+
Vor Gericht wurde jetzt der Streit zwichen der Andechser Bio-Molkerei und dem Kloster auf dem Heiligen Berg beigelegt.

Andechser Käse-Streit vor Gericht beigelegt

Andechs/München - Der anrüchige Käse-Streit zwischen der Andechser Bio-Molkerei Scheitz und dem altehrwürdigen Kloster auf dem sogenannten Heiligen Berg ist zumindest gerichtlich beigelegt.

Der milchverarbeitende Betrieb zog seinen Antrag auf Unterlassung gegen die Mönche zurück, wie das Oberlandesgericht (OLG) München am Dienstag mitteilte (Gz.: 29 U 3284/11). Das Familienunternehmen wollte der Abtei verbieten lassen, einen in der Klostergaststätte angebotenen Käse als „Andechser Frischkäsezubereitung“ zu bewerben.

Beide Betriebe werben mit dem Namen Andechs - die Molkerei mit der Marke „Andechser Natur“, die Benediktiner mit dem Slogan „Andechs - Genuss für Leib und Seele“. Wiederholt gerieten sich Molkerei und Mönche in den vergangenen Jahren wegen ihrer Werbekampagnen in die Haare. Im aktuellen Käse-Krieg sah Scheitz das Recht an seiner Marke verletzt. Der beanstandete Käse werde gar nicht im Kloster hergestellt, sondern dort nur vermarktet. Von Sauerrahm- und Joghurtherstellung hätten die Mönche „nicht den Schimmer einer Ahnung“, argumentierte der Molkerei-Anwalt im Prozess.

Die Abtei berief sich hingegen auf die „übergeordnete“ Marke. Dahinter stehe das Kloster, dem es frei gestellt sein müsse, eine geografische Bezeichnung zu verwenden, die mit ihm verbunden ist. Diesen Bezug schien auch das OLG zu sehen, wie in der Verhandlung am 8. Dezember 2011 deutlich wurde. Politisch gesehen habe die Bezeichnung „Andechser“ durchaus einen Bezug zu den Mönchen.

Nach diesem Hinweis des Senats schien die Molkerei wohl zu befürchten, vor Gericht endgültig zu unterliegen, nachdem sie bereits im Juni 2011 am Münchner Landgericht abgeblitzt war. Auf Anfrage teilte Scheitz zu seinem weiteren Vorgehen am Dienstag lediglich mit: „Aktuell sind wir mit unseren Anwälten dabei, ein weiteres Mediations-Angebot zu formulieren.“ Das OLG hatte angeregt, dass sich die Streithähne außergerichtlich einigen.

Molkerei und Mönche beharken sich wegen des klangvollen Namens Andechs nicht zum ersten Mal. So klagt die Benediktinerabtei St. Bonifaz in München, zu der das Kloster in der kleinen oberbayerischen Gemeinde gehört, gegen das Markenzeichen „Andechser Natur seit 1908“. Mit diesem Label wirbt die Familie Scheitz - sie verarbeitet im Jahr gut 90 Millionen Liter Milch von 600 Bio-Bauern - für ihre Produkte. Das Kloster hält die Verwendung des Begriffes für unzulässig, da Bio-Produkte der Molkerei erst seit 1980 erzeugt würden. Sein Sprecher Martin Glaab bekräftigte am Dienstag, man wolle die Verwendung des Ortsnamens in der Werbung gerichtlich geklärt wissen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Höhenrainer Kicker landet in Klinik - Jetzt ermittelt auch das Kreissportgericht
Die Polizei wurde am Sonntag nach einem Fußballspiel nach Höhenrain gerufen. Grund: Ein gegnerischer Spieler sollen einen Höhenrainer Kicker nach dem Schlusspiff im …
Höhenrainer Kicker landet in Klinik - Jetzt ermittelt auch das Kreissportgericht
Null Interesse an Alternativen
Die Vorschläge der Planerin fanden keine Beachtung: CSU-Fraktion und Freie Wähler haben sich beim Bebauungsplan für das Areal Hochstift-Freising-Weg/Karolinger Straße in …
Null Interesse an Alternativen
Zwei Wochen für 85 Sterne
Advent und Weihnachten schicken die Vorboten: In Starnberg wird die Beleuchtung installiert, nächste Woche wird der große Weihnachtsbaum auf dem Kirchplatz aufgestellt.
Zwei Wochen für 85 Sterne
15-Meter-Graffiti: Tankstellen-Eigentümer setzt Belohnung auf Täter aus
Die Fassade war gerade erst renoviert worden: Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres verunstaltet ein großes Graffiti die Gilchinger Tankstelle „Allguth“. Die Eigentümer …
15-Meter-Graffiti: Tankstellen-Eigentümer setzt Belohnung auf Täter aus

Kommentare