Ausstellung soll Fahranfänger vor Leichtsinnigkeit bewahren

Starnberg - Mit einer Wanderausstellung will der ADAC auch in diesem Jahr Jugendliche an Bayerns Schulen für die Risiken des Straßenverkehrs sensibilisieren und vor Leichtsinnigkeit bewahren. Am Dienstag ist die Schau in Starnberg zu Gast.

Fahranfänger sind nach wie vor überdurchschnittlich stark an Verkehrsunfällen beteiligt. Mit einer Wanderausstellung will der ADAC auch in diesem Jahr Jugendliche an Bayerns Schulen für die Risiken des Straßenverkehrs sensibilisieren und vor Leichtsinnigkeit bewahren. Die Schau „Schatten - Ich wollte doch leben“ wurde am Montag in Nürnberg eröffnet, ab Dienstag ist die Ausstellung auch für zehn Tage in Starnberg zu sehen.

In den nächsten Wochen wird die Dokumentation, die an das Leid von jungen Verkehrsopfern und deren Familien erinnert, laut ADAC noch in weiteren Städten zu sehen sein. Im Jahr 2010 kamen in Bayern nach Angaben des Innenministeriums 697 Menschen im Straßenverkehr ums Leben, davon waren 111 junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren.

Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen sechs lebensgroße, schwarze Figuren. Darauf sind die Geschichten von getöteten Buben und Mädchen, jungen Frauen und Männern zu lesen - und Porträtfotos der Opfer zu sehen. Der 16-jährige Roccy krachte mit seinem Moped in einen Laster, den er wegen der tiefstehenden Sonne übersehen hatte - er starb vier Tage später im Krankenhaus. Die 24 Jahre alte Jasmin konnte nicht mehr ausweichen, als ihr ein Transporter in einer Kurve auf der falschen Fahrbahnseite entgegenkam - Jasmin war auf der Stelle tot.

Die Ausstellung hinterließ bei den Nürnberger Berufsschülern einen nachhaltigen Eindruck. „Die Schicksale der Verunglückten regen auf jeden Fall zum Nachdenken an“, meinte der 18-jährige Alexander Friedrich. „Der eine oder andere wird sein Fahrverhalten bestimmt ändern“, fügte Klassenkamerad Marco Konnerth (17) hinzu. Auch der 21 Jahre alte Cassidy Philippe hofft, dass viele Besucher der Ausstellung ihr eigenes Verhalten überdenken - befürchtet aber: „Nicht alle werden daraus lernen.“

Die 19-jährige Schülerin Kristina Lindner will auch als Beifahrerin das Risiko so gering wie möglich halten: „Ich fahre nur bei Leuten mit, die ich gut kenne und von denen ich weiß, dass sie nichts getrunken haben.“ Auch Berufsschullehrer Wolfgang Schott (42) fand lobende Worte für die Schau: „Die Schicksale der jungen Menschen sind recht gut dargestellt. Fotos und persönliche Informationen machen die Opfer um einiges realer, als es ein Zeitungsbericht könnte.“

Die Ausstellung wird in den nächsten Monaten noch in weiteren Städten zu sehen sein. Im Februar gastiert sie beispielsweise im schwäbischen Günzburg, im März in niederbayerischen Dingolfing. In Nordbayern sind Präsentationen auch in Würzburg, Aschaffenburg, Bamberg, Bayreuth und Amberg geplant, konkrete Termine stehen aber noch nicht fest.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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