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Längst nicht mehr so voll wie noch vor einem Jahr ist das Parkdeck am Starnberger Bahnhof Nord. Deshalb sehen Verwaltung und Bauausschuss bei er Aufstockung keine Eile.

Bahnhof Nord in Starnberg

Parkdeck-Aufstockung erst viel später

Jahrelang war eine Aufstockung des Parkdecks am Starnberger Bahnhof Nord ein Thema. Für die nächsten Jahre ist die Idee vom Tisch, aber nicht für immer. 

Starnberg – Das Parkdeck am Starnberger Bahnhof Nord wird auf lange Sicht bleiben, wie es ist. Ob es, wie schon vor sieben Jahren beschlossen, überhaupt aufgestockt werden kann, ist unklar. Das ergab eine Prüfung, die die Stadträte Dr. Franz Sengl (Grüne) und Prof. Otto Gaßner (UWG) beantragt hatten. Eine Erweiterung erscheint derzeit weder geboten noch nötig und soll erst wieder auf dem Ratstisch landen, wenn es konkret um die Verlagerung des Regionalzugshalts vom Bahnhof See zum Bahnhof Nord geht. Termin dafür: völlig offen.

Seit Jahren geistert die Aufstockung durch die Stadt, wurde mehrfach in Gremien behandelt, 2013 auch vom Bauausschuss beschlossen. Damals wurden auch genauere Planungen angeschoben, das Projekt sollte mehr als 1,1 Millionen Euro kosten. Dafür wäre eine Ausschreibung nötig gewesen, für die es erst keine Haushaltsstelle gab. Die gab es 2014, nur habe die Verwaltung die Ausschreibung „aus Kapazitätsgründen nicht umgesetzt“, sagte Stadtbaumeister Stephan Weinl im Bauausschuss. Heißt: Es gibt keine Planung und keine neueren Erkenntnisse, ob das Parkdeck eine Aufstockung überhaupt verkraftet.

Was es gibt, sind Daten aus der Bauzeit vor mehr als 20 Jahren. Demnach sei das Bauwerk auch eine Aufstockung ausgelegt, jedoch hätten sich die Bestimmungen seither geändert, sagte Weinl. In der Vorlage für die Stadträte schrieb er: „Ob die 1999 zugrunde gelegte Statik den heutigen Anforderungen an eine Aufstockungsstatik entspricht, kann zum jetzigen Zeitpunkt weder bejaht noch verneint werden, dies muss Gegenstand der auszuschreibenden Gebäudeplanung und Tragwerksplanung sein.“

Derzeit besteht gar kein Bedarf - und Grund ist nicht Corona

So rechten Bedarf sieht Weinl derzeit nicht. War das Parkdeck nach der Inbetriebnahme halbleer, dann in der Regel übervoll, so hat sich seit Einführung der Parkgebühren (50 Cent pro Tag für ÖPNV-Nutzer) die Lage deutlich entspannt. Es gebe dort nun ausreichend Parkplätze jeder Zeit, während es bisher so war, dass wer um 9 Uhr kam, bereits das Nachsehen hatte.

Das heißt nicht, dass das Parkdeck nie erweitert werden muss. Da die Stadt eine Verlegung des Regionalzughalts an den Bahnhof Nord anstrebt und dafür der Bahnsteig auf praktisch die doppelte Länge ausgebaut werden muss – er würde dann bis jenseits des Parkdecks nach Norden reichen. Das wird nach Einschätzung Sengls „noch einige Zeit dauern“, aber „wir werden es eines Tages brauchen“. Auch Bürgermeister Patrick Janik hält die Aufstockung eher für ein mittelfristiges Projekt.

In den vergangenen Jahren gab es unterschiedliche Aussagen zum Zustand des Bauwerks. So war einmal davon die Rede, dass das Deck nicht gebaut wurde wie geplant und deswegen eine Aufstockung nur bei einer Verstärkung der unteren Stockwerke möglich wäre. Die Erweiterung sollte die Zahl der Stellflächen von derzeit etwa 330 um 165 erhöhen. 

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