Auf dem Balkon des Kinderhauses in Erling
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Freude über ein gelungenes Kinderhaus, allein es fehlten schon im vergangenen Jahr noch mehr Kinder (v.l.): Jan Lang, Claudia Kobschätzky, Einrichtungsleiterin Simone Lushtaku und Bürgermeister Georg Scheitz.

Kinderbetreuung in Andechs

Ein Drittel der Plätze ist noch frei

  • vonAndrea Gräpel
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Eigentlich befinde sich die Gemeinde Andechs in einer wunderbaren Situation, sagt Bürgermeister Georg Scheitz. Während nämlich andere Gemeinden kaum noch Betreuungsplätze haben, verfügt Andechs auch weiterhin über mehr als genug. So viel mehr, dass es sich die Gemeinde sogar leisten kann, einen Kindergarten leerstehen zu lassen. Aber natürlich kosten unbesetzte Plätze Geld. „Wenn sich eine Gemeinde einmieten möchte, bitte“, sagt er lachend.

Erling - Gut ein Drittel der insgesamt 324 Betreuungsplätze ist in Andechs unbesetzt. Allein im vom BRK betriebenen Kinderhaus sind nur die Hälfte der 137 Plätze in Krippe, Kindergarten und Hort belegt. Schon im August vergangenen Jahres hatten BRK und Gemeinde gehofft, dass die Nachfrage möglicherweise auch durch Neuzuzüge wächst. Aber es gab nur 42 neue Anmeldungen fürs kommende Kindergartenjahr, dem stehen 37 Abgänger entgegen, die in die Schule wechseln. „Wir hatten mit mehr Anmeldungen gerechnet“, gesteht Scheitz.

Schon vor dem neuen Kinderhaus „StaRKe Strolche“ gab es in Andechs Einrichtungen, die gut laufen. Sei es die Bärenhöhle (Netz für Kinder) in der Alten Schule, die Krippe Pusteblume in der Alten Schule in Machtlfing, der BRK-Kindergarten Sternschnuppe in Frieding oder auch den Waldkindergarten in Machtlfing, für den sich Scheitz als ehemaliger Vollzeit-Biobauer immer mehr begeistern kann. „Ein richtiger Dorfkindergarten“, schwärmt er. Aber auch dort sind 15 der 40 Plätze unbesetzt. In allen anderen Einrichtungen sind die Gruppen soweit voll. Große Hoffnung setzt Scheitz auf den geburtenstarken Jahrgang 2018. Mit ihm sollten die Zahlen der Hochrechnungen erreicht werden.

„Im Wahlkampf hat es dabei noch geheißen, dass die Schule bald angebaut werden müsste“, erinnert sich Scheitz. Angesichts knapper Kassen ist er deshalb ganz froh. Für den dritten Zug waren bereits Übergangscontainer angeschafft worden (wir berichteten). Die allerdings sind gebraucht und müssten erst hergerichtet werden. Das kann sich die Gemeinde vorerst sparen. Angebaut werden muss auch nicht.

Als Zuzugsgemeinde war Andechs bei den Hochrechnungen auf Nummer sicher gegangen, aber schon das Neubaugebiet Sonnenanger erwies sich als wenig kinderreich. Die zugezogenen Familien am Steinrinnenweg „reichen auch nicht aus“. Vielleicht ändert sich etwas mit der Bebauung von Stadlerwiese und Wieninger Schloss, aber das wird noch dauern. Und so lange es noch freie Kapazitäten gibt, wird auch die für einen Kindergarten angemietete Immobilie im ehemaligen Dorfladen in Machtlfing nicht verwendet werden. Dabei war dort nach dem Auszug des Waldorf-Kindergartens alles neu gemacht worden – Küche, Boden, sanitäre Anlagen. Alles kindgerecht, weswegen die Überlegung einer Nutzung als Tagespflege zum Beispiel schwer fällt. Man müsste alles wieder rausreißen. „Die nächsten drei Jahre werden wir die Räume aber nicht brauchen“, bedauert Scheitz.  

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