatten wir ein Minus“, sagt Merk.

Irgendwann stand das Geschäftsführertrio vor der Entscheidung, einen Unternehmerkredit zu beantragen oder sich einzugestehen: Es ist vorbei. Bevor die drei sich also eine weitere Schuldenlast aufbürdete, entschieden sie sich aufzuhören. „Das Konstrukt, wie es ist und war, ist nicht mehr zu halten“, so Maier. Die Liquidation liege gerade beim Notar.

„Es war eine anstrengende Zeit, auch emotional“, gesteht Maier. Über das Aus von Ulenspiegel zu entscheiden, sei für die drei Geschäftsführer am schlimmsten gewesen. Nun gehe es darum, das Gebäude zu räumen, sobald es einen Nachmieter gibt. Bis Ende des Jahres sei die Firma auf jeden Fall am Standort erreichbar, und Kunden werden in Partnerdruckereien in Augsburg und Huglfing weiterhin betreut.

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