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Gebt den Kindern das Kommando, singt Herbert Grönemeyer. Patricia (11, l.) und Sarah (8) werden ihn nicht kennen, aber nachdem zunächst niemand an ihren Schutz dachte, n ahmen sie die Sache selbst die Hand.

Sanierung Ortsdurchfahrt

Kinder zeigen, wo’s langgeht

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Seit ein paar Tagen wird an Bauabschnitt drei der Straßensanierung in  Erling gearbeitet. Und wieder gibt es eine Umleitung durch Wohngebiet.

Erling – Es herrscht wieder Ausnahmezustand in Erling. Die im Volksmund als „ewige Baustelle“ bezeichnete Sanierung der Ortsdurchfahrt geht in ihrem dritten Jahr in die dritte und letzte Phase (wir berichteten). Seit Montag wird an der Starnberger Straße gearbeitet. Da sie nur einspurig befahrbar ist, wird der Verkehr aus Richtung Starnberg und Machtlfing über die Mühlstraße auf die Andechser Straße und zurück auf die Ortsdurchfahrt umgeleitet. Es sind Ferien, und damit herrscht auch ein großes Verkehrsaufkommen. Da zunächst nicht daran gedacht war, wenigstens das Tempo auf der Mühlstraße zu beschränken, haben Erlinger Kinder selbst die Initiative ergriffen.

Patrizia (11) und Sarah (8) haben sich ihre eigenen Schilder bemalt und sich mit diesen Schildern in der Hand gut sichtbar an den Straßenrand gestellt – stundenlang. Denn die Mühlstraße ist eine Wohnstraße, auch Anliegerstraße genannt. Als solche ist sie geschätzt halb so breit wie die Ortsdurchfahrt und hat auch nur auf einer Seite einen Gehweg. „Aber in 95 Prozent der Häuser wohnen kleine Kinder“, sagt Andrea Oberhofer. Die besorgte Mutter hatte sich bereits mit den Ämtern in Gemeinde und Landratsamt in Verbindung gesetzt, um auf die gefährliche Situation aufmerksam zu machen.

„Diese Baustelle ist sehr ärgerlich“, findet die Erlingerin. Seit drei Jahren werde der Verkehr immer mal wieder über die Mühlstraße geleitet. Selbst wenn die Ortsdurchfahrt einspurig befahrbar war, hätten die meisten irgendwann herausgefunden, wo es in Erling Schlupfwinkel gibt, durch die man schneller durchkomme. Es gebe im nördlichen Teil des Klosterdorfs wohl niemanden mehr, der sich noch nicht über den vielen Verkehr geärgert hätte, glaubt Andrea Oberhofer. Hinzu komme, dass Lkw und Wohnmobile mittlerweile mit dem Navigationssystem über die Mühlstraße geleitet würden, wenn sie zum Kloster wollten. „Weil’s zwei Meter weniger Weg sind“, ärgert sie sich. Ausschlaggebend nun sei aber die aktuelle Umleitung seit Montag. Sie soll bis zum Ende der Bauarbeiten dauern, die für November erwartet werden.

Die Untere Verkehrsbehörde im Landratsamt hat die Bedenken der Mutter und die Aktion der Kinder ernst genommen. Schon gestern wurden offizielle Tempo-30-Verkehrsschilder aufgestellt. Zusätzlich haben die Kinder ihre Schilder platziert. Es müssen sich nur noch die Autofahrer an diese Anordnung halten.

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