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Im Herzen Pöckings sollen demnächst Obdachlose untergebracht werden. Das ehemalige „Haus der Begegnung“, ehedem als Armenhaus errichtet, steht momentan weitestgehend leer.  

Lösung gefunden in Pöcking

Armenhaus wird Obdachlosenunterkunft

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Die bisherige Obdachlosenunterkunft der Gemeinde Pöcking in Maising ist nicht mehr zumutbar. Nun war guter Rat teuer, wo die Bedürftigen untergebracht werden sollen. Doch mittlerweile ist eine Lösung gefunden worden.

Pöcking – Die Gemeinde Pöcking ist wohlhabend. Daran besteht kein Zweifel. Das bedeutet aber nicht, dass alle Pöckinger reich sind. „Natürlich haben wir hier in Pöcking Obdachlose“, erklärte Geschäftsleiter Sven Neumann am Dienstagabend im Hauptausschuss des Gemeinderates. Die Unterbringung der Wohnungslosen sei eine Pflichtaufgabe der Gemeinde, führte er aus.

Bislang seien die Betroffenen in einer vom Verband Wohnen angemieteten Wohnung in Maising einquartiert worden. Doch diese „ist mittlerweile derart in die Jahre gekommen, dass ich da wirklichen niemanden mehr einweisen möchte“, so Neumann weiter.

Ein Ersatz musste her. Doch die Suche gestaltete sich schwierig. „Es wird immer schwieriger, entsprechende Unterbringungsmöglichkeiten zu finden. Wenn die Einrichtung in Maising voll war, dann haben wir immer wieder versucht, Fremdenzimmer anzumieten – auch außerhalb des Gemeindegebietes. Vergebens“, so der Geschäftsleiter.

Dennoch sei man fündig geworden. Und das direkt neben dem Rathaus. Das ehemalige Armenhaus der Gemeinde, das erst als „Haus der Begegnung“ und heute teilweise von der Feuerwehr genutzt wird, sei optimal geeignet, so Neumann. Im ersten Stock könne man zwei Zimmer – eines für Ehepaare oder Familien, eines für alleinstehende Herren – einrichten. Küche und Bad seien vorhanden, Stockbetten verfügbar. „Wir brauchen sofort eine Lösung, sonst stehen die Menschen auf der Straße“, bekräftigte Bürgermeister Rainer Schnitzler (PWG) die Dringlichkeit. Es handele sich dabei vor allem um Pöckinger, die ihre Wohnungen verloren haben.

Dennoch entwickelte sich eine lebhafte Debatte. Amalie Ehrhard (SPD) zweifelte an, dass das Haus in seinem derzeitigen Zustand für die Unterbringung Obdachloser geeignet sei. Insbesondere der freie Zugang zum Dachboden mache ihr sorgen. „Das muss richtig abgeriegelt werden. Einfach ein Schloss davor hängen, das reicht nicht.“ Sie verwies auf vorliegende Gutachten, die geprüft hatten, ob in dem Haus nicht Wohnungen entstehen könnten.

„Da ist einiges zu machen“, entgegnete Bürgermeister Schnitzler. Laut Gutachten würde alleine der Ausbau der kleinen Wohnung im Obergeschoss rund 70 000 Euro kosten. „Wir hatten ein Problem mit Schimmel im Erdgeschoss – das ist mittlerweile behoben.“ Ansonsten plädiere er dafür, erst einmal abzuwarten, was die Zukunft bringt. Er spielte dabei darauf an, dass seit längerer Zeit in Pöcking über den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses gegenüber des geplanten Hauses der Bürger und Vereine diskutiert wird. Wenn das fertig und die Feuerwehr umgezogen ist, könnte in Ruhe darüber nachgedacht werden, was mit dem Gebäudekomplex gemacht werden soll.

So lange mochten aber nicht alle Gemeinderäte warten. Simone Greve (Grüne) wunderte sich, warum Pöcking nicht genau wie die Stadt Starnberg mit der Unterbringung der Obdachlosen verfahre. Schließlich sei „Ganz einfach“, entgegnete Albert Luppart (PWG): „Die Stadt Starnberg hat einen Teil der Container gekauft, um dort Obdachlose unterzubringen. Das haben wir nicht gemacht.“

Geschäftsleiter Neumann berichtete, grundsätzlich sei es möglich, Containerkapazitäten vom Landkreis zu mieten. „Aber die wollen 20 Euro pro Quadratmeter, weil die Anlagen auf acht bis zehn Jahre abgeschrieben werden müssen.“ Das war den Anwesenden dann doch zu teuer.

Allerdings wagte Annette von Nordeck (FDP) noch einen Vorstoß. „Ein Schmuckstück“ sei das Haus, das direkt am Raiffeisenplatz im Herzen Pöckings liegen würde. „Auch Obdachlose dürfen in einem Schmuckstück wohnen“, entgegnete Albert Luppart hörbar genervt. Diesen Vorwurf wiederum mochte sich von Nordeck nicht gefallen lassen: „Ich habe lediglich gesagt, dass man durchaus mal überlegen kann, was man aus dem Haus machen könnte – eine Arztpraxis zum Beispiel.“

Schlussendlich herrschte im Hauptausschuss dennoch Einigkeit. Einigkeit darüber, dass man das Obergeschoss des ehemalige Hauses der Begegnung als Obdachlosenunterkunft nutzen will. Und Einigkeit darüber, dass das nur eine Lösung auf absehbare Zeit sein soll.

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