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Dunkle Wolken über Breitbrunn: Die Klosterwiese soll bebaut werden.

Klosterwiese in Breitbrunn

Anwohner fühlen sich betrogen

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Breitbrunn - Die Anwohner wehren sich gegen die Bebauung der Klosterwiese in Breitbrunn. Sie wollen ihr Idyll behalten.

Die Anwohner der Klosterwiese in Breitbrunn kämpfen weiter um ihr Idyll, „wir resignieren noch nicht. Beim Ausbau der Seeblickstraße mussten wir alles bezahlen, das Kloster blieb außen vor. Die Klosterwiese, hieß es damals, ist ein Fels und wird eh nicht bebaut“, hatte Andreas Schwenter bei der vorgezogenen Bürgerbeteiligung im Mai 2015 geschimpft.

Schwenter ist Vorsitzender des Vereins „Lebenswertes Breitbrunn“, der allein wegen der Klosterwiesen-Pläne ins Leben gerufen worden war. Nun sollen insgesamt sechs Einfamilienhäuser, acht Doppelhäuser und drei Dreispänner entstehen mit maximal 34 Wohneinheiten. Hinzu kommen ein großes und zwei kleinere Gebäude als Personalwohnungen fürs Kloster. Die Planung liegt seit Freitag (bis einschließlich 21. Dezember) öffentlich aus.

Nicht nur Schwenter, auch seine Nachbarn fühlen sich betrogen und kritisieren die Informationspolitik. Nachbarn wie Dr. Susann Ott, die sich auf ein Schreiben aus dem Jahr 2006 bezieht. Damals ging es um den Straßenausbau und die Kostenanteile. Das Kloster blieb seinerzeit außen vor mit der Begründung, „da dieses Grundstück derzeit und auch in absehbarer Zeit kein Bauland werden wird“, stand in dem offiziellen Schreiben aus dem Rathaus. Für Susann Ott war das ein Versprechen, dass die Klosterwiese unbebaut bleibt. Aber was 2006 nicht absehbar war, trat 2010 trotzdem ein, als die Klosterschwestern Platz für Personalwohnungen brauchten. Das war der Beginn der Planung. Erst nur die halbe Wiese, dann die gesamte, dafür aber als Einheimischenmodell.

Die Anlieger rund um die Klosterwiese forderten Gehör und bekamen die bei der vorgezogenen Bürgerbeteiligung im Mai 2015. „Die wurde nicht einmal mitprotokolliert“, schimpft Susann Ott, die mittlerweile Schriftführerin des Breitbrunner Vereins ist. Sie spricht von einer „Farce“. Vorschläge und Bedenken seien nicht ernst genommen worden. Stattdessen sei die Planung „ein Millionengeschenk der Gemeinde an das Kloster“. In einem Schreiben kritisiert der Verein ein „orts-unübliches, überdimensioniertes Neubaugebiet mit massiven Erdarbeiten für eine Terrassierung mit großen baulichen Schwierigkeiten wegen der geologischen Besonderheit am Ort mit Straßenneubau, Kanalneubau“. Das ausdrücklich im Bebauungsplan formulierte Ziel verspricht jedoch „eine städtebaulich vertretbare Wohnnutzung sowie ausreichende Grünzonen entsprechend der Umgebungsbebauung“. Wer für immer einen freien Blick auf Berge und See haben möchte, kann dies aber wohl selbst bei geringster Bebauung anders sehen, wenn er betroffen ist.

Der Graben zwischen den Anwohnern und der Gemeinde ist also weiter tief. Sie fordern Einsicht in den städtebaulichen Vertrag zwischen Kloster und Gemeinde, fragen sich, welche Verpflichtung die Gemeinde eingegangen sei, damit das Feuerwehrhaus im klösterlichen Böck-Haus untergebracht werden konnte. Der Beschluss dazu war 2099 gefasst worden. „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun“, versichert Bürgermeister Christian Schiller. „Der städtebauliche Vertrag ist eine privatrechtliche Vereinbarung, die ist nun mal nicht öffentlich.“ Im Übrigen verweist er auf das Prozedere eines Bebauungsplanverfahrens, Bürgerbeteiligung eingeschlossen. Die öffentliche Auslegung bis zum 21. Dezember böte eine weitere Möglichkeit, Argumente vorzubringen.

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