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Korridor der Machbarkeitsstudie: In den roten Flächen suchen Experten nach möglichen Trassen für eine Starnberger Nord-Ost-Umgehung, stoßen dabei auf viele, vor allem naturschutzrechtliche Hindernisse. Die Stadtratsmehrheit sieht die Suche ausdrücklich als Ergänzung zum B 2-Tunnel, nicht als Ersatz.

B2-Tunnel: Stadtrat bleibt bei seiner Linie

Starnberg - Niederlage für die Umfahrungsbefürworter: Eine Empfehlung aus der Bürgerversammlung, eine Umfahrung als Alternative zum B2-Tunnel untersuchen und bewerten zu lassen, ist am Montagabend vom Starnberger Stadtrat mit Mehrheit verworfen worden. Beendet ist die Sache deswegen noch lange nicht.

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Starnberger Tunnel bleibt kurz

Willi Illguth, Mitglied der Bürgerinitiative "Pro Umfahrung - Contra Amtstunnel", hatte bei der Bürgerversammlung eine knappe Mehrheit für seinen Vorstoß bekommen, eine B2-Umfahrung - eine Umgehungsstraße also - solle genauer auf Machbarkeit und Wirksamkeit untersucht werden, und zwar als Alternative zum B2-Tunnel. Das wiederum widersprach nach Ansicht des Rathauses der gültigen Beschlusslage des Stadtrates, der insgesamt für den Tunnel ist, jedoch im Norden und Osten der Stadt insgesamt elf Trassen untersuchen lässt, und zwar als Ergänzung zum Tunnel. Diesem Stadtrat am Abend erneut mit deutlicher Mehrheit an. Derzeit gibt es für diese Trassen jedoch noch erhebliche Hürden, unter anderem Trinkwasser-Brunnen, die das Würmtal versorgen. Nach Ansicht von Verkehrsreferent Dr. Jürgen Busse hat keine eine Realisierungschance.

Während die Umfahrungsbefürworter den Tunnel wegen der steigenden Kosten - derzeit sind es 150 Millionen Euro - am Rande des Scheiterns und auch nach dessen Bau Starnberg im Dauerstau sehen, hält die Stadtratsmehrheit daran fest. Denn: Der Tunnel ist genehmigt; sobald der Bund das Geld bereitstellt, kann gebaut werden. Nur wann der Bund dies tut, weiß derzeit niemand.

Beide Lager standen sich auch am Montagabend - wieder einmal - unversöhnlich gegenüber. Es hagelte harte Worte, Vorwürfe und Polemik auf beiden Seiten. Selbst darin, dass die Frage "Tunnel oder Umfahrung" in der Starnberger Bevölkerung höchst umstritten ist und das Klima angespannt, waren sich nicht alle einig. Um den Illguth-Antrag gab es allein schon wegen dessen Formulierungen Meinungsverschiedenheiten: Die Verwaltung hatte ihn nicht wörtlich als Beschlussvorschlag übernommen, worin einige Stadträte eine Missachtung des Bürgers sahen.

Immerhin: Die Machbarkeitsstudie für die elf Trassen soll "zügig" erstellt werden, die Ergebnisse sollen in den Stadtentwicklungsprozess einfließen.

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