Für den fünften Staatsehrenpreis muss Barbara Böck noch einen Platz suchen. Gestern hat Thomas Böck (r.) die Urkunde überreicht bekommen. 1995 übernahm er die Bäckerei von seinem Vater Josef (l.).
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Für den fünften Staatsehrenpreis muss Barbara Böck noch einen Platz suchen. Gestern hat Thomas Böck (r.) die Urkunde überreicht bekommen. 1995 übernahm er die Bäckerei von seinem Vater Josef (l.).

Staatsehrenpreis

Bäcker mit Auszeichnung

  • Laura Forster
    VonLaura Forster
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Zum fünften Mal hat die Bäckerei Thomas Böck in Oberpfaffenhofen gestern Vormittag den Staatsehrenpreis für die 20 besten Bäcker Bayerns verliehen bekommen. Der Familienbetrieb punktet vor allem mit der hauseigenen Backstube. Dort werden alle Brote und Semmeln frisch hergestellt.

Oberpfaffenhofen – Vier Staatsehrenpreise hängen schon hinter der Theke im Verkaufsraum der Bäckerei Thomas Böck aus Oberpfaffenhofen. Gestern Mittag wurde Inhaber Thomas Böck die fünfte Urkunde verliehen. „Ich suche gerade einen geeigneten Ort in der Bäckerei. Im Regal, wo die anderen Preise stehen, ist kein Platz mehr“, sagt seine Geschäftspartnerin Barbara Böck. Die Bäckerei in Oberpfaffenhofen ist eine von 20 Betrieben in Bayern, die von Ernährungsministerin Michaela Kaniber mit dem Staatsehrenpreis ausgezeichnet wurde. Die Verleihung fand am Montagvormittag bei einem Festakt in der Münchner Residenz statt.

Obwohl sich die Bäckerei schon 2006, 2009, 2012 und 2015 die Auszeichnung sichern konnte, ist Barbara Böck stolz auf die Urkunde. „Das ist eine tolle Bestätigung für unsere Arbeit“, sagt sie. „Wir freuen uns jedes Mal über diesen Preis.“ 90 Bäcker aus 41 Innungen hatten sich für den Staatspreis qualifiziert – ein Bruchteil der mehr als 2200 Bäckerbetriebe im Freistaat.

Grundlage für die Auszeichnung des Ministeriums sind die jährlichen Brotprüfungen. „Wir fahren einmal im Jahr mit unseren Broten, Semmeln und dem Gebäck zur Kreissparkasse nach Starnberg. Dort testet ein staatlicher Brotprüfer die Ware und verteilt anschließend Noten“, sagt Barbara Böck. „Wenn ein Produkt dreimal mit der Note ,sehr gut‘ ausgezeichnet wurde, bekommt die Ware eine Goldmedaille.“ In der Bäckerei in Oberpfaffenhofen liegen täglich mehrere Goldmedaillengewinner aus. Das doppelgebackene Bauernbrot, der Frankenlaib, der Roggenlaib, der Schwabenlaib und der Knauzer, eine knusprig gebackene Semmel, konnten die Jury überzeugen. „Damit man den Staatsehrenpreis verliehen bekommt, braucht man sehr gute Noten bei den Brotprüfungen“, sagt Barbara Böck.

Diese erzielt der Familienbetrieb vor allem dadurch, dass der Inhaber großen Wert auf Tradition und Handwerk legt. Seit 1946 gibt es die Bäckerei an der Garchinger Straße in Oberpfaffenhofen. Vor 26 Jahren übernahm Thomas Böck das Geschäft von seinem Vater Josef Böck. „Wir backen das Brot noch in der Backstube hinter dem Verkaufsraum“, sagt Barbara Böck stolz. Mischungen sind für Böck ein Tabu. „Eine lange Teigruhe ist ein Muss. Gutes Brot braucht Zeit“, sagt Barbara Böck.

Neben der Staatsministerin Michaela Kaniber schätzen auch die Kunden die Waren aus Oberpfaffenhofen. „Viele schmecken den Unterschied“, sagt Böck – und nehmen für gute Qualität auch einen weiteren Weg auf sich. Nicht nur Bürger aus Oberpfaffenhofen oder Weßling kaufen in der Bäckerei Thomas Böck ihre Semmeln. „Teilweise kommen die Leute aus Germering, Gauting und sogar aus München.“

Elf Mitarbeiter backen und bedienen die Kunden von Montag bis Samstag. Einen Lehrling hat die Bäckerei derzeit keinen. „Es wird immer schwerer, Auszubildende zu finden“, sagt Böck. „Oft lernen die Kinder von anderen Bäckern bei uns. Aber davon gibt es auch nicht mehr so viele.“ Der Grund für den Mangel: ungewöhnliche Arbeitszeiten und vergleichsweise schlechte Bezahlung. „Bei einem normalen Bürojob verdient man mehr. Das Handwerk wird schlecht bezahlt“, sagt Barbara Böck.

Thomas Böck fängt seit Jahren um kurz nach Mitternacht mit den ersten Broten an. Seine Schlafenszeit hat er in zwei Schichten aufgeteilt: Von 11 bis 16 Uhr und von 20 bis 23 Uhr. Ein Alltag, der nicht jedem Jugendlichen gefällt. Den Böcks macht der Beruf trotzdem Spaß. „Die Backware ist ein fantastisches Produkt. Außerdem ist der Kontakt mit den vielen Stammkunden toll“, sagt Barbara Böck. Weitere Betriebe aus dem Landkreis wurden diesmal nicht ausgezeichnet, aber bereits im Dezember gibt es die nächste Verleihung.

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