Die Gemeinde Andechs sucht Flächen für Fotovoltaikanlagen.
+
Die Gemeinde Andechs sucht Flächen für Fotovoltaikanlagen.

Umweltausschuss überprüft für Freiflächenfotovoltaik Bereiche südlich von Frieding und Rothenfeld

Zwei Standorte in engerer Wahl

  • Katja Brenner
    vonKatja Brenner
    schließen

Welche Standorte im Andechser Gemeindegebiet sind für Freiflächenfotovoltaik geeignet? Um das zu klären, nahm das Ingenieurbüro Sing aus Landsberg, das sowohl die Berger Windräder als auch die Fotovoltaikanlage auf den Autobahngalerien bei Gilching geplant hat, mehrere Flächen im Gemeindegebiet unter die Lupe.

Andechs – Das Ergebnis der ersten Grobeinschätzung stellte Gerd Mulert von der Energiegenossenschaft Fünfseenland in der jüngsten Sitzung des Energie- und Umweltausschusses des Andechser Gemeinderates vor. Mulert konstatierte, „dass eigentlich nur eine Fläche in Frage kommt“.

Untersucht wurden zwei Standorte, der eine südlich von Frieding, der andere, Spornritt, im Süden von Rothenfeld und im Norden von Machtlfing. Die rund 9000 Quadratmeter große Fläche am Spornritt falle aufgrund ihrer wirtschaftlichen Vornutzung als Kiesgrube wie die andere Fläche bei Frieding voraussichtlich in die Kategorie Konversionsfläche und wäre EEG-förderfähig. Wegen der Lage innerhalb des Waldes und aufgrund der möglichen Verschattung sah das Ingenieurbüro Spornritt jedoch als ungeeignet an. Zudem läge der nächste Einspeisungspunkt zu weit weg.

Weniger Verschattung gebe es hingegen beim Standort an der Kiesgrube Frieding, den das Büro wegen seiner Lage und Größe als geeigneter einstufte. Auf 20 000 Quadratmetern könnte dort Sonnenenergie gewonnen werden. „Wenn, dann dort“, meinte Mulert. Das Problem: Erst etwa ein Viertel der Fläche ist rekultiviert, für Aushub wird die Grube noch gebraucht. Bürgermeister Georg Scheitz stellte in Aussicht, dass das mindestens fünf Jahre noch so bleibe. Ansonsten sei Frieding „ein Top-Standort“.

Dass Spornritt in der Vorbetrachtung rausgefallen sei, missfiel Scheitz. Damit an den Standorten überhaupt Freiflächenfotovoltaik-Anlagen errichtet werden können, müsse mittels Bauleitplanung zunächst Baurecht geschaffen werden, da die Anlagen als Gebäude gelten. Die Flächen müssten daher aus dem Landschaftsschutz genommen werden. Bis das passieren könnte, muss jedoch noch die Netzanschlussfrage geklärt werden, um eine Wirtschaftlichkeitsberechnung anzustellen. Das Gremium entschied einstimmig, dass dies entgegen Mulerts Ausführung für beide Standorte erfolgen soll.

Auch einen Antrag der Bürgergruppe zum Thema Fotovoltaik bewilligten die Ausschussmitglieder einstimmig. Der Bürgergruppe schwebt ein Solarkraftwerk an der Kreisstraße gegenüber dem Gewerbegebiet Rothenfeld vor. Auf der landwirtschaftlich genutzten Fläche gebe es „kaum Verschattung“, sagte Erasmus Höfler (Bürgergruppe). Wegen des Gewerbegebiets sei außerdem ein geeigneter Einspeisepunkt vermutlich nicht weit weg. Die Bürgergruppe argumentierte zudem damit, dass die Flächen gegenüber des Gewerbegebiets nicht intensiv-landwirtschaftlich, sondern als Weide/Wiese genutzt werde. Dem widersprach Christian Kaiser (SPD). Das seien „schöne landwirtschaftliche Flächen ohne Buckel“, sagte er und regte an, mit den Firmen im Gewerbegebiet über die Ausstattung der Gebäudedächer mit Fotovoltaikanlagen zu sprechen.

Am Ende beauftrage der Umweltausschuss die Gemeindeverwaltung, mit dem Grundstückseigentümer in Kontakt zu treten, um das Thema Solarkraft auf der grünen Wiese zu besprechen.

Auch interessant

Kommentare